Drei Strommasten mit leuchtend blauen Stromleitungen ragen vor dem Hintergrund des Sonnenuntergangs in die Ferne.
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Volle Energie voraus! – 12 Top-Investitionen und Innovationen

Energiewende neu denken – revolutionäre Wärmespeicher, bahnbrechende Minireaktoren oder spektakuläre Windkraftpläne: „SPIRIT of Styria“ präsentiert 12 zukunftsweisende Investitionen und Innovationen aus der Steiermark, die die heimische Energieversorgung leistbar, sicher und nachhaltig machen und uns entscheidend aus der fossilen Geiselhaft befreien sollen.

Sonnenspeicher Süd – solare Wärme aus dem Steinbruch

Die Natur hat alles angerichtet. Eine Steilvorlage für die Energiewende: Basalt, Sonne und Wasser – in der richtigen Kombination ergibt das eines der spektakulärsten Projekte der heimischen Energiegeschichte und einen Meilenstein für die Dekarbonisierung der Wärmeenergie für den Großraum Graz. Die Pläne für den Sonnenspeicher Süd in Weitendorf bei Wildon sind weit gediehen – dieser soll künftig 30 % des Grazer Wärmebedarfs mit sauberer Energie decken. Konkret: Der Basalt-Steinbruch zwischen Zwaring und Weitendorf soll in diesem Projekt mit Wasser aus der nahen Kainach geflutet und in einen riesigen Speichersee mit 1,5 Kubikmeter Wasser verwandelt werden.

Zwei Personen stehen im Freien auf felsigem Untergrund und halten ein Transparent mit der Aufschrift „Solar – Wärmespeicher Weitendorf Zwaring“ hoch. Im Hintergrund sind Bäume und Felsen zu sehen.
Gilbert Frizberg und Heimo Ecker-Eckhofen (r.), Initiatoren des Projekts Sonnenspeicher Süd

Solarkollektoren mit einer Fläche von 28 Hektar erhitzen das Wasser auf rund 90 Grad, ein Biomasseheizwerk zur kalten Jahreszeit zusätzlich auf 120 Grad. Ergänzend kommt eine industrielle Wärmepumpe zum Einsatz. Ein Isolationsdeckel aus Hightech-Material auf dem Wasser hält die Temperaturen auch im Winter hoch. Über eine rund vier km lange Leitung gelangt das Wasser nach Mellach, wo es in die bestehende Fernwärmeleitung eingespeist werden soll. „Damit leisten wir einen wesentlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit in der Steiermark und zu einer dringend gebotenen größeren Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern“, erklären Gilbert Frizberg und Heimo Ecker-Eckhofen, die Masterminds des Projekts. „Zudem sparen wir auf diese Weise rund 100.000 CO2 im Jahr ein“, betont Frizberg. „Das Energiesystem der Zukunft braucht intelligente Speicherlösungen, daher ist es das richtige Projekt zur richtigen Zeit“, ergänzt Heimo Ecker-Eckhofen. „Der Sonnenspeicher Süd ist ein Musterbeispiel dafür, wie verschiedene Energieträger in der Energiewelt von morgen in einer Gesamtanlage verknüpft und damit optimiert werden.“ Gilbert Frizberg: „Und das Beste daran: Der Speicher muss nicht erst aufwendig errichtet werden – der Steinbruch liefert von Natur aus die perfekte Infrastruktur. Die Umweltauswirkungen des Speichers sind in Summe geringer als jene beim Betrieb des Steinbruchs.“ Derzeit laufen die Genehmigungsverfahren zu den einzelnen Rechtsmaterien, eine UVP ist nicht notwendig. „Wir haben alle Hausaufgaben gemacht und sind guter Dinge. Aufgrund des übergeordneten öffentlichen Interesses erwarten wir konstruktive und zügige Behördenverfahren“, so Ecker-Eckhofen. Der Baustart ist für 2027 avisiert, die Inbetriebnahme für 2029. „Auch bei der Finanzierung sind wir auf der Zielgeraden“, erklären die beiden. Investitionssumme: 285 Millionen Euro.

Luftaufnahme eines großen, weißen, rechteckigen Gebäudes, umgeben von Bäumen, Ackerland und Solaranlagen, vor einem teilweise bewölkten Himmel.

