Zwei Männer in legerer Geschäftskleidung stehen in einem Innenraum unter modernen, kreisrunden Beleuchtungskörpern, vor einem architektonischen Hintergrund mit geschwungenen Linien, Balkonen und einem großen Oberlicht darüber.
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Geplante Zukunft aus einer Hand

Lebensräume für Generationen: Die IKK Group mit Sitz in Graz gehört zu den führenden Generalplanern und Beratern im Hoch- und Tiefbau in Österreich – mit Projekten im gesamten DACH-Raum. Franz-Christian Kraschl und Andreas Perchinig, die beiden Geschäftsführer der IKK Group, über die erfolgreiche Neupositionierung, aktuelle Herausforderungen, die Infrastruktur von morgen und den Mehrwert der Digitalisierung für die Ökologisierung im Bauwesen.

Great Place to Work“. In großen Lettern leuchtet uns die Tafel mit der Auszeichnung entgegen. Erst wenige Tage vor unserem Besuch wurde der IKK Group dieses Prädikat zuteil. Dass wir uns hier an einem außergewöhnlichen Arbeitsplatz befinden, hätten wir auch ohne „Great Place“-Hinweis vermutet. Allein architektonisch überzeugt das Bürogebäude in der Grazer Reininghausstraße auf allen Ebenen. Allen voran mit dem großzügigen Atrium, das den Rundumblick auf die spiralförmig angelegten Etagen freigibt – ein Hauch von Guggenheim-Museum. Neben der Stiege lädt eine lange Rutsche zum Schnellabstieg. Es herrschen gemütliche Lounge-Atmosphäre sowie heitere Betriebsamkeit, am Empfangstisch lockt eine knackfrische Apfelpyramide. Später werden wir von der Dachterrasse aus einen Blick auf den tiefgrünen Plabutsch werfen. Das Interview im Besprechungsraum findet trotz glutheißem Sommertag ohne Klimaanlage statt – für eine angenehme Raumtemperatur sorgt die Betonkernaktivierung. Klimaschonend und raumklimafördernd. Der 2020 errichtete Firmensitz – selbstredend geplant von der IKK Group – dient als attraktiver Arbeitsplatz und Referenzprojekt in einem. An weiteren Best-Practice-Projekten des Planungsunternehmens besteht kein Mangel. Die Bandbreite der IKK Group umfasst sämtliche Bereiche des Hoch- und Tiefbaus – von der Tunnelsanierung über Schienenprojekte und Wasserkraftwerke bis zu Bürogebäuden, Logistikzentren, Justizanstalten und Forschungszentren. Planungskompetenz quer über alle Bauaufgaben. „Auf diese Vielfalt sind wir durchaus stolz“, betonen die beiden Geschäftsführer Franz-Christian Kraschl und Andreas Perchinig im Gespräch. „Diese Projekte sind Beleg dafür, dass unsere Positionierung als Generalplaner und Berater im Hoch- und Tiefbau mit neun Fachbereichen voll aufgeht.“ Ein Team aus rund 200 Mitarbeitenden, vorwiegend aus der Architektur und dem Bauingenieurwesen, bietet an vier Standorten in Österreich ein großes Spektrum an Planungsleistungen an – von Architektur + Hochbau, Tragswerksplanung, Industrie-Stahlbau und Ingenieurbau über Infrastruktur, Tunnel + Geotechnik, Wasser + Umwelt bis zu Baumanagement sowie BIM + Digitalisierung. „Damit haben wir alle zentralen Kompetenzen in der Planung vollumfänglich abgedeckt. Diese Ausrichtung ermöglicht uns, sowohl komplexe Großprojekte zu realisieren als auch unser Know-how in einzelnen Fachbereichen gezielt am Markt anzubieten“, so Kraschl. „Auch für unsere Mitarbeitenden ein Riesenvorteil. Das Betätigungsfeld bleibt abwechslungsreich, die Projektlandschaften sind vielfältig – ein Job-Benefit, der die Motivation fördert.“ Aktuell betreut die IKK Group nicht weniger als 1.000 Projekte. „Die Palette reicht von kleinen Einzelprojekten bis zu echten Großprojekten in der Höhe von mehreren Millionen Euro Auftragsvolumen.“

