Es gibt wohl kaum jemanden, der bei einem Porsche die Frage, ob’s denn ein wenig mehr sein darf, mit einem „Nein, danke“ beantwortet hätte. Der Macan macht da natürlich keine Ausnahme, der in zweiter Generation eine komplette technische Neuentwicklung darstellt und in allen Belangen mehr bietet als sein Vorgänger. Nur nicht bei der Umweltbilanz, die schon damit startet, dass die Produktion im Werk Leipzig CO2 neutral abläuft. Ansonsten aber heißt es: Vollgas auf allen Ebenen, wobei die gravierendsten Umwälzungen beim Antrieb stattfanden.
Leistung satt
So ist der Macan ab sofort vollelektrisch unterwegs. Vier verschiedene Antriebsoptionen stehen zur Wahl, wobei schon die Basisversion mit 360 PS mit Leistung nicht knausert. Neben dem Macan 4 mit 408 und dem Macan 4S mit 516 PS stellt der Turbo mit 639 Pferden das Topmodell dar, und das hat es wahrlich in sich. Dank 1.130 Newtonmetern Drehmoment ist der Gardesprint von null auf 100 km/h in gerade einmal 3,3 Sekunden erledigt, und Schluss ist mit dem Vortrieb erst bei 260 km/h. Zugleich können Anhänger mit bis zu zwei Tonnen Gewicht gezogen werden und auch der Stromverbrauch hält sich in angenehmen Grenzen. Der Macan 4 mit Allradantrieb zum Beispiel begnügt sich mit 17,9 kWh auf 100 Kilometern.
„Im vollelektrischen Macan erleben Sie den Beweis, dass sich die Dynamik eines Porsche und ein elektrischer Antrieb perfekt ergänzen – sportlich, mit bis zu 641 km Reichweite alltagstauglich und voller Begeisterung. Schließlich sprechen wir bei Porsche nicht von E-Mobilität, sondern von E-Performance.“
Größer, besser, geräumiger
Möglich wird das alles durch eine komplett neu entwickelte Basis. Als erstes Modell von Porsche verfügt der neue Macan über die gemeinsam mit Audi entwickelte Premium Plattform Electric (PPE), die neben typischen Porsche-Proportionen – kurze Überhänge, eine flache Motorhaube und ein knackiges Heck – auch spürbar mehr Platz im Innenraum möglich macht. Dafür sorgt zum Beispiel der um 86 Millimeter auf 2.893 mm verlängerte Radstand. Ein weiterer Vorteil des E-Antriebs: Der Macan hat deutlich an Laderaum gewonnen. Das Volumen liegt bei 540 Liter, wenn man die Rücksitzlehnen in die Cargostellung bringt. Zusätzlich aber gibt es nun auch unter der vorderen Haube ein Ladeabteil, den sogenannten Frunk. Dieser glänzt mit weiteren 84 Litern, die sich zum Beispiel zum Verstauen der Ladekabel geradezu prädestinieren. Wer die Rücksitzlehne übrigens komplett umgelegt, kommt auf ein maximales Laderaumvolumen von 1.348 Litern.
800-Volt-Technologie
Damit das Nachladen genauso schnell abläuft, wie man es sich bei einem Porsche erwartet, kommen durchwegs Permanenterregte Synchron-Elektromaschinen (PSM) sowie 800-Volt-Technologie zum Einsatz. Zur Optimierung des Wirkungsgrads kommt als Halbleitermaterial im Pulswechselrichter an der Hinterachse Siliziumkarbid statt Silizium zum Einsatz. Mit 95 nutzbaren kWh können die verbauten Traktionsbatterien dank einer DC-Ladeleistung von bis zu 270 kW in nur 21 Minuten von zehn auf 80 Prozent geladen werden. Interessant auch: An 400-Volt-Ladesäulen kann dank sogenanntem Bank-Laden die 800-Volt-Batterie quasi in zwei Batterien mit je 400 Volt geteilt werden. Damit ist effizientes Laden ohne zusätzlichen HV-Booster mit bis zu 135 kW möglich.
Fotos: Porsche
