Eine Person, die auf einem Laptop mit einem Stylus virtuelle Finanzdiagramme analysiert, umgeben von Charts und Sonnenlicht, das durch ein Fenster fällt.
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Steirische Banken im KMU-Check

Ihre Meinung zählt: Was braucht die Bank von morgen? – Banken auf dem Prüfstand: Wie zufrieden sind steirische Unternehmen mit ihrer Hausbank? Wie bewerten sie die Service- und Beratungsqualität? „SPIRIT of Styria“ startet die erste großangelegte Studie über die Zufriedenheit heimischer KMU mit ihren Bankpartnern in der Steiermark – in Kooperation mit dem Institut Bank- und Versicherungswirtschaft an der FH JOANNEUM. Teilnahme ab jetzt! Alle Ergebnisse präsentieren wir in unserer September-Ausgabe.

Wie kurzfristig ist mein Bankbetreuer bei dringenden Anliegen erreichbar? Wie rasch fallen Kreditentscheidungen? Wie gut unterstützen Banken steirische Unternehmen wirklich? Antworten liefert eine aktuelle Studie von „SPIRIT of Styria“ und der FH JOANNEUM, die bislang einzige repräsentative Untersuchung zu Banken aus Sicht der steirischen Wirtschaft.

Ihre Einschätzung, bitte!

Unternehmerinnen und Unternehmer in der Steiermark sind gefragt. Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit! Die Befragung ist anonym, dauert nur wenige Minuten und liefert wertvolle Erkenntnisse für Banken – sowie einen Mehrwert für die heimische KMU-Landschaft. Im Fokus der Befragung stehen zehn zentrale Themenfelder mit insgesamt 48 Fragen – von der Finanzierung über Service und Beratung bis zu digitalen Leistungen und KI-Diensten. Gesucht sind Ihre ehrlichen Einschätzungen und Erwartungen. Das Ziel: Die Ergebnisse schaffen Orientierung und liefern konkrete Impulse für künftig noch bessere Angebote für heimische Unternehmen.

Ergebnisse im September-Heft

Studien-Designer Michael Murg, Leiter des Instituts Bank- und Versicherungswirtschaft an der FH JOANNEUM: „Für die Studie steht unserem Institut eine umfassende Datenbank mit knapp 22.000 Unternehmensadressen zur Verfügung.“ Erhebungszeitraum ist Juli/August 2026. Die Ergebnisse werden in der September-Ausgabe von „SPIRIT of Styria“ veröffentlicht. Methodisch stützt sich der Fragebogen auf eine Kombination etablierter Erhebungsstandards, allesamt erprobte Modelle aus der Marktforschung (siehe Info-Box).

Studie: Zufriedenheit steirischer KMU mit ihren Banken

Die Studie erhebt systematisch, wie zufrieden steirische Unternehmen mit ihren Bankpartnern sind, welchen Bedarf sie an Bankdienstleistungen haben und welches Potenzial sie in datenbasierten Mehrwertdiensten sehen.

*Methodisch stützt sich der Fragebogen auf etablierte Konstrukte der Service-Quality- und Loyalty-Forschung (SERVQUAL, Net Promoter Score, Customer Effort Score, Switching Intent), auf die Referenzfragen der ECB-SAFE-Erhebung zum Finanzierungszugang von Unternehmen sowie auf den UTAUT2-Rahmen zur Akzeptanz neuer technologiegestützter Dienste.

Ein Mann im Anzug sitzt an einem Schreibtisch vor einer Tafel, auf der finanzbezogene Zeichnungen zu sehen sind und das Wort „FINANCE“ in großen Buchstaben steht.
Michael Murg, Leiter des Instituts Bank- und Versicherungswirtschaft an der FH JOANNEUM

Eine Studie, die die Zufriedenheit von KMU mit ihren Banken erhebt. Ihre Erwartungen?

Murg: Als Wissenschafter ist man immer neutral – und daher auch frei von Erwartungen. Aber wir freuen uns auf aussagekräftige Ergebnisse ohne Bias (Anm: Verzerrungen). Die Stichprobengröße und die Methodik liefern dafür eine gute Grundlage. Wir machen immer wieder Studien im Finanzbereich, aber zum ersten Mal eine Zufriedenheitsanalyse dieser Art.

Der für Sie spannendste Aspekt in der Befragung?

