Humantechnologie-Cluster lockt internationale Startups nach Graz

Rund 50 junge Unternehmen folgten dem „Corporate Call“ des steirischen Gesundheitsclusters

Die Anziehungskraft der steirischen Leitbetriebe hat der sogenannte Corporate Call des steirischen Humantechnologie-Cluster HTS genutzt, um internationale Start-Ups auf den HeathTech-Standort aufmerksam zu machen. Aus den knapp 50 Einreichungen haben 7 Unternehmen die Möglichkeit bekommen ihre innovativen Lösungen am Live Event der Öffentlichkeit zu präsentieren, vier Unternehmen sind als Sieger hervorgegangen.

Vier steirische Leitbetriebe aus dem Bereich der Gesundheitswirtschaft haben in dem internationalen Call nach Lösungen ihrer ständig größer werdenden Herausforderungen gesucht. Die Ideen von Unternehmen aus 15 Ländern trafen bei G.L. Pharma, Stoelzle Glass Group, den Geriatrischen Gesundheitszentren der Stadt Graz & nowasowie dem Krankenhaus der Elisabethinen auf viel Widerhall. So werden die Geriatrischen Gesundheitszentren der Stadt Graz (GGZ) & der Verein nowa im Rahmen des EU-Projektes I-CARE-SMART gemeinsam mit dem auf therapeutische Spiele ausgerichteten Start-Up RetroBrain R&D aus Hamburg und mit dem auf sensorbasierte Gehbehelfe spezialisierten Start-Up Darwin Biomedical aus Navarra (Spanien) neue Lösungen für die intelligente Betreuung und Mobilisierung älterer Menschen entwickeln. „Wir haben unmittelbar nach dem Event bereits die ersten Gespräche mit unseren zwei Innovation Award Gewinnern aus Deutschland und Spanien aufgenommen und hoffen sie – sobald es die Zeit zulässt – auch bei uns in Graz begrüßen zu können“, so die Projektverantwortlichen Kerstin Löffler von den GGZ und Valentina Pettinger von nowa. In Co-Creation Prozessen gemeinsam mit den Unternehmen und Senioren soll an der Weiterentwicklung dieser Produkte gearbeitet werden, um den Senioren ein selbstbestimmtes sowohl körperlich als auch geistig aktives Leben im häuslichen Umfeld zu ermöglichen.

Das Krankenhaus der Elisabethinen will seine Tools ins punkto Kommunikation in medizinischen Krisenzeiten mit dem Sieger Ihres Calls aufrüsten: das deutsche Start-Up aus Erlangen Allm EMEA hat einen innovativen Messengerdienst für Gesundheitseinrichtungen entwickelt, der nunmehr punktgenau auf die Anforderungen des Grazer Krankenhauses zugeschnitten wird. „Wir waren sehr überrascht, wie viele steirische und internationale Start-Ups uns im Rahmen des Corporate Calls perfekt maßgeschneiderte Lösungen für die aktuellen Herausforderungen im Gesundheitswesen präsentierten. Diese Ideen können einen entscheidenden Beitrag zur Patientensicherheit in unseren Krankenhäusern liefern“, so Michael Weldi, Leiter der Stabsstelle Patientensicherheit, Qualitäts- und Risikomanagement im Krankenhaus der Elisabethinen Graz. Auch mit HAIDi, einem Start-Up aus Tschechien mit einer speziellen Softwarelösung für das Management von Krankenhaus-Infektionen, laufen bereits Gespräche, wie eine Implementierung möglich sein könnte. Für den Gesundheitsversorger wurde von einem weiteren Bewerber auch das konkrete Angebot gemacht, sich einer EU-Forschungskooperation mit KlinikpartnerInnen aus Deutschland und Frankreich anzuschließen, um eine innovative Fingerprint-Patientenindentifikation zu entwickeln, die Patientenarmbänder zukünftig überflüssig machen und gleichzeitig die Patientensicherheit erhöhen soll.

Das Pharmunternehmen G.L. Pharma profitierte von innovativen Lösungsideen ua. vom Know-Center in Graz undIntegrative BioComputing aus Frankreich für die Entwicklung von personalisierten Wirkstoff-Präparaten, die sie verstärkt vorantreiben wollen. „Neben den spannenden Lösungsvorschlägen für unsere Problemstellung hat der Corporate Call unser Bewusstsein für das Potenzial an hochtalentierten Start-Ups auch insbesondere im Großraum Graz signifikant gestärkt“, so Michael Bartenstein vom steirischen Pharmakonzern. Auch die Stoelzle Glass Groupals ein Marktführer in der Glasproduktion für die Pharmabranche wurde bei einem Grazer Start-Up mit russischen Wurzeln fündig. „Mit unserem bewusst offenen Thema einer intelligenten Flasche wollten wir Start-ups mit verschiedenen neuen Technologien und Lösungen gewinnen. Mit unserem Innovationspreisträger GARNET, einem Start-Up aus dem Science Park Graz, haben wir ein Unternehmen gefunden, das eine neuartige Tagging-Technologie mit überlegener Datenspeicherkapazität und -resistenz bietet“, so Niklas Zwettler, Leiter von Forschung und Entwicklung des innovativen Glasproduzenten.

Der Corporate Call wurde im Jahr 2020 vom steirischen Humantechnologie-Cluster ins Leben gerufen und fand in diesem Jahr bereits das zweite Mal statt. Führende Leitbetriebe der Region, die nach innovativen Lösungen suchen, werden mit den richtigen PartnerInnen aus Österreich und ganz Europa zusammengebracht. „Unser Ziel ist, das europäische Netzwerk und zugleich die Innovationskraft der Region und der Leitbetriebe zu stärken“, so der Geschäftsführer des Humantechnologie-Clusters Johann Harer. „Auf diese Weise sind uns bereits im Vorjahr erfolgreiche Zusammenführungen von u.a. der ams AG, Energie Steiermark und dem Privatkrankenhausträger SANLAS Holding mit innovativen PartnerInnen aus ganz Europa gelungen“, ergänzt Lorenz Neuhäuser, Business Developer des Humantechnologie-Clusters und Initiator des Corporate Calls.

 

Der Corporate Call findet alljährlich im Jänner im Rahmen des sogenannten Health Tech Hubs in Graz statt, einer mehrtägigen Veranstaltung über zukunftsweisende Gesundheitstechnologien mit zahlreichen Expertenvorträgen, Start-Up Pitches, Paneldiskussionen und Fachgesprächen von internationalen Stakeholdern aus dem gesamten Gesundheitsbereich. Der Health Tech Hub ist eine Initiative des steirischen Humantechnologie-Clusters zusammen mit der Steirischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft SFG, der Medizinischen Universität Graz, dem Science Park Graz, der JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft sowie der Stadt Graz.

 

“Humantechnologie und Life Sciences zählen unter anderen zu den Stärkefeldern der Steiermark. Aufgrund der Corona-Pandemie liegt derzeit ein starker Fokus auf diesen Bereichen. Ich bin überzeugt, dass es hier großes Potenzial für die Zukunft gibt: Der Health Tech Hub Styria ist eine großartige Initiative basierend auf diesen Disziplinen und hilft uns, internationale Geschäftsbeziehungen einerseits anzubahnen und andererseits zu stärken. Alle maßgeblichen steirischen Stakeholder sind an diesem Event und damit am Erfolg beteiligt. Unsere medizinischen ExpertInnen und ForscherInnen treffen UnternehmerInnen, Start-Ups und InvestorInnen – so werden regionale Kompetenz und internationale Leistung exzellent zusammengeführt”, so Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl.

 

Der steirische Humantechnologie-Cluster