Leuchtturmprojekt: Mit dem Sonnenspeicher Süd entsteht der weltweit größte solare Speicher, der bis zu 30 Prozent des Grazer Wärmebedarfs decken könnte.

Die Wärme, die aus der Tiefe kommt

Ein ebenso verheißungsvolles Großprojekt zur Dekarbonisierung der Grazer Wärmeversorgung planen die OMV und die Energie Steiermark. Im gemeinsamen Projekt „Tiefenkraft“ bündeln die beiden Player ihre Kräfte, um Tiefengeothermie in der Steiermark nutzbar zu machen. Erste seismische Messungen entlang einer rund 900 Kilometer langen Messstrecke wurden bereits durchgeführt – diese bilden die Grundlage für ein detailliertes Untergrundmodell sowie für weitere Projektschritte. Next Step: eine Erkundungsbohrung in St. Marein bei Graz im vierten Quartal 2026 sowie – bei entsprechend positiven Ergebnissen – die Errichtung einer ersten Geothermiedublette, bestehend aus einer Produktions- und einer Injektionsbohrung. Bedeutet: Heißes Lagerstättenwasser wird aus der Tiefe geholt, die Wärme entnommen und das Wasser dann lauwarm in die Lagerstätte zurückinjiziert. In diesem Zeitraum würden auch die Planung und Terrassierung der Pipeline nach Graz vorangetrieben. Die Energie Steiermark bringt ihre Expertise in Infrastruktur, Systemintegration und Wärmevertrieb in das Projekt ein. Neben der Beteiligung am Joint Venture verantwortet das Unternehmen insbesondere den Bau und Betrieb der rund 20 Kilometer langen Fernwärme-Transportleitung und steuert die technische Umsetzung zur Integration der geothermischen Energie in die regionale Wärmeversorgung. Ab 2030 könnten, wenn alles nach Plan läuft, erste Wärmelieferungen nach Graz erfolgen. „Langfristig könnte damit eine jährliche Bereitstellung von bis zu 670 Gigawattstunden geothermischer Energie bis 2037 ermöglicht werden“, so Martin Graf und Werner Ressi, Vorstände der Energie Steiermark. „Das entspricht rund 50 Prozent der Fernwärmeversorgung im Großraum Graz.“

Wasserstoff-Zukunft made in Graz

Wasserstoff gilt als Schlüsselelement für eine klimaneutrale Zukunft – entscheidende Fragen auf diesem Weg löst das HyCentA, eines der führenden Wasserstoff-Forschungszentren Europas, am Standort der TU Graz. Das COMET-Zentrum arbeitet gemeinsam mit über 40 führenden (inter-)nationalen wissenschaftlichen Partnern und Unternehmen aus den Bereichen Mobilität, Energie, Anlagenbau und industrielle Anwendungen an innovativen Wasserstofftechnologien. „Seit unserer Gründung vor über 20 Jahren beschäftigen wir uns ausschließlich mit Wasserstofftechnologien und mittlerweile entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette – von der Erzeugung von grünem Wasserstoff über Speicherung und Verteilung bis hin zur Anwendung in Energie, Industrie und Mobilität“, so Geschäftsführerin Gisele Amancio: „Wir bilden eine Brücke zwischen wissenschaftlicher Exzellenz und industrieller Anwendung. Dabei stärken wir nicht nur einzelne Unternehmen, sondern die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit Österreichs insgesamt.“ Seine Position stärken konnte das HyCentA zuletzt mit der Eröffnung neuer Laborinfrastruktur in der Grazer Inffeldgasse. „Diese erweitert unsere Forschungs-, Entwicklungs- und Prüfkapazitäten deutlich, um die Industrie bei der Neu- und Weiterentwicklung zentraler Wasserstofftechnologien zu unterstützen“, erklärt Marie Macherhammer, Area Managerin am HyCentA. „Unsere aktuellen Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem in der Elektrolyse, also der Erzeugung von grünem Wasserstoff. Dabei geht es nicht nur um Effizienz, sondern auch darum, den Einsatz kritischer Rohstoffe zu reduzieren und die Dynamik von unterschiedlichen Elektrolyse-Technologien besser an ein flexibles Stromnetz anzupassen.“ Zudem beschäftigen sich die Forschenden des Zentrums mit alternativen Herstellungsverfahren, darunter entkoppelten Elektrolyse-Technologien. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Entwicklung von Brennstoffzellensystemen, vor allem für den Schwerlastverkehr.

