Koffeinkick fürs Kreativquartier
Kräfte bündeln für einen neuen Leuchtturm für den Kreativ- und Start-up-Standort Graz: Hans Schaffer, Vorstandsdirektor ÖWG Wohnbau, und Eberhard Schrempf, Geschäftsführer der Creative Industries Styria, über die gemeinsame Vision eines Kreativquartiers am ehemaligen Hornig-Areal in der Grazer Waagner-Biro-Straße.
„Ein Kreativquartier sichert die Wettbewerbsfähigkeit der Stadt in zentralen Zukunftsthemen.“
„Der Designmonat Graz wirkt identitätsstiftend für das gesamte Areal.“
Schwerpunkt auf Medien, Design und Technologie
„Auch wir sehen in dem Standort seit Langem den perfekten Ort für ein Kreativquartier“, bestätigt CISGeschäftsführer Eberhard Schrempf, der auch bereits ein Grundkonzept erstellte. „Spätestens mit Start der Koralmbahn bzw. mit Finalisierung des Semmeringtunnels ist der Standort in seiner Erreichbarkeit einzigartig“, so Schrempf, der großes Potenzial für eine neue starke Achse rund um den Science-Tower und die List-Halle sieht. „Ein Kreativquartier mit Schwerpunkt auf Medien, Design und Technologie würde darüber hinaus als Leuchtturm weit über Graz hinaus strahlen und die Wettbewerbsfähigkeit der Stadt in zentralen Zukunftsthemen sichern“, so Schrempf über einen Ort, an dem künftig Design, Ausbildung, Innovation, Handwerk und Start-ups synergetisch ineinandergreifen sollen. „Im Kreativquartier angesiedelt wären Werkstätten, Labors und Projekträume – der ideale Ort für die Design- und Medienstudiengänge der FH Joanneum.“ Ebenso vorgesehen: Raum für Büros und Ateliers, für FabLabs und Makerspaces, für Co-Working-Plätze für Start-ups und vieles mehr. „Kurzum: ein echter Hub für Design- und Medienkompetenz, an dem sich Wirtschaft und Kreativwirtschaft begegnen und viel Neues entstehen kann. Es liegen auch bereits mehrere Letter of Interest von potenziellen Mietern vor“, bestätigt er. Auch das Thema Handwerk und urbane Produktion spielt in den Plänen eine wichtige Rolle. „Damit würde die künftige Nutzung auch an die industrielle Geschichte der Halle anschließen“, so Schrempf, der das Beispiel des „Center Rog“ in Ljubljana als Best Practice zitiert. „Dort wurde eine ehemalige Fahrradfabrik in der Stadt in ein Zentrum für Design & Handwerk verwandelt. Andere zeigen also vor, was möglich ist, wenn man von einer Vision überzeugt ist.“
Kiubo in der Nachbarschaft
Nationale und internationale Vorbilder inspirieren auch Hans Schaffer. „Als gelungenes Beispiel sehe ich die Tabakfabrik in Linz, die dem gesamten Start-upund Wirtschaftsstandort Linz enorme Aufmerksamkeit gebracht hat“, so Schaffer, der mit dem Projekt in der Waagner-Biro-Straße auch die Vorreiterrolle von ÖWG Wohnbau in Sachen Innovationkraft festigen möchte. In seiner 75-jährigen Geschichte kann das Unternehmen auf wegweisende Projekte zurückblicken – darunter das Rondo in Graz, Heimstätte der CIS. Ein internationales Vorzeigeprojekt, ausgezeichnet mit dem renommierten „FIABCI World Prix d‘Excellence Award“ steht sinnigerweise direkt gegenüber der Eberhardt-Halle in der Starhemberggasse: Kiubo, das weltweit erste realisierte Projekt für modularen Wohnbau, umgesetzt von Kulmer Bau. Schaffer: „Kiubo erlaubt, dass eine Wohnung mit den Bedürfnissen der Mieter mitwächst. Modulare Wohnungseinheiten lassen sich flexibel miteinander kombinieren – vergrößern oder verkleinern, oder auch in andere Städte transferieren.“ Kreativität, die buchstäblich alle Lebensbereiche durchdringt.
In Kooperation mit Creative Industries Styria
Fotos: Jorj Konstantinov, Mirjam Raneburger, ÖWG Wohnbau