Ein modernes, weißes, dreieckiges Gebäude mit vielen Fenstern steht an einer Straßenecke unter einem strahlend blauen Himmel. Entlang der Straße sind Autos geparkt, und die Gegend ist von Grün umgeben.
Das Headquarter der IKK Group in der Grazer Reininghausstraße: hochwertige Architektur und höchste ökologische Standards (z.B. Bauteilaktivierung) für rund 180 Mitarbeitende

Prestigeprojekt in Deutschland

Darüber hinaus ist das Unternehmen, dessen Ursprung bis in die 70er-Jahre zurückreicht und das seit 2023 als IKK Group firmiert, Teil der BKW AG mit Sitz in Bern. „Im Netzwerk von BKW Engineering gehören wir zum größten Verbund unabhängiger Ingenieur-, Architektur-, Gutachter- und Prüfunternehmen in der DACH-Region – mit über 4.000 Mitarbeitenden an mehr als 120 Standorten“, so Perchinig. „Ein Netzwerk, das uns viele Vorteile bietet. Damit haben wir innerhalb des Netzwerks die Möglichkeit, auf die Fachexpertise unserer Partnerbüros zurückzugreifen, und können vermehrt gemeinschaftlich Projekte anbieten – ob in Österreich, Deutschland der Schweiz oder international. Ein weiterer Vorteil ist, dass unsere Mitarbeitenden auch die Chance haben, bei Netzwerkpartnern im DACH-Raum zu arbeiten. Und: Aktuelle aufwändige Themen etwa im Bereich Nachhaltigkeitsberichterstattung oder KI sind im Verbund leichter zu bearbeiten als im Kleinen.“ Ein Prestigeprojekt setzt die IKK Group gerade mit der Generalplanung für die Zulaufstrecke zur Fehmarnbeltquerung, einer Tunnelquerung zwischen Deutschland und Dänemark, um. Die IKK Group übernahm im Auftrag der Deutschen Bahn die Schienenplanung sowie die Planung des Begleitwegenetzs der 14 Kilometer langen Zulaufstrecke inklusive Ingenieurbauwerke – von Graz aus. „Im Vorfeld war eine Vielzahl an Kriterien zu erfüllen, um die Qualifikation für die Deutsche Bahn zu schaffen“, so Kraschl. „Das Projekt läuft reibungslos und ist für uns eine wertvolle Erfahrung.“

„Unsere Ausrichtung ermöglicht es uns, sowohl komplexe Großprojekte zu realisieren als auch unser Know-how in einzelnen Fachbereichen gezielt am Markt anzubieten.“

Franz-Christian Kraschl und Andreas Perchinig
Geschäftsführer IKK Group

50:50 betrage das Verhältnis von Hochbau zu Tiefbau derzeit im Unternehmen, so die beiden Geschäftsführer. „Es hat sich über die Jahre angeglichen, während früher der Verkehrs- und Infrastrukturanteil etwas höher lag“, so Perchinig. Die Diversifikation schütze auch vor konjunkturellen Schwankungen. „Die Auswirkungen der Baukrise spüren wir kaum. Im Hochbau sind wir vor allem im gewerblichen und öffentlichen Bau tätig“, so Perchinig. In Summe sei das Unternehmen in den vergangenen drei Jahren, seit seiner Neuaufstellung, stetig gewachsen. „Was uns sehr freut, ist dass es auch ein positives organisches Wachstum gegeben hat“, erklärt Kraschl. „Wir haben es auch in schwierigen Zeiten bislang gut geschafft, stets neue Projekte zu akquirieren und auch die dafür notwendigen Fachkräfte zu finden“, so der Geschäftsführer. „Gerade im Tiefbau arbeiten wir eng mit öffentlichen Auftraggebern, wie der ÖBB und der ASFINAG, zusammen und können unsere Kompetenz und Expertise sowie unsere Mitarbeitenden dadurch stetig weiterentwickeln.“ Ausschlaggebend für den Erfolg, sind sich die beiden Geschäftsführer einig, sei die Unternehmensstrategie und Kernkompetenz, als Generalplaner aufzutreten: „Bei großen Projekten viele Leistungen aus einer Hand anbieten zu können – von der Projektentwicklung bis hin zur Ausführung – das macht uns stark.“

Referenzprojekte im Tiefbau:

