Zwei Männer in Geschäftskleidung stehen lächelnd in einem Büro und stützen sich auf einen Schrank, hinter dem sich an einer schlichten Wand Zeitschriften stapeln.
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Turbo und Drehscheibe am Arbeitsmarkt

Warum Know-how und Erfahrung der steirischen Personaldienstleister – Arbeitskräfteüberlasser wie Arbeitsvermittler – gerade in krisenhaften und wirtschaftlich schwierigen Zeiten zählen, verdeutlichen die Branchenvertreter Harald Aspäck und Erich Platzer am Dienstleister-Table.

Vor welche Herausforderungen sieht sich die Personaldienstleistungsbranche mit ihren beiden Gewerbebereichen, der Arbeitskräfteüberlassung und der Arbeitsvermittlung, derzeit gestellt?

Harald Aspäck:

Seit gewerbliche Personaldienstleistungen mit der zunehmenden Volatilisierung des Wirtschaftslebens in den Fokus rückten und schließlich mit dem 1988 Arbeitskräfteüberlassungsgesetz rechtlich verankert und damit „legalisiert“ wurden, stehen unsere Unternehmen eigentlich immer vor derselben Herausforderung: ihren Kundinnen und Kunden in der Wirtschaft unter den jeweils bestehenden Umfeldbedingungen den bestmöglichen personellen Support für ihre Flexibilität und ihren Erfolg zur Verfügung zu stellen. Das gilt für die Arbeitsvermittlung ebenso wie für die Arbeitskräfteüberlassung. Seit diesen Anfängen hat sich unser Leistungsspektrum mit den Anforderungen stetig weiterentwickelt, aufgefächert und in seiner Qualität vertieft. Wir bieten heute maßgeschneiderte Dienstleistungspakete und sind damit zu unverzichtbaren Personal- und Flexibilitätspartnern der Unternehmen geworden. Derzeit sehen wir uns mit der scheinbar paradoxen Situation konfrontiert, dass wir trotz zuletzt kontinuierlich steigender Arbeitslosenzahlen sprichwörtlich händeringend nach Fachkräften suchen, um dem Bedarf unserer Kunden gerecht zu werden. Die Nachfrage nach qualifizierten Arbeits- und Fachkräften hat sich von der wirtschaftlichen Gesamtlage weitgehend entkoppelt und variiert von Branche zu Branche und Unternehmen zu Unternehmen extrem. Genau da setzt aber unser zentraler USP an: Menschen so rasch wie möglich dort einzusetzen, wo sie auch tatsächlich gebraucht werden. Wir sind die Drehscheibe am Arbeitsmarkt, Betonung auf „die“. Wir haben das Know-how, die Netzwerke – und das Feingefühl.

Erich Platzer:

Es ist bisweilen tatsächlich sehr herausfordernd, Unternehmen rasch Fach-, Schlüssel- und Führungskräfte mit genau den Qualifikationen vermitteln zu können, die sie benötigen. Wenn Betriebe Arbeits- und Fachkräfte für bestimmte Aufgabengebiete suchen, dann sind die Anforderungsprofile teilweise natürlich sehr spezifisch. Als gewerbliche Arbeitsvermittler sind wir allerdings mit unserem Know-how, unserer Erfahrung und unseren beruflichen Netzwerken darauf spezialisiert, genau solche Herausforderungen zu meistern und eine hochgradige, optimalerweise perfekte Übereinstimmung zwischen den Anforderungen der Unternehmen und den Qualifikationen, aber auch persönlichen Ambitionen der Arbeitssuchenden zu erzielen. Gleichzeitig entlasten wir die Unternehmen – jeweils im gewünschten Umfang – von administrativen Nebenschauplätzen bei der immer aufwendiger werdenden Personalsuche mit all den Stellenausschreibungs-, Bewerbungs- und Auswahlprozessen. Häufig gewünschte Begleiterscheinungen unserer Dienstleistung sind Vertraulichkeit und Diskretion, mit der die Prozesse ablaufen.

Zwei Männer in Business-Kleidung stehen in einem Büro neben einem weißen Schrank und lächeln in die Kamera. Auf dem Schrank hinter ihnen stapeln sich Zeitschriften.

„Beim Outplacement-Management geht es darum, Unternehmen im Falle einer Personalreduktion zu unterstützen und die Beschäftigten sofort wieder für qualifizierte Nachfolgejobs zu positionieren, um sie zu anderen Unternehmen vermitteln zu können.“

Erich Platzer

Kommen auch Arbeitssuchende bzw. Veränderungswillige auf Sie zu, um sich vermitteln zu lassen, oder sind es vorwiegend Unternehmen, die nach geeigneten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern suchen?

