Eine Frau mit schulterlangem braunem Haar geht selbstbewusst auf einer Metallbrücke, trägt einen schwarzen Rollkragenpullover, einen schwarzen Lederrock und schwarze kniehohe Stiefel. Im Hintergrund sind geometrische Metallträger zu sehen.
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Konsequent an Ideen glauben

Ecopreneurship nimmt in der Obersteiermark Fahrt auf: Die Green Startupmark und das Green Startup Center Leoben machen eine neue Gründergeneration fit, ihre grünen Ideen in nachhaltige Projekte zu verwandeln. Drei Unternehmen sind auf diese Weise bereits entstanden. Mit dem Green Incubator samt Prototypenwerkstatt werden die Möglichkeiten ab 2027 weiter ausgebaut.

Die Herausforderungen des Klimawandels sind spürbar – aber auch die Chancen, die sich daraus ergeben. Die von Stahl und Hochtechnologie geprägte Obersteiermark ist in ihrer Wertschöpfung der zweitstärkste Wirtschaftsraum Österreichs und damit eine Region mit hoher CO₂-Reduktionsrelevanz. Mit ihren Hochschul- und Industriestandorten bietet sie zugleich großes Potenzial für Start-ups und technologische Innovationen im Sinne des European Green Deals, mit dem die Europäische Union Europa bis 2050 ja zum ersten klimaneutralen Kontinent machen will.

Ein modernisiertes weißes Gebäude mit roten Dachziegeln und großen schwarz getäfelten Abschnitten, mit einem verglasten Erdgeschoss mit sichtbaren Sitzbereichen, unter einem klaren blauen Himmel. Rechts unten ist die Frontpartie eines Autos zu sehen.
Green Incubator Leoben: Die Montanuniversität Leoben und das Zentrum für angewandte Technologie setzen mit der Fertigstellung 2027 neue Maßstäbe für nachhaltige Gründungsinitiativen.

Das Green Startup Center Leoben begleitet eine neue Generation von Gründerinnen und Gründern dabei, ihre Ideen in nachhaltige Unternehmen zu verwandeln. Mit dem Programm Ecopreneurs als Teil der sogenannten Startup Combo richtet man sich an Studierende, Forschende und Gründungsinteressierte ab 18 Jahren. „Unser Ziel ist es, dabei zu helfen, für eine grüne Idee einen soliden Businessplan zu entwickeln und damit den Grundstein für ein erfolgreiches Unternehmen zu legen“, betont Angelika Hierzer-Königsberger, Projektleiterin des Green Startup Centers im Zentrum für Angewandte Technologie in Leoben.

Innovationsökosystem

Dieses Ecopreneur-Programm, finanziert durch den Just Transition Fund der Europäischen Union, ist eingebettet in die Initiative Green Startupmark, die gezielt grüne Gründungsvorhaben in der Obersteiermark und darüber hinaus fördert. „Mit der Green Startupmark schaffen wir bis 2028 ein lebendiges Innovationsökosystem, das die grüne Transformation in der Obersteiermark entscheidend vorantreibt und die Steiermark als attraktiven Start-up-Standort für grüne Technologien stärkt“, unterstreicht Katharina Menzel, Projektmanagerin Standortentwicklung & Standortmanagement bei der Steirischen Wirtschaftsförderung. Die SFG hat das Projekt leitend initiiert. Rund sechs Millionen Euro fließen dafür in die Obersteiermark, grüne Start-ups werden beim Wachstum und regionale Betriebe bei ihrer grünen Transformation unterstützt. Wer die Jury mit seiner Unternehmensidee im Sinne des Green Deals überzeugt, erhält im Green Startup Center Leoben Zugang zu einem strukturierten Entwicklungsprozess: Coachings, Workshops und individuelles Mentoring begleiten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Ecopreneur-Programms Schritt für Schritt. Innerhalb von sechs Monaten erstellen sie in diesem Rahmen einen fundierten Businessplan, der dann bei einer Pitchingsession von Experten bewertet wird. Die besten Konzepte erhalten eine Prämie von 3.500 Euro.

Neun Personen stehen in einem Innenraum zusammen und lächeln in die Kamera vor einem Bildschirm mit der Aufschrift "Green Startup Night" und einer Glühbirnengrafik. Die Umgebung scheint eine professionelle Veranstaltung oder Konferenz zu sein.
Im Rahmen der Green Startup Night wetteifern die Teams des Ecopreneur-Programms bei einer Pitchingsession um die Prämien für die besten Businesspläne.

Meilenstein

Zwischen Idee und Umsetzung liegen freilich entscheidende Schritte, die bedacht werden müssen. Gibt es überhaupt den Markt für ein Produkt, besteht eine ähnliche Lösung bereits, wer sind die zukünftigen Kunden? Genügt es, den österreichischen Markt anzusprechen, ist der gesamte DACH-Raum oder sogar ein internationaler Markt interessant? Auch der Blick auf den Wettbewerb ist unverzichtbar, denn kein Unternehmen agiert im luftleeren Raum. Eine Unternehmensgründung ist ein Zusammenspiel aus Motivation, Marktkenntnis, einem starken Netzwerk und solider Finanzplanung. In der späteren Preseed-Phase samt Gründerschule kann die geförderte Reise als Green Incubee weitergehen, können Vernetzung verstärkt, Partnerschaften aufgebaut, Beratungsleistungen fortgeführt werden.

