Vorsorgen ohne Tabus
Männer, aufgepasst! Aktiv vorsorgen statt die eigene Gesundheit dem Zufall überlassen, lautet die Devise. „SPIRIT of Styria“ und die Wiener Städtische Versicherung laden am 3. November zum Themenabend „MÄNNER.GESUNDHEIT.VORSORGE“. Anmelden, hinkommen – und schlauer heimgehen.
Untersuchungen werden gerne aufgeschoben, Symptome lieber ignoriert, Gespräche über körperliches und seelisches Wohlbefinden nach Möglichkeit vermieden: Wenn es um die eigene Gesundheit geht, zeigen Männer oft Zurückhaltung. Trotz steigender Sensibilisierung für das Thema nehmen nur knapp 12 Prozent von ihnen Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch. Hannes Schreiner, Herausgeber von SPIRIT of Styria, lädt daher gemeinsam mit der Wiener Städtischen Versicherung am 3. November zum Themenabend „MÄNNER.GESUNDHEIT.VORSORGE“ im Veranstaltungszentrum der Wiener Städtischen Versicherung ein. „Wir möchten Bewusstsein schaffen, Barrieren abbauen und Mut machen, Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen“, unterstreicht der Geschäftsführer des Technopark Raaba.
Belastung unterschätzt
„Die aktuelle Gesundheitsstudie der Wiener Städtischen zeigt: Die Mehrheit der Bevölkerung – auch viele Männer in der Steiermark – fühlt sich körperlich und psychisch fit. Gleichzeitig wird sichtbar, dass Männer ihre Belastungen oft unterschätzen: Rund vier von fünf berichten von anhaltenden Sorgen, die sie meist selbst bewältigen. Gerade der Aktionsmonat ,Movember‘ ist ein wichtiger Anlass, das Bewusstsein für Gesundheitsvorsorge zu schärfen – von medizinischen Checks bis hin zum offenen Umgang mit psychischer Gesundheit. Mit unserer Veranstaltung setzen wir ein klares Signal: Männer sollen ihre Gesundheit nicht dem Zufall überlassen, sondern aktiv vorsorgen!“, bekräftigt Michael Witsch, Landesdirektor der Wiener Städtischen Versicherung. „Männer schieben Vorsorge oft zu lange auf – sei es aus Zeitdruck, falschem Stolz oder schlicht, weil andere Dinge vermeintlich wichtiger sind. Dabei ist klar: Wer früh auf seine Gesundheit achtet, gewinnt Lebensqualität und Lebensjahre. Veranstaltungen wie ‚MÄNNER.GESUNDHEIT.VORSORGE‘ helfen, das Bewusstsein zu schärfen und zu zeigen, dass Vorsorge keine Schwäche ist, sondern ein verantwortungsvoller Schritt – für sich selbst, die Familie und das berufliche Umfeld“, unterstreicht auch Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl.
Persönliche Erfahrungen
Im Zentrum des Abends stehen persönliche Erfahrungen und lösungsorientierte Impulse. In zwei Keynotes und einer von Moderator Mathias Pascottini moderierten Podiumsrunde wird das Thema praxisnah beleuchtet: „Männergesundheit geht uns alle an – trotzdem wird oft zu wenig darüber gesprochen. Bei ‚MÄNNER.GESUNDHEIT.VORSORGE‘ darf ich als Moderator spannende Gespräche begleiten, die körperliche und mentale Vorsorge in den Mittelpunkt rücken. Ich freue mich auf offene Diskussionen, neue Impulse – und darauf, gemeinsam auch das eine oder andere Tabu zu brechen.“
„MÄNNER.GESUNDHEIT.VORSORGE“
03.11.2025
ab 17:30 Uhr
Veranstaltungszentrum der Wiener Städtischen Versicherung
Brockmanngasse 32
8010 Graz
Anmeldung unter office@spiritofstyria.at
Am Podium
Hannes Schreiner, Technopark Raaba – mit persönlichem Erfahrungsbericht
Michael Witsch, Wiener Städtische Versicherung
Tom Lohner, Künstler – spricht über Burn-out-Erfahrungen
Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl
Keynotes
Martin Mader, Betriebswirt und Leistungssportler
Sascha Ahyai, Vorstand der Klinik für Urologie, LKH-Univ.Klinikum Graz
Interaktive Live-Umfragen, Gesundheitsstationen, Netzwerken & Flying Buffet
Wenn Stille zur Stärke wird
Mit auf dem Podium bei „MÄNNER.GESUNDHEIT.VORSORGE“: Künstler Tom Lohner. Er spricht über herausfordernde gesundheitliche Erfahrungen.
