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Binder+Co: Rekordbudget für Forschung und neue Wege im Recycling

Drei Männer in Anzügen stehen vor einem Banner von Binder+Co Forschung und Entwicklung zum Thema Bauabfallrecycling und halten jeweils eine Broschüre in der Hand.
Der Vorstand von Binder+Co mit Jörg Rosegger, Peter Gradwohl und Mario Stockreiter setzt auf Forschung, intelligente Sortiertechnik und langfristige Kundenbetreuung.

Binder+Co plant 2026 das höchste Forschungs- und Entwicklungsbudget seiner Unternehmensgeschichte: Am Standort Gleisdorf sollen rund fünf Prozent des Umsatzes in diesen Bereich fließen. Die Unternehmensgruppe erwartet bis Jahresende 416 Beschäftigte und entwickelt neue Anwendungen im Recycling. Eine wichtige Stärke bleibt das After-Sales-Service; Miet- und Leasingvarianten sollen Kunden den Einstieg in neue Technologien erleichtern.

Forschung und Entwicklung: Rekordbudget in Gleisdorf

„Das ist das höchste Forschungs- und Entwicklungsbudget, das wir je gemacht haben“, sagt Vorstand Jörg Rosegger. Binder+Co setzt dabei auf intelligente Sortiertechnik, künstliche Intelligenz und den Ausbau eigener Softwarekompetenz. Neben Glas rücken Bauschutt und Metalle stärker in den Fokus.

Ein Mann in Anzug und Krawatte spricht an einem Besprechungstisch von Binder+Co Forschung und Entwicklung in ein Mikrofon.

Die Investitionen erfolgen in einem anspruchsvollen Marktumfeld. Hohe Energiekosten und politische Unsicherheit führen nach Einschätzung der Unternehmensführung dazu, dass Kunden Investitionen verschieben. Vor allem große Anlagenprojekte werden in Europa seltener. Im ersten Halbjahr 2026 lagen Umsatz und Auftragseingang unter dem Vorjahresniveau. Gute Margen und ein stabiles After-Sales-Geschäft stützen jedoch das operative Ergebnis.

Intelligente Sortierung macht Rohstoffe wieder nutzbar

„Qualität entscheidet hier über die Wiederverwertung“, bringt Rosegger die Aufgabe auf den Punkt. Erst die saubere Trennung ermöglicht es, Materialien gezielt wieder einzusetzen und ihren wirtschaftlichen Wert zu erhöhen.

Wie das funktioniert, zeigen Projekte in der Schweiz und den USA. Bei der Bauschuttaufbereitung werden Ziegelbruch und Kies getrennt, damit die Materialien erneut als Baustoffe genutzt werden können. Bei einem Kunden in Texas geht es um Metallfraktionen aus dem Autoschreddern: Aluminium und Kupfer werden voneinander getrennt, unterschiedliche Aluminiumqualitäten erkannt. So lassen sich höherwertige Fraktionen gezielter zurückgewinnen.

Für Technik und Forschung verantwortlich ist Vorstand Peter Gradwohl. Neben der Weiterentwicklung der Sortieranlagen stehen eigene Softwarekompetenz und Cybersicherheit auf seiner Agenda. Das Know-how im Haus soll Entwicklungen beschleunigen und langfristig sichern.

After-Sales-Service als Wettbewerbsvorteil

Mit der Lieferung einer Maschine endet die Zusammenarbeit nicht. Das After-Sales-Service ist für Binder+Co sowohl ein stabiler Geschäftszweig als auch ein wichtiges Argument bei der Kaufentscheidung.

Aufbereitungswissen, technische Betreuung und Kundennähe in Europa und den USA tragen laut Unternehmensführung dazu bei, dass Kunden auch einen höheren Preis akzeptieren. Dafür braucht es Beschäftigte, die die Maschinen und die dahinterliegenden Prozesse verstehen.

416 Beschäftigte bis Ende 2026

Die Beschäftigtenzahl der Gruppe soll von 414 im Jahr 2025 auf 416 bis Ende 2026 steigen. Finanz- und Personalvorstand Mario Stockreiter verweist auf die Bedeutung von Ausbildung und Weiterbildung, auch im Bereich Digitalisierung. Ziel ist, Erfahrung im Unternehmen zu halten und Kompetenzen weiterzuentwickeln.

Ein Mann in Anzug und Krawatte spricht auf einer Pressekonferenz von Binder+Co Forschung und Entwicklung, vor ihm stehen mehrere Mikrofone.

„Die Kreislaufwirtschaft entwickelt sich zum Wirtschaftsmodell“, hält Stockreiter fest. Binder+Co verbindet dafür die Erfahrung aus dem Maschinenbau mit neuen digitalen Möglichkeiten und Anwendungen in weiteren Recyclingbereichen.

Miet- und Leasingvarianten erleichtern Investitionen

Auch bei der Finanzierung arbeitet Binder+Co an neuen Möglichkeiten. „Kunden tun sich immer schwerer zu investieren“, sagt Gradwohl.

Miet- und Leasingvarianten sollen deshalb den Zugang zu neuen Technologien erleichtern. Gerade für kleinere Betriebe kann die hohe Anfangsinvestition eine Hürde darstellen. Neue Finanzierungsmodelle sollen helfen, passende Aufbereitungstechnik dennoch einsetzen zu können.

 Weitere Informationen gibt es auf: www.binder-co.com/de/