Eine Frau mit schulterlangem Haar, schwarzem Rollkragenpullover, schwarzem Lederrock und schwarzen kniehohen Stiefeln geht selbstbewusst über eine moderne Fußgängerbrücke aus Metall mit geometrischen Balken.

Begleitet Gründungswillige in der Obersteiermark auf dem Weg zum Ecopreneur: Angelika Hierzer-Königsberger, Projektleiterin des Green Startup Centers im Zentrum für Angewandte Technologie in Leoben

Ein aktueller Meilenstein wirft seine Schatten voraus: Der Green Incubator wird bis Sommer 2027 fertiggestellt. Das Gebäude am Campus der Montanuniversität Leoben, welches das Zentrum für Angewandte Technologie beherbergt, wird umfassend saniert. Als zentraler Treffpunkt für Gründerinnen und Gründer wird der Green Incubator künftig auch eine Prototypenwerkstatt mit 3D-Druckern, Werkbänke und weiteren Hightech-Tools beherbergen. Damit entsteht ein Ort, an dem Ideen nicht nur am Papier reifen, sondern auch gleich Gestalt annehmen können. „Wir wollen noch mehr Raum dafür schaffen, damit junge Ecopreneurs experimentieren, lernen und sich vernetzen können“, sagt Hierzer-Königsberger. Dass die Bemühungen fruchten, zeigt die Vielfalt an Teams, die seit dem Start 2023 bereits begleitet wurden. Vielfach sind es Männer, aber der Anteil an Frauen nimmt sukzessive zu. Auch für internationale Studierende werden Angebote adaptiert und attraktiviert.

Von Drohnen bis Wärmetauscher

Im Falle von Daniel Schacher war die Skepsis des Umfelds anfangs groß, die Notfallmedizin mithilfe von Drohnen zu revolutionieren. Heute entwickelt er in seinem Unternehmen Lufttransportlösungen, um Medikamente schneller und effizienter zu transportieren und Versorgungslücken – insbesondere in ländlichen Regionen – zu schließen. Ein Erfolgsbeispiel ist auch das Projekt Heat Exchange von Philipp Bendel, dass die Effizienz und Leistung von Doppelrohrwärmetauschern verbessert. Seine innovative Entwicklung ermöglicht es, die Verweilzeit des Mediums im Rohr zu erhöhen und so die Erwärmungsdauer zu verlängern. Potenzial hat diese Innovation für Branchen von der Lebensmittel- über die Pharma- und Abwasserindustrie bis hin zu Blockheizkraftwerken. An weiteren Projekten mangelt es nicht. PolyDecypher schafft eine Brücke zwischen Polymerwissenschaft und Data Science, indem das Potenzial vorhandener Standardmessdaten für die Kunststoffbranche besser ausgeschöpft wird. Cairos zielt darauf ab, künstliches erneuerbares Gas kosteneffizienter als fossiles Erdgas herzustellen. Energy Alps bietet ein innovatives Energiespeichersystem auf der Basis natürlicher geologischer Erhöhungen: Es nutzt die Schwerkraft, um Energie zu speichern und bei Bedarf ins Stromnetz einzuspeisen. AMPlify Expertise ist ein auf die Bereiche Kunststofftechnik und Additive Fertigung spezialisiertes R&D Dienstleistungsunternehmen: „Know-how Leasing“ kombiniert Wissenstransfer und das Zur-Verfügung-Stellen von flexiblen Personalressourcen im Hochkompetenz-Bereich.

Neugründungen sind kein Selbstläufer, doch für die Belebung einer Region essenziell. Das Green Startup Center Leoben macht deutlich: Die Transformation hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft ist nicht nur ein politisches Ziel, sondern ein unternehmerisches Abenteuer, das vor allem eines braucht: mutige Menschen mit grünen Ideen.

Auf dem Weg zum Ecopreneur

Das Projekt Green Startupmark wurde leitend von der Steirischen Wirtschaftsförderung SFG initiiert. Die operative Umsetzung erfolgt durch die Projektpartner FH JOANNEUM mit dem Kapfenberger Accelerator & Inkubator for Green IT (Green KAIT Kapfenberg), Montanuniversität Leoben, Zentrum für Angewandte Technologie Leoben (ZAT Leoben) und Green Tech Valley Cluster.

  • Green Incubator: Kreativer Arbeitsraum und Innovationshub am Campus der Montanuni Leoben
  • Startup Combo: Förderung von Schüler-, Studierenden- und Forschungsprojekten mit grüner Businessplan-Entwicklung und Stipendien; Mentoring und verschiedene Workshops
  • Green Incubees: Betreuung von Gründerinnen und Gründern in der Vorgründungsphase inklusive geförderten Beratungsleistungen sowie Experten- und Mentorennetzwerk.
  • Beratungssupport: Geförderte Beratungsleistungen für grüne Start-ups und regionale Unternehmen zu grünem Wachstum, Corporate-Start-up-
    Programme oder Start-up-Gründungen.
  • Green Startup Support: Bewusstseinsbildung, Weiterbildungen und Netzwerkveranstaltungen zur Stärkung des grünen Start-up-
    Ökosystems.

www.zat-leoben.at

Eine Reihe von Logos für verschiedene Organisationen, darunter Green KAT, Green Tech Valley, FH Joanneum, Startup Werk, SFG, Das Land Steiermark und die Europäische Union.

In Kooperation mit Zentrum für Angewandte Technologie Leoben GmbH
Fotos: Oliver Wolf, ZAT Leoben

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