Rückenwind für die Windkraft

Anders als andere Bundesländer im Süden oder Westen Österreichs setzt die Steiermark weiter voll auf Windkraft. Ein Kurs, den auch das Sachprogramm Windenergie 2026 des Landes Steiermark unterstreicht: Darin sind 18 neue bzw. erweiterte Windkraft-Zonen mit einer Gesamtfläche von 4.800 Hektar und einer potenziellen Mindestleistung von 530 bis 700 Megawatt vorgesehen – das entspricht bis zu 150 neuen Windrädern mit einer Stromproduktion für rund 400.000 Haushalte. Aktuell befinden sich in der Steiermark bereits 122 Windkraftanlagen in Betrieb – weitere 70 sind in Bau oder in Genehmigungsverfahren. Die bestehenden Anlagen erzielen 320 Megawatt Gesamtleistung, womit schon heute rund 200.000 Haushalte versorgt werden können.

Zwei große Windkraftanlagen stehen auf einer grasbewachsenen Lichtung, umgeben von Bäumen, unter einem strahlend blauen Himmel mit vereinzelten Wolken.

Frischer Wind für die Windkraft: zu den bestehenden 122 Anlagen in der Steiermark sollen in den nächsten Jahren bis zu 220 Windräder neu dazukommen.

Pellets in der Pole-Position

Österreich benötigt rund fünfmal mehr Wärmeenergie als Strom. „Wärme ist damit der größte Hebel, wenn es um den Ausstieg aus fossiler Abhängigkeit geht. Biomasse und Holzpellets leisten dabei einen zentralen Beitrag: Sie stellen rund die Hälfte der erneuerbaren Wärme bereit und machen Energie aus dem Sommer im Winter nutzbar“, erklärt Doris Stiksl, Geschäftsführerin von proPellets Austria. „Bioenergie und Pellets sind das Fundament der Wärmewende.“ Die Steiermark ist dabei Österreichs Pellet-Champion – sowohl Nummer eins beim Umstieg auf erneuerbares Heizen als auch bei der Pelletproduktion.

„Auf 1.000 Haushalte umgerechnet sind in der Steiermark im Vorjahr 7,4 neue Pelletheizungen installiert worden – ein Spitzenwert in Österreich“, weiß Stiksl. Auch bei der Pelletproduktion hat die Steiermark die Pole-Position inne. „Die sechs steirischen Pelletwerke haben 2025 in Summe 445.000 Tonnen Pellets erzeugt. Die Zahlen zeigen ganz klar: Wenn die Politik klare Prioritäten setzt und für stabile Rahmenbedingungen sorgt, ist vieles möglich.“ Die größte Herausforderung aus Ihrer Sicht? „Es sind immer noch viele falsche Mythen im Umlauf. Schlagworte wie ,Technologieoffenheit‘ klingen vernünftig, signalisieren aber in Wahrheit oft: Bleibt ruhig bei Öl und Gas, irgendwann wird es schon eine Lösung geben. Für Öl- und Gasheizungen gibt es aber nur eine echte Lösung: Raus damit – je schneller, desto besser! Ein großes Problem ist zudem die Stop-and-Go-Politik bei den Förderungen für den Heizungstausch.“ Ihr Rat an Pellets-Kunden, die zuletzt Preissteigerungen hinnehmen mussten: „Kühlen Kopf bewahren, Fakten prüfen und nachrechnen. Denn trotz des zuletzt gestiegenen Preises sind Holzpellets seit vielen Jahren einer der günstigsten Brennstoffe am Markt. Ein Haushalt mit Pelletheizung spart gegenüber Öl aktuell mehr als 1.800 Euro pro Jahr, im Vergleich zu Gas sogar mehr als 2.500 Euro.“

Eine Frau mit dunklem Haar in einem schwarzen Anzug steht mit verschränkten Armen vor einer weißen Wand und lächelt in die Kamera.

„Pellets machen Energie aus dem Sommer im Winter nutzbar.“

Doris Stiksl
Geschäftsführerin proPellets Austria

Wärme und Strom aus dem Energiewerk

Industriegebäude mit hohen Schornsteinen hinter einem Teich, grünen Bäumen, einer Rasenfläche und einem Zaun im Vordergrund unter einem teilweise bewölkten Himmel.
Im Energiewerk Graz sollen ab 2030 Reststoffe thermisch verwertet und daraus Strom und Wärme erzeugt werden.

