Ein lächelnder Mann mit Brille und schwarzer Jacke lehnt an einem Geländer vor einem modernen Gebäude mit Metallplatten und großen Fenstern.
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Die Suche nach der Superapp

Ein neues Forschungszentrum an der FH CAMPUS 02 unterstützt heimische Betriebe bei der Plattformisierung von Geschäftsmodellen. René Hubert Kerschbaumer, Leiter des Josef Ressel Zentrums für Plattformen und Digitale Ökosysteme, über neue Chancen für die Steiermark und ganz Europa.

Zwei entschlossene Großmächte, hier die USA, dort China – und dazwischen ein verunsichertes Europa. Was für die großen Wirtschaftsfragen gilt, wird auch in der Frage digitaler Plattformen augenscheinlich. Die USA und China geben den Ton an, Europa leidet am sogenannten „Platform Gap“ – und ist hier vielfach nur Anwender, nicht Anbieter. „Ob Facebook, Amazon, Uber oder Airbnb – wir alle kennen und nutzen die großen digitalen Plattformen aus den USA“, erklärt René Hubert Kerschbaumer vom Department Marketing & Sales der FH CAMPUS 02. „Aber in Asien ist die Entwicklung sogar noch weiter fortgeschritten: Dort dominieren sogenannte Superapps, die unterschiedliche Alltagsbedürfnisse in digitalen Ökosystemen bündeln – allen voran WeChat, das Social Media, Messaging, Bezahldienste und vieles mehr vereint.“ Auch in Indonesien gibt es mit „Grab“ eine Superapp, die spartenübergreifend funktioniert. „Das sind Plattformen, die wir uns genau anschauen sollten, wenn wir die Digitalisierung von Wertschöpfungsprozessen aktiv vorantreiben wollen.“

Ein lächelnder Mann mit Brille und schwarzer Jacke lehnt an einem Geländer vor einem modernen Gebäude mit Metallplatten und großen Fenstern.
„Praxisnahes Wissen schaffen“, so René Hubert Kerschbaumer, Leiter des neuen Josef Ressel Zentrums an der FH CAMPUS 02

Einen wichtigen Schritt in diese Richtung setzte jüngst die FH CAMPUS 02 mit der Eröffnung des Josef Ressel Zentrums für Plattformen und Digitale Ökosysteme. „Das Zentrum erforscht die wirtschaftswissenschaftlichen Grundlagen digitaler Plattformen und Ökosysteme – mit dem Ziel, bestehende Konzepte wissenschaftlich fundiert zu analysieren und daraus praxisnahe Erkenntnisse für Unternehmen abzuleiten“, so Kerschbaumer, Leiter des Zentrums. „Die gewonnenen Erkenntnisse sollen heimische Betriebe unterstützen, die Chancen der digitalen Transformation besser zu nutzen.“ Dabei arbeitet das Zentrum eng mit drei steirischen Unternehmenspartnern zusammen: der Raiffeisen Landesbank Steiermark, dem next-incubator der Energie Steiermark und dem Immobilienspezialisten K1 Group. „Diese drei Partner eint, dass sie alle bereits tief im Alltag ihrer Kunden verankert sind – ob mit Finanzdienstleistungen, Energieangeboten oder Services rund um das Thema Immobilien“, so Kerschbaumer. „Zudem haben diese auch bereits Erfahrungen über ihr Kerngeschäft hinaus – so bietet die E-Steiermark auch Mobilitätslösungen im Bereich E-Mobility an. Auch die RLB Steiermark hat weit mehr als klassische Finanzdienstleistungen im Portfolio. Und die K1 Group tritt im Immobilienbereich als Multi-Service-Vermittler auf. Erfahrungswerte, auf die wir aufbauen können – und auf Basis neuer Erkenntnisse weiterentwickeln wollen.“ In der Praxis verfolgt das Zentrum einen interdisziplinären Ansatz – Konsumentenverhalten, strategisches Management und Brand Management sind die drei zentralen Säulen. Typische Fragestellungen in den Analysen lauten: Welche Bedürfnisse der Konsumenten werden noch nicht ausreichend adressiert? Wie müssen Unternehmen aufgestellt sein, um eine Plattformisierung ihres Geschäftsmodells meistern zu können? „Unser Ziel ist es, Österreich als international sichtbaren Hub für Plattform- und Ökosystemforschung zu positionieren“, so Kerschbaumer. Und die Vision? „Wir wollen am Zentrum die Grundlagen dafür schaffen, dass neue digitale Plattformlösungen in Europa entstehen – im besten Fall eine europäische Superapp.“

Josef Ressel Zentrum für Plattformen und Digitale Ökosysteme

  • Angesiedelt am Department Marketing & Sales an der FH CAMPUS 02
  • Das Zentrum erforscht die ökonomischen Dynamiken digitaler Plattformen und Ökosysteme und schafft anwendungsorientiertes Wissen für Unternehmen.
  • Gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus, der Christian Doppler Forschungsgesellschaft und den drei beteiligten Unternehmenspartnern Raiffeisen Landesbank Steiermark, next-incubator der Energie Steiermark und K1 Group.
  • www.campus02.at

Fotos: Oliver Wolf

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