EOSS Technologies mit Sitz in Graz wird größter Gesellschafter bei der burgenländischen Sanochemia. „Der mittelständische Wirkstoffhersteller soll künftig einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit in Österreich leisten“, betont EOSS-Geschäftsführer Thomas Erkinger.

Das steirische Technologieunternehmen EOSS Technologies GmbH mit Sitz in Graz ist seit vergangener Woche mit 49,9 % größter Teilhaber des Arzneimittelproduzenten Sanochemia Pharmazeutika im Burgenland. Nach intensiven Verhandlungen hat ein Konsortium bestehend aus EOSS, b.e. imaging und der burgenländischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft WiBuG den Zuschlag für den Ankauf des Betriebes über eine Ausgründung (Carve-Out) erhalten. Dabei wurden wesentliche Unternehmensteile der insolventen Sanochemia Pharmazeutika AG in eine neue Gesellschaft Sanochemia Pharmazeutika GmbH mit Sitz in Neufeld an der Leitha übertragen. Die wirtschaftliche Schieflage des bis zuletzt börsennotierten Pharmabetriebes ist damit Geschichte.

Seit Dezember war man intensiv auf der Suche nach einer langfristigen Lösung im Sinne des Unternehmens und der Mitarbeiter. Die Entwicklungen der Corona-Pandemie und deren unvorhersehbare Auswirkungen auf die Wirtschaft haben diese Überlegungen in den vergangenen Wochen wesentlich beeinflusst. Für EOSS gilt die Beteiligung als wichtige strategische Erweiterung seiner Life Science- Sparte. EOSS-CEO Thomas Erkinger: „Wir gehen hier bei einem renommierten Betrieb an Bord, der in einen Sturm geraten ist. Unser Ziel ist ruhiges Fahrwasser – und die Entwicklung zu einem innovativen, technologisch führenden österreichischen Leitbetrieb.“

Produktionskapazitäten aus Asien zurückholen

Die Corona Pandemie sorgt aktuell für Sorgenfalten, eröffnet zugleich jedoch strategisches Potential: „Besonders im Bereich steriler Arzneimittel mit flüssiger Darreichungsform sind wir mit der neuen Gesellschaft einer der wenigen Player, die Produktion, Technologie und Know-how immer in Österreich gehalten haben“, so Erkinger. „Künftig wollen wir daher eine wesentliche Rolle in der kritischen Versorgungssicherheit mit Arzneimitteln spielen.“ Gerade im Bereich der Auftragsherstellung von Spezialitäten sieht das Unternehmen deutliches Potential: „Wir wollen uns großen Pharmaunternehmen gegenüber als europäische ‚Second Source‘ für die Herstellung von Spezialwirkstoffen anbieten.“ So wird am Standort im burgenländischen Neufeld etwa ein Wirkstoff für ein Muskelrelaxans hergestellt. Viele andere könnten folgen, da das Unternehmen über eine Allzweckproduktionsanlage verfügt, von denen es in Österreich mittlerweile nur noch eine Handvoll gibt.

Arzneimittelproduzent Sanochemia Pharmazeutika, großes Know-how in der Herstellung von Spezialwirkstoffen

Vom vorhandenen Know-how und den loyalen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zeigt Erkinger sich überzeugt: „Gemeinsam mit unseren Partnern und dem Team in Neufeld wollen wir eine zukunftsweisende Neuaufstellung des Unternehmens schaffen“.

Für EOSS als Technologieunternehmen ist der Fit voll gegeben: Die aktuellen Fokusbereiche des international tätigen Unternehmens beschäftigen sich mit zukunftsweisenden Produkten und Lösungen in den Gebieten Health-Tech & Bioinformatik, Smart Enterprise & Country, Software & Digitale Plattformen sowie Future Commerce. Als österreichisches Powerhouse im Bereich innovativer Zukunftstechnologien vereint das Unternehmen die Vorteile einer integrierten Technologiefirma mit der Innovationskraft und Flexibilität einer strategischen Beteiligungsholding: “Das macht uns zu einem attraktiven unternehmerischen Partner und nachhaltigen Kerngesellschafter für Betriebe, die eine Neuausrichtung suchen“, so Erkinger.

Begeistert zeigt sich EOSS auch von den neu gewonnenen Partnern: „Mit dem bisherigen Stammaktionär und Sanochemia-Großkunden b.e.imaging sowie der burgenländischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft WiBuG haben wir schlagkräftige Partner gewonnen.

Fotos: EOSS