„Inputgeber für politische Entscheidungen“
Starke Verwaltung, starker Standort: In unserer Serie holt „SPIRIT of Styria“ Repräsentant:innen der Verwaltung in Land und Stadt vor den Vorhang und gibt Einblick in den Spirit der steirischen Verwaltung. Diesmal: Günther Lippitsch, Leiter Abteilung 5 – Personal des Landes Steiermark
Die wichtigste(n) Aufgabe(n) der Abteilung:
Auch unserem Leitbild entsprechend: Es ist die Aufgabe der Personalabteilung, dafür Sorge zu tragen, dass qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für das Land Steiermark tätig sind, um eine kompetente und funktionierende Landesverwaltung im Interesse der Bürgerinnen und Bürger dieses Landes zu gewährleisten.
Meine zentrale Aufgabe als Abteilungsleiter: Für Rahmenbedingungen zu sorgen, die es jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter ermöglichen, im Interesse unseres Auftrages als öffentliche Verwaltung das Beste aus sich herauszuholen.
Was mir an meinem Job besonders gefällt:
Niemals Routine … und die Chance, einen kleinen Beitrag zur Weiterentwicklung unseres Gemeinwesens leisten zu können.
Wie viel Gestaltung darf Verwaltung?
Verwaltung ist per se als Bewahrer des Status quo und definierter Standards Garant für Stabilität in unserer Gesellschaft, Verwaltung heute ist aber vor allem auch als Inputgeber für (letztlich politisch zu treffende) künftige Entscheidungen weit proaktiver, kreativer und lösungsorientierter, als manche meinen mögen.
ZUR PERSON
Günther Lippitsch
- Geboren: 1964 in Graz
- Ausbildung: KFU Graz/Rechtswissenschaften
- Werdegang: Eintritt in den Landesdienst 1993, BH, Landespersonalvertretung (LPV), 2004 Obmann der LPV, seit Juli 2021 Leiter der Personalabteilung, derzeit
rund 7.500 Landesbedienstete
Die aktuell größte Herausforderung für meine Organisation:
In einer mehr als schnelllebigen Welt und vor dem Hintergrund des Spannungsverhältnisses demografische Entwicklung, angespannte budgetäre Ressourcen und rasant fortschreitende Digitalisierung die Landesverwaltung mit dem quantitativ und qualitativ erforderlichen Personal für die Auftragserfüllung auszustatten.
Ist Vorschrift immer Vorschrift?
Ein gedeihliches Zusammenleben braucht Regeln und Verlässlichkeit, was mit einer Verwaltung quasi auf Zuruf, von welcher Seite auch immer, nicht funktionieren kann.
Von meinen Mitarbeitern erwarte ich: Kompetenz, Teamgeist, Verlässlichkeit und Respekt im Umgang miteinander.
Digitalisierung in der Verwaltung ist …
… die Aufgabe, zwischen der Chance auf Effizienzsteigerung, Bürgerorientierung und Prozessoptimierung einerseits und dem Risiko Cybersicherheit und digitale Spaltung andererseits das richtige Augenmaß zu finden.
Was ich mir vom Gesetzgeber wünschen würde:
Weniger Gesetze, bessere Gesetze … und so manches, das unter dem Begriff Verwaltungsreform firmiert, würde sich allein schon daraus ergeben.
Ein Satz, den ich nicht mehr hören kann: „Das geht eh nicht.“
Hingucker im Büro: ein Kompass als Sinnbild für Orientierung, Richtung und einen stabilen Kurs
Was ich mir von der Wirtschaft/Unternehmen wünsche:
Ein bisschen mehr Vertrauen in die Qualität der Verwaltung – und weniger Florianiprinzip. Gilt aber manchmal umgekehrt auch.
Mein größtes Ziel:
Beruflich sei auf oben angeführte „größte Herausforderung für meine Organisation“ verwiesen. Privat-sportlich, weil bisher knapp verfehlt, vielleicht den Ötztaler Radmarathon doch noch unter neun Stunden zu finishen.
Die Zukunftsfrage Nummer eins für die Gesellschaft: Demokratiepolitisch: leben und leben lassen.
Meine wichtigsten Werte: Ehrlichkeit, Verlässlichkeit, Respekt
Soziale Netzwerke: Ein bisschen Zauberlehrling, also „die Geister, die man rief …“
Entspannung in der Freizeit finde ich … bei Familie und Kulinarik, beim Sport vor allem in alpinen Gefilden.
Lieblingsbuch: (mit Augenzwinkern) aktuell das Fotobuch vom letzten Urlaub, weil tausende Fotos am Smartphone sich ohnehin keiner ansieht.
Lieblingsmusik: Stimmungsabhängig, aber ohne besondere Vorlieben.
Sehnsuchtsort: Keineswegs plattitüdenhaft – dort, wo meine Lieben sind.
Fotos: Oliver Wolf