Wenn man einen neuen Markt erschließen möchte, empfiehlt es sich durchaus, sich an die örtlichen Gepflogenheiten ein wenig anzupassen. Und um einigermaßen einordnen zu können, mit wie viel Punch sich XPeng in Europa engagiert: Eigentlich heißt die Marke Xiaopeng. Nachdem das bei uns aber kaum einer aussprechen kann, disponierte man spontan um und nennt sich fortan einfach nur mehr XPeng. Manchmal kann es ja auch so einfach gehen.
Genug ist nie genug
Nicht minder engagiert zeigt man sich bei den Fahrzeugen, was sich natürlich am deutlichsten beim Topmodell G9 zeigt. Hierbei handelt es sich nüchtern betrachtet um ein großes SUV der gehobenen Mittelklasse, 4,90 Meter lang, modern gezeichnet und mit reichlich Platz gesegnet. Vier Erwachsene europäischen Zuschnitts finden locker Platz, zudem bietet der Kofferraum mit 445 Litern genügend Raum für allerlei Gepäck. Wenn das nicht reicht: Sind die Rücksitze umgelegt, passen 1.605 Liter hinein, und ergänzt wird all das durch den Frunk unter der vorderen Haube, der mit 71 Litern mehr als genug Platz für Ladekabel und den alltäglichen Kleinkram bietet. Stichwort Innenraum: Hier fährt XPeng mit allem auf, was derzeit en vogue ist. So kommen gleich drei Displays im Armaturenbrett zur Anwendung – neben dem für den Fahrer gibt es zwei riesige 15-Zoll-Touchscreens für alles, was Infotainment angeht, wobei der ganz rechte einzig und allein der Unterhaltung des Beifahrers dient. So gibt es praktisch nichts, was nicht über diese digitalen Anzeigefelder gesteuert und geregelt werden kann, womit kaum mehr externe Knöpfe gebraucht werden und die ganze Armaturenlandschaft gleich deutlich aufgeräumter wirkt.
Schnell und schneller
Soweit, so beeindruckend. Doch die wahren Finessen spielen sich beim G9 im Unsichtbaren ab. So gibt es zum einen zwei Antriebsoptionen, die man getrost unter stark und stärker einordnen kann. Kommt die Basisversion schon mit mehr als ausreichenden 313 PS daher, die einen Spurt von null auf 100 km/h schon in 6,4 Sekunden erledigen, bietet die Topvariante 550 PS, wobei die angegebenen 3,9 Sekunden für den Gardesprint einen fragen lassen, wozu man jetzt eigentlich noch einen Sportwagen braucht?
Unter Starkstrom
Und wenn wir schon beim Thema Schnelligkeit sind: Auch bei der Ladegeschwindigkeit gibt XPeng derzeit den Ton an, denn der G9 kommt serienmäßig mit der 800-Volt-Technik, die superschnelles Laden erst möglich macht. Wie schnell? Bis zu 260 kW bei der Basisversion, bis zu 300 kW beim Top-G9, was beeindruckend klingt. In verständliche Zahlen umgemünzt bedeutet das indes: An entsprechend potenten Ladesäulen kommt man so in nur 20 Minuten von zehn auf 80 Prozent Akkufüllung, was in Reichweite umgerechnet rund 350 Kilometer ergibt. Möglich macht das alles natürlich erst ein entsprechend dimensionierter Akku. Und im Falle des G9 bedeutet das: 98 kWh stehen maximal zur Verfügung, womit nach dem strengen WLTP-Modus mehr als 550 Kilometer Gesamtreichweite möglich sein sollen. Und ohne zu übertreiben, gibt es zusätzlich noch ein Detail, das die Marke mit dem X hervorstechen lässt: Neben drei kleineren Modellen wird auch der G9 bei Magna in Graz gefertigt. So viel also zum Bekenntnis XPengs zum europäischen – und auch österreichischen – Markt.
Fotos: XPeng