Grundsätzlich finde ich alle Fragen spannend. Was mich besonders interessiert, sind die Unterschiede in den einzelnen Gruppen – also inwieweit sind die Ergebnisse abhängig von der Unternehmensgröße, der Branche, der Höhe des Exportanteils etc. Eine inhaltliche Besonderheit sind Fragen, die den Bedarf steirischer Unternehmen an KI- und datenbasierten Bankdiensten erfassen – etwa Cashflow-Forecasting, Bonitätsinformationen zu Geschäftspartnern oder automatisiertes ESG-Reporting. Und dann natürlich: Wie fällt die grundsätzliche Wahrnehmung der Unternehmerschaft mit Blick auf die Banken aus? Sind KMU gegenüber ihren Bankpartnern überwiegend positiv eingestellt bzw. wo liegen Optimierungspotenziale aus Kundensicht?

Wie schätzen Sie die Grundstimmung der Unternehmerschaft gegenüber Banken aus Ihrer Erfahrung ein?

Ich bin beruflich häufig bei Bankveranstaltungen und sehe dort meist auch zahlreiche Kundinnen und Kunden, die der Einladung folgen. Ich denke, diese kommen nicht alle des Buffets wegen (lacht) – daher denke ich, die Grundstimmung ist durchaus positiv. Die Banken haben in den vergangenen Jahren im Bereich Digitalisierung viel dazugelernt und versuchen, ihren Kunden wirklich einen Mehrwert zu bieten – nach dem Motto: Digitalisierung unterstützt den Menschen, aber ersetzt ihn nicht. Digitalisierungstools sollen Mitarbeiter in die Lage versetzen, effizienter zu arbeiten und damit eine höhere Dienstleistungsqualität zu erzielen.

„Wir machen immer wieder Studien im Finanzbereich, aber zum ersten Mal eine Zufriedenheitsanalyse dieser Art. Umso gespannter sind wir auf die Ergebnisse.“

Michael Murg
Leiter Institut Bank- und Versicherungswirtschaft FH JOANNEUM

Welchen Einfluss hat hier die Unternehmensgröße?

Klar ist: Für kleinere Unternehmen ist der persönliche Ansprechpartner noch wichtiger als für Großbetriebe. Dort gibt es ja meist viel Finanzkompetenz im eigenen Haus und der Bedarf an Beratungen ist geringer als bei kleinen Unternehmen. KMU brauchen einfach viel Beratung – gleichzeitig wechseln die Berater auf Bankenseite häufig, da es aus unterschiedlichen Gründen eine relativ hohe Beraterfluktuation gibt. Daher wünschen sich viele KMU einen möglichst gleichbleibenden Ansprechpartner, der den Betrieb gut kennt – eine Voraussetzung für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Das ist ein Punkt, der in unseren Befragungen immer wieder genannt wird.

Wie haben sich Bankdienstleistungen für Unternehmen in den vergangenen zehn Jahren verändert? Evolutionär oder revolutionär?

Revolutionär kann man nicht sagen, aber die Digitalisierung ist natürlich ein treibender Faktor. Die Banken versuchen, effizienter zu werden und Kosten zu sparen – damit wandern viele Standard-Dienstleistungen in den digitalen Raum. Nicht nur für Kommerzkunden, sondern vor allem auch im Retail-Bereich. Das ist durchaus im Sinne der Kunden. Eine Studie bestätigt, dass Unternehmen 85% aller Dienstleistungen digital erledigen wollen. Das Analoge beschränkt sich auf Beratungsgespräche – rund um Themen wie Förderungen, Kreditaufnahmen, Import- und Exportfinanzierungen, Absicherung von Rohstoffpreisen, Währungskäufen oder ESG-Themen.

Wo sind die Grenzen der Digitalisierung von Bankdienstleistungen?

Persönliche Beziehungen sind gerade im Banking enorm wichtig, um eine Vertrauensbasis aufzubauen. Persönliche Beratungen liegen auch im ureigensten Interesse einer Bank. Ein digitales Produkt lässt sich schnell ersetzen, aber nicht die persönliche Beziehung zwischen Bankberater und Kunde. Gleichzeitig können Beratungsgespräche zunehmend als Video-Call durchgeführt werden. Das haben wir spätestens seit Corona gelernt. Ein Unternehmer aus der Region muss für ein Gespräch heute nicht unbedingt in die Grazer Großkundenfiliale fahren. Wenn es aber um eine größere Investition geht, wird man den Weg auf sich nehmen. Das gesamte Dokumentenmanagement bei Anträgen und Formularen ist aber längst vollständig digitalisiert.

