Der Grazer Innenhof von J22 bewahrt Geschichte und schreibt ein neues Kapitel
Ein exklusiver Medientermin offenbarte heute das Ergebnis monatelanger Arbeiten: Mitten im Grazer Bezirk Jakomini erwacht ein Innenhof nach 25 Jahren ohne Nutzung wieder zum Leben. Schreiner Capital GmbH hat den über 100 m² großen Hof der Jakoministraße 22 saniert und neu gestaltet – im Bestand eines Hauses, in dem seit 1876 durchgehend gearbeitet wird. Heute gehört der von der Straße nicht einsehbare Hof zum Private Members Club J22 und bringt Unternehmerinnen und Unternehmer zum hochwertigen Austausch zusammen. An einem Ort, an dem viel Geschichte – Grazer Unternehmensgschichte – geschrieben wurde.
„Abriss wäre die einfachere Rechnung gewesen. Aber ein Haus, in dem seit 150 Jahren gearbeitet wird, reißt man nicht ab – man gibt ihm die nächste Aufgabe“, so Hannes Schreiner, Geschäftsführer von Schreiner Capital und Initiator des Clubs J22.
Tradition mit Moderne verbindet auch das neue 17 m² große Wandbild im Innenhof, gestaltet vom steirischen Künstler Daniel Josef Maier. Auf 5,50 × 3,10 Metern sitzen zehn Figuren an einer Tafel. Hinter ihnen erheben sich Schlossberg und Uhrturm, die Bildsprache lehnt sich an Renaissance- und Freskenmalerei an. Jede Figur verkörpert einen Wert des Clubs. „Mir war wichtig, die Werte nicht einfach als Begriffe an die Wand zu schreiben oder eins zu eins zu illustrieren. Sie sollten zu Charakteren werden. Erst durch die verschiedenen Persönlichkeiten, ihre Körpersprache und ihre Beziehung zueinander entsteht die eigentliche Geschichte des Bildes“, erklärt Daniel Josef Maier.
Die Geschichte des Gebäudes aufgearbeitet hat der Grazer Historiker Mathias Egger. Ab dem Jahr 1876 lässt sich dort lückenlos Gewerbe in breiter Palette nachweisen – Lederhändler, Zuckerbäcker, Kaffeeschank, Schneider, Delikatessenhandel, Friseure, Tapezierer und Designatelier und ein Gasthaus waren hier ansässig.
Den Innenhof zu erhalten ist für Schreiner Capital Ausdruck einer Haltung. Gleichzeitig ein Thema, das ganz Graz betrifft. „Viele unserer wunderbaren Grazer Innenhöfe liegen brach, sind verstellt oder ungenutzt. Graz hat im Zentrum einen Schatz, den kaum jemand sieht. Dass so wenige davon genutzt werden, ist sehr schade“, so Schreiner. „Wer so einen Hof herrichtet und ihm eine Nutzung gibt, schafft einen Ort für die ganze Stadt. Darüber lohnt es sich nachzudenken.“
Foto beigestellt: Hartinger Consulting
