So geht Reichweite 2026
Social Media-Gipfel 2026 Bei HARTINGER CONSULTING: Echte Reels oder von künstlicher Intelligenz? Wer braucht noch Facebook? Ist spontaner Content erfolgreicher als geskripteter? Diese und viele weitere Fragen lockten die steirische Werbebranche Ende Jänner zur Veranstaltungsreihe MARKETING SHO(R)TS der Werbeagentur HARTINGER CONSULTING ins Grazer „Level 4“. Der Erfolgsguide für Social Media 2026 von fünf Expert:innen steirischer Agenturen.
Weg vom Perfekten, hin zur klaren Botschaft und KI nur dann, wenn man auch weiß, wie. Fünf Marketing-Expert:innen wissen, ob Unternehmen lieber ihre eigenen Mitarbeiter:innen vor die Kamera stellen, wie sie auf feindselige Kommentare reagieren oder ob sie vielleicht besser nur zum neuesten Trendsong tanzen. Die markantesten Ergebnisse des Social Media-Gipfels, die Unternehmen 2026 zum Erfolg verhelfen.
1. TikTok, Instagram oder LinkedIn?
Jede Plattform hat ihre eigene Zielgruppe, ihr eigenes Publikum. Daher steht 2026 kein Social Media-Kanal per se auf der Abschussliste der Expert:innen. Je nach Ziel werden Inhalte dort ausgespielt, wo sich die dafür richtigen Gruppen aufhalten. Instagram und TikTok stehen aber nach wie vor hoch im Kurs bei der „Gen Z“, die loyalste Fangemeinde hat Facebook. Nicht zu unterschätzen: Pinterest und LinkedIn. Übrigens: Wer in anderen Gewässern fischen will, sollte die Geldbörse zücken, um gezielt neue Personen durch gesponserte Beiträge anzusprechen. Facebook nennen die Profis da als Geheimtipp.
2. Authentisch muss es sein.
Oder zumindest authentisch inszeniert. Perfekter Sound, perfekte Farben sind nebensächlich, wichtig ist Vertrauen und das gelingt durch Echtheit. Denn: Im weststeirischen Dialekt des Baumarktverkäufers Erwin erkennen sich User:innen eher wieder als im Standard-Deutsch eines Schauspielers. Jedoch braucht es einen Plan dahinter, ganz spontan gelingt es ebenso wenig. Guter Gradmesser: Den Leuten muss es gefallen – am besten in den ersten drei Sekunden. Da darf man schon auch mutig sein – und geduldig!
3. Posten, nicht nur des Postens willen.
Zu steirisch: „Wenn i ka g’scheite Botschaft hab, dann lieber weniger Social Media machen.“ Für Pauschal-Poster:innen die schlechte Nachricht: ohne Strategie zu posten wird 2026 noch weniger funktionieren. Es braucht eine Botschaft, einen Mehrwert, ein sinnvolles Angebot dahinter und eine Antwort auf: Wieso soll ich dem oder der bzw. denen vertrauen?
„Viele glauben: Hauptsache filmen und posten. Aber ohne Strategie wird das nichts. 2026 wird es noch schlechter gehen ohne Strategie.“
4. Vertrauen als Währung.
Wer Botschaften gut und glaubhaft verkauft, vergrößert die eigene Community – Reichweite und Einfluss inklusive. Weshalb Unternehmen immer größere Deals mit Content Creator:innen machen: TikTok-Star Khaby Lame erhielt unlängst etwa fast eine Milliarde Dollar für seinen KI-Zwilling. Sein Gesicht ist das Qualitätssiegel. Spannend: Oft ist eine Fangemeinde so verbunden, dass ihre Mitglieder Konflikte mit unerwünschten Eindringlingen – etwa wegen unpassender Kommentare – selbst unter sich regeln. Als Unternehmen der Idealfall, ansonsten gilt für die Expert:innen: meine Seite, mein Raum. Nicht jede oder jeder muss dort Platz haben.
5. KI: Ja, wenn man weiß, wie.
Gekonnt eingesetzt, hilft die künstliche Intelligenz: Für das schnelle Erstellen von Produktfotos, um Logos zum Leben zu erwecken, um Dinge darzustellen, die sonst nicht möglich sind. Ebenso das Überzeichnen von künstlicher Intelligenz in Videos funktioniert gerade sehr gut. Vorsicht ist dann geboten, wenn KI-Versionen die eigentlich recht einfach abzubildende Realität nur ungenügend darstellen. User:innen haben dann das Gefühl, dass keine Mühe dahintersteckt und gepostete Inhalte können nach hinten los gehen. Die Finger davon lassen sollte man auch, wenn Emotionen und Erwartungen involviert sind: etwa wie bei Bild- und Videomaterial aus der eigenen Heimatstadt.
Wer also authentisch mit Strategie postet, sich an die Zielgruppe hält, sowie KI gekonnt für die automatisierte Beantwortung von Community-Fragen einsetzt, ist 2026 schon am besten Weg zum Erfolg. Dass Social Media schon lange nicht mehr Beiwagen ist, zeigt das große Interesse am Thema, die vielen Menschen, die darin erfolgreich tätig sind und die vielen Menschen, die damit erreicht werden. Dennoch ist es keine Garantie für den Erfolg eines Unternehmens, es braucht immer eine Botschaft und einen Mehrwert. Dazu verrät Geschäftsführerin Susanne Hartinger von Hartinger Consulting ihren Geheimtipp 2026: „Besonders auf die eigene Positionierung achten: wofür steht das Unternehmen, was vertritt es oder eben nicht. Das sollte man auch nach außen kommunizieren, damit Mut beweisen und Haltung einnehmen. Das unterscheidet uns alle auch davon, was die KI produziert.“
Die nächste Ausgabe der Marketing Sho(r)ts findet übrigens schon am 07. April 2026 um 17:30 in Graz statt – unter dem Motto: „HÖRT, HÖRT! REDEN WIR ÜBER PODCASTS“
(Jetzt anmelden: www.hartinger.at/events)
Fotos: Valentina Hagendorfer
