Ein Mann im Anzug, der in einem Büro steht und sich an einen Holzschrank lehnt.
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„Raum im Sinne aller Menschen gestalten“

Starke Verwaltung, starker Standort: In unserer Serie holt „SPIRIT of Styria“ Repräsentant:innen der Verwaltung in Stadt und Land vor den Vorhang und gibt Einblick in den Spirit der steirischen Verwaltung. Diesmal im Portrait: Bertram Werle, Stadtbaudirektor Graz

Die wichtigsten Aufgaben der Stadtbaudirektion: Die Entwicklung der zweitgrößten Stadt Österreichs aktiv mitzugestalten und dafür zu sorgen, dass der Raum qualitätsvoll, nachhaltig und im Sinne aller Menschen in Graz gestaltet wird – auch für die kommenden Generationen.

Meine zentrale Aufgabe als Stadtbaudirektor: Die Bau- und Planungsabteilungen der Stadt zu koordinieren und die großen Themen für Graz zusammenzuführen – von der Stadtentwicklung bis zum öffentlichen Raum inklusive Mobilität und Infrastruktur. Dabei gilt es, unterschiedliche Anforderungen auf gemeinsame Ziele und Maßnahmen auszurichten.

Was mir an meinem Job besonders gefällt: Dass man die Ergebnisse sieht. Wenn ich durch Graz gehe, begegne ich Projekten, an denen wir oft jahrelang gearbeitet haben – und sehe, wie sie von den Menschen angenommen werden. Das reicht von Schulen über Plätze und Grünräume bis hin zu neuen Straßenbahnstrecken. Aber es ist nicht nur das Neue, das zählt. Auch der Respekt vor Gewachsenem und das Bewahren, was uns durch den Titel UNESCO-Welterbe auch international bescheinigt wurde, wird gelebt.

ZUR PERSON
Ein Mann im Anzug, der in einem Büro mit einer Landkarte an der Wand steht und sich an einen Holzschrank lehnt.
Bertram Werle, Leiter der Grazer Stadtbaudirektion im Bauamtsgebäude am Europaplatz

Bertram Werle

  • Geboren: 1967 in Bludenz, Vorarlberg
  • Ausbildung: Raumplanung und Raumordnung an der TU Wien sowie Biologie und Ökologie an der Universität Wien

Werdegang:

  • 1995–1997: Projektkoordinator (Stadtentwicklung Salzburg)
  • 1997–2001: Leiter der Abteilung für Stadt- und Verkehrsplanung in Bregenz
  • Seit 2002: Leiter der Stadtbaudirektion im Magistrat Graz

Wie viel Gestaltung darf Verwaltung? Sehr viel – freilich innerhalb des demokratisch und gesetzlich vorgegebenen Rahmens. Besonders in der Stadtentwicklung muss die Verwaltung aktiv gestalten, Qualitäten sichern und das Gemeinwohl stärken.

Die aktuell größte Herausforderung für meine Organisation: Die Budgetknappheit. Eine wachsende Stadt, Klimawandel und notwendige Investitionen in die Infrastruktur treffen auf immer engere finanzielle Spielräume.

Ist Vorschrift immer Vorschrift? Gesetzliche Grenzen sind einzuhalten. Viele Regelwerke bieten aber auch Interpretations- und Ermessensspielräume. Diese sollte eine aktive Verwaltung verantwortungsvoll nutzen.

Von meinen Mitarbeiter:innen erwarte ich: Begeisterung für ihre Aufgaben, Bereitschaft mitzugestalten und Serviceorientierung. Wir arbeiten schließlich nicht für uns, sondern für die Menschen in dieser Stadt.

Digitalisierung in der Verwaltung ist … eine große Chance, wenn sie Abläufe einfacher, schneller und serviceorientierter macht.

Eine Person, die ein aufgeschlagenes Buch in der Hand hält, auf dessen Seite ein modernes Holzgebäude in einer Parklandschaft zu sehen ist, zusammen mit dem Text „Graz ist Baukultur“.
Eyecatcher im Büro: „Graz ist Baukultur“, Standardwerk und gleichnamige Initiative der Stadtbaudirektion Graz

Was ich mir vom Gesetzgeber wünschen würde: Gesetze auf das Wesentliche zu konzentrieren und Verfahren zu vereinfachen und sie somit auch zu beschleunigen. Wachsende Ballungsräume brauchen zudem verlässliche Rahmenbedingungen – damit meine ich auch finanzielle – für den notwendigen Infrastrukturausbau.

Ein Satz, den ich nicht mehr hören kann: „Es ist eh alles egal.“ Resignation bringt uns nicht weiter. Jede und jeder kann einen Beitrag leisten.

Was ich mir von der Wirtschaft/Unternehmen wünsche: Verständnis für die Rolle der Verwaltung und die Bereitschaft, gemeinsam an guten und nachhaltigen Lösungen zu arbeiten.

Mein größtes Ziel: Nachhaltige Stadtentwicklung so zu verankern, dass daraus langfristig Qualität für die gesamte Stadt und Region entsteht.

Die Zukunftsfrage Nummer eins für die Gesellschaft: Wie schaffen wir es, Lebensqualität und Entwicklung zu ermöglichen und gleichzeitig verantwortungsvoll mit unseren Ressourcen umzugehen?

Meine wichtigsten Werte: Wertschätzung, Respekt und gegenseitiges Verständnis.

Entspannung in der Freizeit finde ich … im Garten und am Wasser.

Lieblingsbuch: Das eine gibt es nicht, „Kurze Antworten auf große Fragen“ von Stephen Hawking hat mich aber sehr beeindruckt.

Lieblingsmusik: Ich mag vieles – von Klassik bis zu Pop und Rock.

Sehnsuchtsort: irgendwo am Mittelmeer

Fotos: Oliver Wolf

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