Platzer:

Beides. Wir haben uns hohes Ansehen und Vertrauen auf beiden Seiten erarbeitet. Das ist ja letztlich auch unsere Stärke, dass wir beiden Seiten signifikanten Mehrwert zu bieten haben. Paradoxerweise dürfen wir nach wie vor von Beschäftigung Suchenden, selbst wenn sie von sich aus auf uns zukommen, kein Honorar für eine erfolgreiche Vermittlung verlangen. Nur Nebenleistungen wie etwa die Unterstützung bei Bewerbungsunterlagen können in Rechnung gestellt werden. Ein österreichisches Spezifikum, das noch aus der Zeit stammt, als uns Personaldienstleistern von bestimmter Seite ein sehr rauer Wind entgegenschlug und man unsere jenseits des damaligen staatlichen Quasimonopols angesiedelte Tätigkeit am liebsten gleich wieder zum Verschwinden gebracht hätte. Der Wind hat sich gedreht, dieses Relikt ist geblieben.

Aspäck:

Es ist eigentlich ganz einfach. Egal, ob wir in der Arbeitskräfteüberlassung oder in der Arbeitsvermittlung tätig sind: Wir sind Dienstleister und versuchen, unsere Kunden bestmöglich zufriedenzustellen. Und wir setzen alles daran, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bzw. die Menschen, die wir vermitteln, dort einzusetzen, wo sie mit ihren Qualifikationen, aber auch mit ihren menschlichen Qualitäten und persönlichen Vorstellungen am richtigen Ort sind. Sie müssen auch ins Team passen und sich wohlfühlen. Da bin ich Old School: Arbeit soll auch persönliche Erfüllung sein. Unser Job ist es, das Beste daraus zu machen – für unsere Kunden und für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Diesen Job erledigen wir unbeeindruckt von Krisen und Schwankungen jeglicher Art. Wir jammern nicht, wir tun unser Bestes.

Zwei ältere Männer in Geschäftskleidung stehen lächelnd vor einem Regal mit gestapelten Zeitschriften an einer schlichten weißen Wand.

„Unseren Job als Personaldienst­leister erledigen wir unbeeindruckt von Krisen und Schwankungen jeglicher Art. Wir jammern nicht, wir tun unser Bestes.“

Harald Aspäck

Welche aktuellen Trends sind zurzeit in der Personaldienstleistung angesagt?

Platzer:

Zunehmende Nachfrage gibt es nach sogenanntem „Outplacement-Management“. Dabei geht es darum, Unternehmen im Falle einer Personalreduktion beim korrekten und professionellen Ablauf zu unterstützen und die freigesetzten Beschäftigten sofort wieder für qualifizierte Nachfolgejobs zu positionieren, um sie zu anderen Unternehmen vermitteln zu können.

Aspäck:

Einmal abgesehen von den beinahe schon chronischen Krisen – Wirtschaft und Unternehmertum sind heute so schnelllebig und unvorhersehbar geworden, dass es immer rascherer und feinerer Instrumente bedarf, damit der Arbeitsmarkt seine zentrale Aufgabe erfüllen kann: nämlich unsere Konkurrenzfähigkeit, unseren Standort, unsere Resilienz und damit unseren Wohlstand zu sichern. Genau das tun wir.

Zwei Männer in Geschäftskleidung stehen lächelnd in einem Büro und stützen sich auf einen Schrank, hinter dem sich an einer schlichten Wand Zeitschriften stapeln.
Harald Aspäck (l.) und Erich Platzer: Personaldienstleistungen machen Unternehmen schneller, flexibler und resilienter.
DIENSTLEISTER-TABLE

Die gewerblichen Dienstleister repräsentieren mehrere besonders wirtschaftsaffine Berufsgruppen. Obmann der Fachgruppe der gewerblichen Dienstleister in der WKO Steiermark ist KR Gerd Zuschnig (Foto). In dieser Talk-Serie beleuchten namhafte Berufsgruppenvertreter aktuelle Trends in ihrem Berufsfeld. Im Fokus dieser Dienstleister-Table-Runde: die Personaldienstleister mit den zwei Bereichen Arbeitskräfteüberlassung und Arbeitsvermittlung. Am Dienstleister-Table: KR Harald Aspäck (Gründer und Geschäftsführer Permont, Berufsgruppensprecher der Personaldienstleister in der Fachgruppe der gewerblichen Dienstleister der WKO Steiermark) und Erich Platzer (JC Jobbörse-Coaching Allmann-Platzer KG, Graz, Dienstleister-Ausschuss-Mitglied)

www.dienstleister-stmk.at

Foto: Oliver Wolf

Banner mit dem Text "trinkvergnügen" und "Über 450 Weine & Champagner einfach online bestellen." Rechts zeigt ein Foto zwei Gläser Rotwein auf einem Holztisch im Freien bei Sonnenuntergang.