ZUR PERSON
Ein Mann in einem blauen Blazer und einem weißen Hemd steht lächelnd im Freien, eine Hand in der Hosentasche und einen Arm auf einem Metallzaun abgestützt.

Michael Murg

  • Leiter des Instituts Bank- und Versicherungswirtschaft an der FH JOANNEUM
  • Ausbildung: Nach dem Studium Bank- und Versicherungswirtschaft an der FH JOANNEUM Promotion am Institut für Finanzwirtschaft der Karl-Franzens-Universität Graz und Absolvierung eines Masters in General Management (MBA).
  • Mehr als fünfzehnjährige Berufserfahrung in der Finanzwirtschaft als Consultant für Kapitalmanagement und Corporate Finance, Forschungs- und Lehrtätigkeit am Institut für Finanzwirtschaft, lizensierter Börsenhändler (XETRA) für klassische Finanzinstrumente (Kassamarkt) und Derivate (Terminmarkt).
  • Gerichtlich beeideter Sachverständiger mit Schwerpunkt auf bank-, versicherungs- und finanzwirtschaftliche und kapitalmarktnahe Fragestellungen inkl. Kryptowährungen.
  • Zudem ist Murg Co-Founder der FinTech Startups Savity, Brickwise und hi Sophia.
  • Aktuelle Forschungsschwerpunkte: Digitalisierung von Geschäftsmodellen der Finanz-, Bank-, und Versicherungswirtschaft, Internationale Finanzmärkte, Derivative Finanzprodukte, Krypto & Digital Assets, Wertermittlung von Versicherungsbeständen für Betriebsübergaben.

Welche Rolle spielt hier der Einsatz von KI?

Der Einsatz von KI-Tools beschränkt sich heute im Wesentlichen noch auf die Verwendung von Chatbots in der Kundenkommunikation. Die meisten Banken testen aber gerade Piloten in unterschiedlichen Bereichen. Allerdings wird der KI-Einsatz durch EU-Verordnungen wie DORA oder den AI Act stark reguliert. Rein technologisch könnten auch Kreditentscheidungen heute bereits von KI-Modellen getroffen werden. Das notwendige Kriterium: Jede Entscheidung einer KI muss nachvollziehbar sein. Ich bin überzeugt, dass viele Banken künftig vermehrt KI-Anwendungen und datenbasierte Mehrwertdienste einsetzen werden – manche tun dies bereits, einiges ist in Entwicklung. Beispiele für solche Tools sind etwa ein Cashflow-Forecasting, eine Liquiditätsplanung oder Bonitätsauskünfte über Kundinnen und Kunden. Dienstleistungen, die insbesondere für KMU interessant sind.

Wie wirkt sich die zunehmende Regulatorik auf Bankdienstleistungen aus?

Am Ende des Tages bedeutet jede Regulatorik immer einen gewissen Aufwand und damit Kosten. Neue Dokumentations- und Berichtspflichten verursachen zumeist auch Personalbedarf. Gleichzeitig muss man sagen: Regulatorien haben in der Regel einen Hintergrund. Es wurde noch nie eine Maßnahme erfunden, ohne dass es einen Anlassfall gegeben hätte. Ein herausforderndes Thema für viele Betriebe sind die ESG-Regeln – noch ist unklar, ob die angekündigte Omnibus-Verordnung hier für KMU im Bankbereich wirklich eine Erleichterung bringt.

Weitere Trends, die die Kundenbeziehung von Banken beeinflussen?

Das Aufkommen von Neo-Banken und FinTechs – digitale Geschäftsbanken drängen vermehrt in den Unternehmensmarkt. Dabei treffen sie auf eine junge Unternehmergeneration, die für das Thema Self-Service viel aufgeschlossener ist als die ältere Generation und damit die Dienste von FinTechs bereitwillig nutzt. Zudem bieten diese oft Zusatzdienstleistungen, wie ein integriertes Rechnungswesen oder integrierte Zahlungsdienstleistungsanbindungen für Web-Shops. Damit sind Neo-Banken gerade für Unternehmen der New Economy sehr attraktiv.

JETZT TEILNEHMEN!

Ihre Einschätzung ist gefragt.

  • Für Unternehmen in der Steiermark
  • Dauer: 7-9 Minuten
  • Teilnahme bis 15. August möglich
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Fotos: iStock, Oliver Wolf