Sehr gute Ergebnisse erzielte der steirische Raiffeisen-Sektor im abgelaufenen Geschäftsjahr. Überschüsse stärken den Eigenmittelpolster von 3,6 Milliarden Euro und dienen der Stabilität der steirischen Wirtschaft in Krisenzeiten.

Die Raiffeisen-Bankengruppe (RBG) Steiermark sowie die Raiffeisen-Landesbank (RLB) Steiermark als deren Spitzeninstitut haben im Geschäftsjahr 2019 sehr gute Ergebnisse erwirtschaftet. Damit ist die weitere Stärkung der Eigenmittel möglich, die mehr als doppelt so hoch wie das gesetzliche Mindesterfordernis sind. Damit ist weit über das nötige Maß hinaus die solide Basis zur Stützung der heimischen Wirtschaft in den aktuellen Krisenzeiten gegeben. Raiffeisen ist außerdem sehr gut mit Liquidität ausgestattet, womit die staatlichen Hilfsprogramme rasch umgesetzt werden können. RLB-Generaldirektor Martin Schaller: „Wir haben in guten Zeiten vorgesorgt und sind jetzt und auch in Zukunft in der starken Position, der heimischen Wirtschaft in schwierigen Zeiten zur Seite zu stehen.“

Raiffeisen-Bankengruppe Steiermark steigert EGT auf € 251 Mio. 
Die RBG Steiermark – das sind die RLB Steiermark und die 53 steirischen Raiffeisenbanken zusammengefasst – konnte die Bilanzsumme auf knapp € 30 Mrd. (+ 5,0 %) ausweiten. Maßgeblich dafür waren vor allem das auf € 16,3 Mrd. (+ 4,3 %) angewachsene Volumen an Kundeneinlagen sowie das auf € 16,2 Mrd. (+ 6,3 %) gesteigerte Kreditvolumen. Schaller: „Diese Höhe und Balance zwischen Kundeneinlagen und Kundenkrediten sind im Bankensektor einzigartig. Es ist ein Raiffeisen-Prinzip, durch regionale Kundeneinlagen Liquidität für regionale Investitionen zu ermöglichen.“

Dank eines starken Betriebsergebnisses und der sehr guten Kreditqualität kletterte auch das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) auf hohe € 250,9 Mio. (+ 33,1 %). Die Eigenmittelquote mit 24,65 % bzw. die Kernkapitalquote mit 22,73 % blieben trotz des dynamischen Kreditwachstums auf hohem Niveau. Ausschlaggebend dafür war ein weiterer Aufbau der Eigenmittel um 5,0 % auf nunmehr € 3,6 Mrd. Schaller: „Die sehr guten Ergebnisse 2019 waren in einem stabilen wirtschaftlichen Umfeld aufgrund der intensiven persönliche Kundenbetreuung, des Ausbaus digitaler Services sowie der umsichtigen Geschäftspolitik möglich,“ erklärt Schaller.

RLB Steiermark: € 141 Mio. Gesamtergebnis – Eigenmittel gestärkt 
Auch die RLB Steiermark erwirtschaftete nach den internationalen Standards der Finanzberichterstattung (IFRS) sehr gute Ergebnisse. Die Bilanzsumme wuchs um 1,2 % auf € 15,3 Mrd., das Kunden-Kreditvolumen um 9 % auf € 7,2 Mrd., das Gesamtergebnis auf € 140,8 Mio. (+ 49,7 %). Parallel zum geplanten Kreditwachstum konnte auch die Eigenmittel-Ausstattung auf € 1,6 Mrd. weiter verbessert werden. Im Rückblick ist das ein Zuwachs von 50 % innerhalb von vier Jahren. Die Eigenmittelquote liegt nun bei guten 20,5 % und die Kernkapitalquote bei guten 19,6 %. Die NPL-Ratio konnte weiter auf 2,5 % reduziert werden, was auch im internationalen Vergleich einen Top-Wert darstellt.

Überschüsse verbleiben seit Generationen in der Bankengruppe 
Schaller: „Raiffeisen hat 2019 sehr gut gewirtschaftet. Seit jeher bleiben die Überschüsse in der Bankengruppe und damit in den steirischen Regionen. Durch dieses seit Generationen gelebte Prinzip war es möglich, diese Eigenmittel- und Liquiditätsausstattung als Sicherheitspolster für schwierige Zeiten zu schaffen. Das ist nun eine stabile Basis, um der heimischen Wirtschaft und allen Privatkunden zur Seite zu stehen. Unser Anspruch war und ist, gerade in stürmischen Zeiten ein Fels in der Brandung zu sein. Wir leisten selbstverständlich unseren Beitrag, denn keine Bankengruppe ist so in der regionalen Wirtschaft verwurzelt wie Raiffeisen.“

Pionier in der Krise: 12.000 Ratenstundungen, 500 Überbrückungsfinanzierungen 
Seit Beginn der Corona-Krise hat Raiffeisen Steiermark für 7.500 Kunden rund 12.000 Ratenstundungen ermöglicht, 60% davon bereits vor dem gesetzlichen Moratorium. Dahinter stehen Kredite iHv € 1,6 Mrd. Raiffeisen Steiermark ist dabei Pionier, denn als erste Bankengruppe in Österreich hat sie ein einfaches Online-Stundungsverfahren gestartet und Kunden aktiv informiert. Weiters wurden bisher rund 500 Überbrückungsfinanzierungen mit einem Volumen von annähernd € 100 Mio. ermöglicht. Schaller: „Aufgrund unserer sehr guten Liquiditätsausstattung sind wir in der Lage, sehr rasch zu helfen. Unser Anspruch ist weiterhin, Unternehmen durch Beratung und individuelle Lösungen zu unterstützen, die nicht nur kurzfristig, sondern auch mittelfristig helfen.“ Schaller zum weiteren konjunkturellen Verlauf: „Wir haben ein tiefes konjunkturelles Tal vor uns, wie weit dieses sein wird, ist noch nicht abschätzbar. Doch wir sind überzeugt, dass es bei einer gemeinsamen Kraftanstrengung aller Beteiligten zu einem Comeback der Wirtschaft kommen kann, von dem alle profitieren.“

Erfolgreich als Digitale Regionalbank 
Die Raiffeisen-Bankengruppe (RBG) Steiermark besteht mit Stichtag 31.12.2019 aus 53 eigenständigen regionalen Raiffeisenbanken und der Raiffeisen-Landesbank Steiermark. Zusammen betreiben sie 235 Bankstellen, das ist fast jede zweite Bankstelle im Bundesland. Mit rund 752.000 Privatkunden- und 66.000 Firmenkunden-Beziehungen sowie 320.000 Internetbanking-Kunden konnte Raiffeisen die klare Marktführerschaft in der Steiermark festigen. Die RBG Steiermark beschäftigt knapp 3.000 Mitarbeiter. Die RLB Steiermark als deren Spitzeninstitut betreut im Konzern rund 90.000 Privatkunden sowie 15.000 Firmenkunden und beschäftigt rund 1.100 Mitarbeiter.

“Wir haben in guten Zeiten vorgesorgt und sind damit in der starken Position, der heimischen Wirtschaft in schwierigen Zeiten zur Seite zu stehen.”

Im Bild: RLB-Generaldirektor Martin Schaller