Neben den Projekten „Sonnenspeicher Süd“ und „Tiefenkraft“ ist das Energiewerk der Holding Graz und der Energie Graz ein dritter großer Baustein in der Dekarbonisierung der Grazer Energieversorgung. Bereits ab 2030 sollen dort nicht recyclebare Reststoffe thermisch verwertet und daraus Wärme für rund 23.000 Haushalte sowie Strom für rund 15.000 Haushalte erzeugt werden. Hintergrund: In Graz werden schon heute pro Jahr zwischen 90.000 und 100.000 Tonnen nicht recyclebare Reststoffe behandelt – der Großteil stammt aus der Stadt. Bislang werden die Reststoffe nach der Zerkleinerung und Aussortierung am Standort Sturzgasse zur Energiegewinnung an andere Standorte transportiert. Mit dem Energiewerk Graz will man diese Energiequelle künftig selbst nutzen und die Abtransporte einsparen – rund 9.000 Lkw-Fahrten sollen es jährlich weniger sein. Ein positiver UVP-Bescheid liegt seit Juni 2026 vor.

Revolutionäre Mikroreaktoren plus Speicher

Das Grazer Technologieunternehmen Emerald Horizon AG arbeitet an einem bahnbrechenden Baustein für eine sichere, dezentrale und CO2-freie Energiezukunft. Das mittlerweile börsennotierte Unternehmen entwickelt Small Modular Reactors (SMR) einer neuen Generation. Die thoriumbasierten Mikroreaktoren benötigen kein Uran und schließen das Risiko einer unkontrollierten Kettenreaktion aus. Die innovativen Anlagen, genannt ADES (Accelerator Driven Energy Source), sollen künftig als Energiequelle für Städte, Rechenzentren, Industriebetriebe und Schiffe dienen – und zur Netzstabilität beitragen. Die zweite Technologie aus dem Haus, die bereits einsatzbereit ist: DUALstore PLUS, ein Hybrid-Speichersystem aus einer Lithium-Eisenphosphat-Batterie, einem Molten-Salt-Wärmespeicher sowie KI-Steuerung – die Kombination soll erneuerbare Energie rund um die Uhr planbar machen.

Ein weißer Schiffscontainer mit der Aufschrift „Emerald Horizon“ und drei Männer in Anzügen, die nebeneinander im Sonnenlicht vor einer weißen Wand stehen.
Vom Start-up zum Unicorn nach erfolgreichem Börsenstart: Philipp Pölzl (VP Operations), Mario J. Müller (VP R&D) und CEO Florian Wagner (v. l.)

Energiegemeinschaften als Game Changer

Zwei Personen in Geschäftskleidung stehen auf einem Dach, im Hintergrund sind Gebäude und die Skyline der Stadt zu sehen, und lächeln in die Kamera.
Treiben Energiegemeinschaften voran: Lorena Skiljan und Peter Gönitzer, Gründer des Energieversorgers nobile

Energiegemeinschaften liegen im Trend. Die Vorteile sind mannigfach. Unternehmen, Gemeinden und Haushalte vernetzen sich innerhalb einer Gemeinschaft, bauen eine eigene Erzeugung auf, nutzen den Strom selbst und verteilen ihn weiter. Der Nutzen dieser regionalen Energiekreisläufe? „Geringere Stromkosten, eine höhere Preisstabilität, mehr regionale Wertschöpfung, Investitionssicherheit, CO2-Einsparungen, eine bessere Nutzung bestehender Anlagen und eine höhere Versorgungssicherheit“, erklären Lorena Skiljan und Peter Gönitzer, Geschäftsführer des hybriden Energieversorgers nobile, der sich auf Gründung und Betrieb von Energiegemeinschaften spezialisiert hat.

„Unser Ziel ist es, den Anteil des Stroms, der vom Großhandelsmarkt bezogen werden muss, möglichst gering zu halten“, so Gönitzer, „denn genau dort entstehen die größten Preisrisiken.“ Das Unternehmen betreut bereits rund 350 Energiegemeinschaften in Österreich – Kooperationen in der Steiermark bestehen unter anderem mit dem Technopark Raaba, den Planai-Hochwurzen-Bahnen, der WEGRAZ sowie „SPIRIT of Styria“. Ein besonderes Angebot gilt ab sofort für heimische Unternehmen unter dem Titel „Spirit Power“. 

