Ein Mann mit Glatze, der ein hellgestreiftes Hemd und einen strukturierten Blazer trägt, lehnt an einer Holzwand und lächelt warm in einem sanft beleuchteten, modernen Innenraum.
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Hightech aus Holz

Josef Stoppacher, Obmann der Fachgruppe der steirischen Holzindustrie und Geschäftsführer der Weitzer Group, über Booster für die Holzforschung und die Möglichkeiten, die sich damit auftun – und welche Rolle Frauen dabei spielen.

Welche Zukunft hat der Werkstoff Holz?

Josef Stoppacher: Holz ist neben Stein das älteste Material, das Menschen verwenden. Lange Zeit war es ein günstig verfügbarer Rohstoff. Forschung im großen Stil, wie etwa in der Stahlindustrie, gab es lange sehr gering im Verhältnis zur Bedeutung des Holzes. Doch mit der Bedeutung der Nachhaltigkeit und dem steigenden Druck auf Ressourcen ist Holz heute im Zentrum einer völlig neuen Aufmerksamkeit.

Welche Rolle spielt die Steiermark dabei?

Eine große. 62 Prozent der Landesfläche sind mit Wald bedeckt, das ist ein enormes Potenzial. In Europa wächst mehr Wald nach, als wir nutzen. Österreich ist mit großen Konzernen, aber auch vielen kleinen Familienbetrieben eine wahre „Holzmacht“. Der Export geht in die ganze Welt. Wir haben Institutionen wie die Universitäten und Joanneum Research – viele Innovationen im konstruktiven Holzbau, wie Brettsperrholz, stammen von hier. Mit dem europaweit einzigartigen Wood Vision Lab, das in Weiz gerade entsteht, wollen wir einen Kosmos von der Grundlagenforschung über Start-ups bis hin zu marktreifen Produkten im Holzleichtbau beispielsweise in der Mobilität schaffen. Heimisches Holz soll in Bereichen eingesetzt werden, die heute noch kaum erschlossen sind.

Welche Zukunftsfelder tun sich mit dieser Holzforschung auf – auch für Frauen?

Jedes Material hat seine Berechtigung, wir wollen Holz aber noch viel stärker nutzen – etwa in der Automobilindustrie, im Maschinen- oder im Maschinen-Anlagenbau. Zukunftsfelder tun sich auf, wo Gewicht, Stabilität und CO2-Bilanz, aber auch kurze Lieferketten entscheidend sind. Holzverbundstoffe können Bauteile ersetzen, die bisher aus Stahl oder Aluminium gefertigt wurden. Wir müssen Holz als Hightech-Branche bekannter machen. Das ist auch für Frauen ein extrem spannendes Arbeitsfeld mit vielfältigen Arbeitsmodellen. Es geht um eine hochmoderne Industrie, die international konkurrenzfähig ist.

Wie ist die Stimmung in der Branche?

Durchwachsen. Große Konzerne sind stabil, kleine Familienbetriebe kämpfen. Wir brauchen Kooperationen, Durchhaltevermögen, Know-how, aber auch bessere Rahmenbedingungen – und den Mut, andere Wege zu gehen. Darin steckt enormes Potenzial, gerade auch für Frauen in der Forschung. Es braucht Sichtbarkeit auf vielen Ebenen und Anerkennung für Leistungen – wie den SPIRIT-Award for WOMEN in SCIENCE, den wir unterstützen.

Was motiviert Sie persönlich, diesen Weg konsequent weiterzugehen?

Wir könnten uns angesichts der aktuellen Lage zurücklehnen und jammern – oder wir gestalten aktiv. Mit unserem Team haben wir uns für Letzteres entschieden. Unsere Reise, Holz als nachhaltigen Leichtbaustoff in der Mobilität voranzutreiben, läuft seit rund zehn Jahren – jetzt stehen wir an der Schwelle, wirklich in industrielle Maßstäbe vorzudringen. Viele Betriebe haben es derzeit nicht leicht – vor allem kleine bis mittelständige Familienbetriebe. Aber mit Konsequenz, Mut zu Neuem und Durchhaltevermögen wird auch diese Phase vorbeigehen. Der zukunftsträchtige Rohstoff Holz ist hierfür die beste Basis.

Die steirische Holzindustrie

  • 220 aktive Unternehmen: Klassische Sägewerke (meist familiengeführt), Großsägewerke,
    Hersteller von Fertigteilhäusern, Parkett, Fenster und Möbel
  • 95 % Klein- und Mittel­betriebe
  • 6.000 Mitarbeitende
  • Wertschöpfung: 790 Mio. Euro*
  • Fast jeder zehnte in der Steiermark erwirtschaftete Euro lässt sich mittelbar oder unmittelbar auf den Rohstoff Holz zurückführen*.

*Quelle: Econmove

holzindustrie-steiermark.at

Foto: beigestellt

Banner mit dem Text "trinkvergnügen" und "Über 450 Weine & Champagner einfach online bestellen." Rechts zeigt ein Foto zwei Gläser Rotwein auf einem Holztisch im Freien bei Sonnenuntergang.