Was bedeutet Wohlbefinden für dich?
Es ist dieser Zustand innerer Klarheit, in dem sich Gedanken ordnen, Intuition Raum bekommt und aus dem heraus die besten Ideen entstehen können.
Was ist dein Schlüssel dafür?
Für mich ist das bewusste Zeit mit mir. Ich versuche, mir jeden Abend fünf bis fünfzehn Minuten zu schenken. Ein Mini-Ritual, eine Meditation, in der ich zur Ruhe komme.
Wie leicht oder schwer fällt dir das im Alltag?
Heute fällt mir das relativ leicht, aber das war nicht immer so. Vor etwa vier Jahren habe ich zu viel gearbeitet, Signale übersehen und bin kräftig auf die Nase gefallen. Das war ein Wendepunkt.
Hat sich dein Zugang zum Thema Gesundheit im Laufe der Jahre verändert?
Definitiv! Früher hatte ich das Gefühl, es gibt keine Grenzen. Ich wollte alles erleben und erreichen – und zwar gleichzeitig. Heute spüre ich die Energie immer noch, aber ich habe gelernt, sie zu regulieren.
Worüber wirst du bei der Podiumsdiskussion sprechen?
Jeder Mensch ist auf seinem eigenen Weg und der ist nicht immer gerade oder bequem. Aber genau darin liegt das Lernen, das Wachsen. Ich möchte Freude teilen. Echte, gelebte Freude, die in jedem von uns steckt und jederzeit entfacht werden kann.
Smart vorsorgen
Viele Männer zögern, wenn es um die Vorsorge beim Urologen geht. Dabei ist sie längst smart geworden, betont Sascha Ahyai, Vorstand der Klinik für Urologie am LKH-Univ.-Klinikum Graz. Die rektale Untersuchung ist nicht mehr notwendig. Eine Blutentnahme ab dem 45., spätestens 50. Lebensjahr reicht aus, um den für die Prostata wichtigen PSA-Wert zu bestimmen. Nur, wenn dieser erhöht ist, folgt eine schmerzfreie, multiparametrische MRT. Erst bei einem verdächtigen Befund wird eine Gewebeprobe notwendig. Für die Mehrheit der Männer bleibt es aber bei der einfachen Blutkontrolle. Frühzeitige Tests erlauben eine individuelle Risikoeinschätzung: Ein niedriger PSA-Wert bedeutet meist, dass die nächste Kontrolle erst in einigen Jahren nötig ist. Prostatakrebs ist der häufigste bösartige Tumor beim Mann. Nur früh erkannt, lässt er sich sehr gut behandeln. Wichtig ist es auch, Ängste abzubauen: Häufige oder erschwerte Harnentleerung hat in den meisten Fällen nichts mit Krebs zu tun, so Ahyai. „Der Urologe ist Freund, nicht Feind. Er hilft, die Gesundheit zu erhalten.“
Gesunde Führung
Seit rund zehn Jahren verbindet Martin Mader die Leidenschaften Unternehmertum und Sport. Gemeinsam mit einem Expertenteam betreut der Sportwissenschafter im eigenen Trainingszentrum Menschen vom Hobby- bis zum Spitzensport – und überträgt die Prinzipien des Sports auf die Welt der Wirtschaft. Balance und Regeneration sind für Athleten wie für Führungskräfte entscheidend, „man kann als Unternehmer nicht dauerhaft Vollgas geben.“ Wer über Druck und Angst führt, erschöpft sich und andere. Besonders Männer in Führungspositionen stehen hier vor einem Paradigmenwechsel. „Selbstfürsorge ist keine Schwäche, sondern Voraussetzung für Erfolg“, sagt Mader. Ob im Sport oder im Business – wer im richtigen Moment Kraft spart, kann sie dann abrufen, wenn es wirklich zählt. Gesunde Führung beginnt also nicht im Büro, sondern bei sich selbst, „wer andere führen will, muss zuerst sich selbst führen können“, betont er. „Man kann nicht beim Marathon an den Start gehen, wenn man nicht fit ist – und auch nicht als Führungskraft in ein großes Projekt, wenn die Ressourcen nicht da sind.“
Fotos: istock.com (Nikada), Michaela Lorber, beigestellt