Riesiges Pumpspeicherkraftwerk in Planung

Die Verbund AG ist größter Stromerzeuger in der Steiermark – 43 Wasserkraftwerke produzieren jährlich rund 2,6 Milliarden Kilowattstunden Strom. Während die 36 Laufkraftwerke an Mur und Enns rund um die Uhr Strom produzieren, können die sieben steirischen Speicherkraftwerke wie etwa Sölk, Salza oder Arnstein auf Knopfdruck bei hohem Strombedarf ins Netz einspeisen. Da die volatile Stromproduktion aus PV- und Windkraft zunimmt, steigt auch der Bedarf an Möglichkeiten zur Energiespeicherung. Daher prüft die Verbund AG derzeit die Rahmenbedingungen für die Errichtung des ersten steirischen Pumpspeicherkraftwerks beim bestehenden Speicherkraftwerk Salza im Ennstal. „Wir starten im Juli mit den geologischen Erkundungen am Bergereck, das etwa 800 Meter über dem bestehenden Salza Stausee liegt“, bestätigt Verbund-Sprecher Robert Zechner. „Mit einer Leistung zwischen 300 und 480 Megawatt könnte ein solches Pumpspeicherkraftwerk die gleichzeitige Stromerzeugung von etwa hundert Windkraftanlagen aus dem Netz nehmen und zwischenspeichern.“

Ein sich schlängelnder Fluss durchschneidet eine steile, bewaldete Schlucht mit sonnenbeschienenen Felsen und herbstlichem Laub.

Megaprojekt Stromspeicherung:
Die Verbund AG plant ein großes Pumpspeicherkraftwerk beim bestehenden Speicherkraftwerk Salza im Ennstal. Im Bild: Der Salza Stausee, der beim Pumpspeicherkraftwerk zum Unterbecken werden würde – am
800 Meter höher gelegenen Bergereck ist das Oberbecken geplant.

Biomasse als saisonaler Energiespeicher

Modernes Industriegebäude mit Holzverkleidung, hohen Schornsteinen und einem großen Haufen Holzpellets neben einem Schild mit der Aufschrift „Steirer Pellets“ unter blauem Himmel.
Die Bioenergie-Gruppe betreibt knapp 50 Biomasse-Heizwerke für Kommunen, Gewerbe und Industrie in Österreich – zuletzt wurde ein Projekt für ams-Osram in Premstätten umgesetzt.

23 Biomasse-Heizwerke allein in der Steiermark bzw. 48 in ganz Österreich betreibt die Bioenergie-Gruppe mit Sitz in Köflach, ein Pionier im heimischen Biomasse-Business. Die Unternehmensgruppe plant, errichtet und betreibt Biomasse-Heizwerke und versorgt öffentliche Einrichtungen, Gewerbe- und Industriebetriebe sowie private Haushalte mit umweltfreundlicher Wärme. Im Jahr 2024 erzeugten die Heizkraftwerke der Gruppe insgesamt rund 950 Gigawattstunden Wärme. „Energiespeicher sind wesentlich für die Versorgung der Zukunft – und Biomasse ist der ideale regional verfügbare Saisonspeicher“, betont Bioenergie-Geschäftsführer Jakob Edler.

„Biomasse ist einfach zu lagern und gewinnt durch die trockene Lagerung an Qualität. So können wir einfach Energie vom Sommer in den Winter übertragen.“ Die Wertschöpfung im Inland mache erneuerbare Energie auch in Krisenzeiten zu einem wesentlichen Stabilitätsfaktor. „Für den weiteren Ausbau sind langfristig stabile Rahmenbedingungen und gleichbleibende Förderbedingungen notwendig.“ In diesem Jahr hat die Bioenergie-Gruppe bereits eine Hochtemperatur-Prozesswärmeversorgung für ams-Osram in Premstätten umgesetzt. Dafür wurde dem Unternehmen der Energy Globe Styria verliehen. Ein weiteres Projekt in Umsetzung ist der Energy Highway zwischen Gleisdorf und Weiz. Edler: „Ein Projekt, das eine ganze Region energetisch verbindet, die Energieunabhängigkeit steigert sowie erhebliche CO2-Einsparungen möglich macht.“

Ein Mann mit Brille und blauem Blazer steht vor einer weißen, strukturierten Wand und lächelt.

