Ein Mann in einer grauen traditionellen Jacke und einer grünen Krawatte, der vor einer Holzwand lächelt.
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Landwirtschaft und Klimakrise

Landwirtschaft und Klimakrise: Das Schlimmste wäre eine starke Abhängigkeit von Lebensmittelimporten

Spätestens seit heuer ist jedem von uns klar: Der Klimawandel ist keine abstrakte Bedrohung mehr, sondern längst Realität. Von der Rekordhitze und der extremen Trockenheit sind so gut wie alle landwirtschaftlichen Kulturen betroffen: Die Apfelernte ist um 35 Prozent geschrumpft, bei Gemüse und Käferbohnen gibt es hohe Ertragsausfälle, die Kürbis- und Maisernte ist deutlich unterdurchschnittlich.  Besonders traurig war der Anblick von Wiesen und Weiden, die zu einem erheblichen Teil verdorrt sind. Für Rinder, Schafe, Ziegen, Pferde, Farmwild und Alpakas fehlte dadurch ein beträchtlicher Teil des Futters. Immer wieder mussten die Bauern Wasser auf die Almen transportieren, um die Tiere zu versorgen. Teilweise sahen sie sich gezwungen, Tiere vorzeitig zu verkaufen. Das drückte die Preise und machte künftige Erträge zunichte.

Die Landwirtschaftskammer hat gemeinsam mit den steirischen Maschinenringen frühzeitig eine schlagkräftige Futtervermittlung auf die Beine gestellt, um die Versorgung der Tiere mit Heu und Silage sicherzustellen. Etwa 150.000 Tonnen Futter – das entspricht 6.000 Lkw-Zügen – werden heuer und Anfang nächsten Jahres von Bauer zu Bauer transportiert. Doch der Futterzukauf kostet viel Geld. Den geschädigten steirischen Tierhaltern entstehen allein dadurch Mehrkosten von 67 Millionen Euro – pro Milchkuh bedeutet das eine Zusatzbelastung von rund 300 Euro..

Der vom Menschen gemachte Klimawandel bringt viele bäuerliche Betrieb an ihre Belastungsgrenze. Genau deshalb ist das von der Bundesregierung geschnürte Dürrepaket sehr wertvoll: Es trägt dazu bei, die enormen Schäden in dieser außergewöhnlichen Situation abzumildern. Österreich ist sogar das einzige Land in ganz Europa, das seinen Bauern eine Dürreunterstützung bietet.

Sehr viel zur Anpassung an den Klimawandel passiert seit vielen Jahren direkt auf den Bauernhöfen. Praxistaugliche Erkenntnisse aus Forschung und Praxisversuchen des Landes Steiermark sowie der Landwirtschaftskammer kommen durch die Beratungsexperten der Kammer direkt zu den Bäuerinnen und Bauern. Die Stichwörter: klimafitter Ackerbau, klimafitte Grünlandwirtschaft und klimafitte Forstwirtschaft. Hitze- und trockenheitstolerantere Sorten, Pflanzen und Gräser sind in der Pflanzenzüchtung im Fokus. Durch spezielle Bodenbearbeitung und Humusvermehrung gelingt es zudem immer mehr Ackerbauern, mehr Wasser auf den Flächen zu speichern. Und die Waldbewirtschafter pflanzen in ihren Wäldern bereits heute Baumarten, die den künftig häufiger auftretenden Stürmen und Borkenkäferplagen besser standhalten können.

Das zeigt: Die Bäuerinnen und Bauern unternehmen besonders viel, um die Bevölkerung zuverlässig mit heimischen Lebensmitteln und dem Rohstoff Holz zu versorgen. Das Schlimmste für unser Land wäre nämlich eine starke Abhängigkeit von Lebensmittelimporten. Ein solches fatales Sicherheitsrisiko muss unbedingt vermieden werden. Jeder von uns kann dazu einen Beitrag leisten, indem wir beim Einkauf zu rot-weiß-roten Produkten greifen und so unsere Bäuerinnen und Bauern unterstützen. Damit sichern wir die regionale Versorgung mit Lebensmitteln. 

Ein Mann in einer grauen traditionellen Jacke und einer grünen Krawatte, der vor einer Holzwand lächelt.

Andreas Steinegger
Präsident Landwirtschaftskammer Steiermark

Foto: beigestellt

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