„Biomasse ist der ideale regional verfügbare Saisonspeicher.“

Jakob Edler
Geschäftsführer der Bioenergie-Gruppe

Potenziale in der Kleinwasserkraft

Ein kleiner Wasserkraftdamm mit einer Fischtreppe an einem sonnigen Tag, umgeben von grünen Bäumen und klarem Wasser, das über das Bauwerk fließt.

700 Kleinwasserkraftwerke in der Steiermark produzieren 1,9 Mrd. kWh – ausreichend Energie, um damit 565.000 Haushalte zu versorgen. „Die Kleinwasserkraft ist ein wichtiger Baustein der steirischen Energieversorgung“, betont Bernd Lippacher, steirischer Landessprecher der Kleinwasserkraft Österreich. „Sie liefert regional erzeugten, erneuerbaren Strom und trägt wesentlich zur Versorgungssicherheit sowie zur Stabilität des Stromnetzes bei.“ Das Potenzial für neue Standorte sei aufgrund ökologischer Vorgaben und der bereits intensiven Nutzung der Gewässer zwar begrenzt.

„Dennoch bleibt die Kleinwasserkraft ein Zukunftsthema – insbesondere durch die Optimierung bestehender Anlagen, die Digitalisierung des Anlagenbetriebs und die intelligente Einbindung in ein zunehmend dezentrales Energiesystem“, so Lippacher. „Durch den Austausch von Turbinen und Generatoren, moderne Steuerungs- und Regeltechnik oder die Optimierung der Wasserführung können bestehende Anlagen ihre Effizienz deutlich steigern. Je nach Alter und Zustand der Anlage sind Leistungssteigerungen bis hin zu zweistelligen Zuwächsen möglich.“ Die größten Herausforderungen für die Betreiber? „Zum einen steigen die Anforderungen im Bereich Gewässerökologie und Genehmigungsverfahren, andererseits erschweren hohe Investitionskosten, volatile Strompreise und zunehmende Wetterextreme langfristige Planungen.“ Auch der Klimawandel mit veränderten Abflussverhältnissen stelle die Branche vor neue Aufgaben.

Ein lächelnder Mann in einem schwarzen Sakko und einem weißen Hemd, der vor einem schlichten weißen Hintergrund posiert.

„Sehe noch viel Potenzial für die Kleinwasserkraft durch Modernisierung und Leistungsoptimierung bestehender Anlagen.“

Bernd Lippacher
Steirischer Landessprecher der Kleinwasserkraft Österreich

Green Energy in Unternehmen: Best Practice Ringana

Seit Jahren setzen zahlreiche steirische Unternehmen auf grüne Technologien und damit auf Versorgungssicherheit und Preisstabilität. So investierte das Frischekosmetik-Unternehmen Ringana an seinem neuen Campus in St. Johann in der Haide in ein integriertes Energiekonzept, das auf unterschiedlichen nachhaltigen Technologien basiert: Photovoltaikanlagen mit mehreren tausend Modulen erzeugen erneuerbaren Strom direkt vor Ort, ein großflächiges Geothermie-System mit rund 160 Tiefenbohrungen stellt die klimafreundliche Wärme- und Kälteversorgung sicher. Ergänzt wird dieses System durch moderne Wärmepumpen, die mit umweltfreundlichem Kältemittel Propan betrieben werden, und der Integration der bestehenden Sprinklerbecken als thermische Speicherlösung mit einer Speicherkapazität von rund 11.000 kWh thermischer Energie. Parallel dazu setzt Ringana auf Elektromobilität inklusive eigener Ladeinfrastruktur und vollelektrischer Logistiklösungen. Damit wird fast ein Viertel des Bedarfs am Standort bereits durch eigene Energieproduktion gedeckt. Der verbleibende Energiebedarf stammt nahezu vollständig aus erneuerbaren Quellen. 

Fotos: OMV / Energie Steiermark, beigestellt, IstockPhoto, Rene Knabl, Oliver Wolf, Rafaela Proell, Energie Graz , Andrea Thiel Lhotakova, felixwerinos, beigestellt, KK