Ein großer, unvollendeter unterirdischer Tunnel mit freiliegendem Bewehrungsstahl, einem Betonboden und verstreutem Baumaterial auf der linken Seite. Der Tunnel wird von Deckenleuchten beleuchtet, die ein Gefühl von Tiefe und Symmetrie vermitteln.
Semmeringbasistunnel (links)
Eine Straße mit zwei beleuchteten Tunneleingängen, einer davon mit der verschwommenen Bewegung eines vorbeifahrenden grünen Fahrzeugs. Die Tunnel sind von kahlen Bäumen und einer schrägen Böschung umgeben, und der Himmel scheint bedeckt zu sein.
Tunnelsanierungsprojekte wie z.B. Tunnelkette Lainberg A9 Pyhrn, Schienenplanung für die Koralmbahn und den Semmering-Basistunnel
Ein großes stählernes Brückenteil wird von Kränen über einen Fluss gehoben, darunter sind Bauarbeiter und Fahrzeuge zu sehen, im Hintergrund Gebäude.
Tegetthoffbrücke Graz (Bauaufsicht)

Fachkräfte für die Infrastruktur von morgen

Die größte Herausforderung derzeit? „Die Personalsuche“, so Perchinig und Kraschl unisono. „Arbeit gäbe es genug, aber immer die richtigen Leute für den jeweiligen Fachbereich zu finden, kann mitunter schwierig werden – besonders im Bereich Tiefbau und Infrastruktur.“ Ein Problem für die gesamte Branche. „Die ÖBB ist gerade dabei, den öffentlichen Verkehr massiv auszubauen bzw. instandzuhalten“, so Kraschl. „Es gibt immer wieder Projekte, wo wir aus Ressourcengründen gar nicht mitanbieten können. Und das ist schade, denn schließlich haben wir mit unseren Projekten großen Einfluss auf die Infrastruktur der Zukunft. Wir wollen proaktiv mitwirken, diese Infrastruktur nachhaltig zu gestalten – und unsere Mitarbeitenden können Teil dieser Vision sein.“ Daher sei man auch permanent im Austausch mit heimischen Bildungseinrichtungen, etwa der HTBLVA Graz-Ortweinschule – hier hat die IKK Group eine Patenklasse – oder der HTL Villach sowie der TU Graz und der FH Joanneum. „Wir sehen die gesamte Gesellschaft gefordert – wir alle müssen das Thema Bau wieder attraktiver machen. In den nächsten 10 bis 15 Jahren müssen wir viele Großprojekte in der Infrastruktur umsetzen, wenn wir die Energie- und Mobilitätswende schaffen wollen.“

Referenzprojekte im Hochbau:

Ein großes, im Bau befindliches Gebäude, umgeben von dichten Bäumen, mit Gerüsten, Baumaterialien und einem gelben Kran, der vor Ort zu sehen ist. Das Gebäude hat unfertige Wände und freiliegende Innenräume.
Das Jesuitenrefektorium am Grazer Rosenhain
Die Theresianische Militärakademie (MilAk) in Wiener Neustadt,
Ein modernes Gebäude mit Glasfassade steht inmitten von Bäumen und begrünten Wegen. Menschen gehen zu Fuß, fahren Rad und sitzen auf Bänken, während im Vordergrund eine Person in einer Weste des Roten Kreuzes zu sehen ist. Der Himmel ist blau und leicht bewölkt.
Die neue Landeszentrale Rotes Kreuz in Graz
Luftaufnahme eines modernen, von hohen Mauern umgebenen Gebäudekomplexes mit begrünten Dächern, begrünten Innenhöfen, Bäumen und einem Basketballplatz auf einer Wiese mit Parkplätzen und Straßen in der Nähe.
Die Justizanstalt Klagenfurt

Nachhaltiges Bauen dank BIM

Nachhaltiges Bauen ist ein zentrales Thema der Branche. „Ob EU-Taxonomie oder die neue OIB-Richtlinie – der Druck in Richtung Ökobilanzierung und Kreislaufwirtschaft wird größer“, so Perchinig. „Grundsätzlich liegt es natürlich in der Verantwortung des Auftraggebers, wie nachhaltig gebaut wird. Als ÖGNI-Consultants können wir bei jedem Projekt bestens beraten und unterstützen mit Planungen zu Material- und CO2-Optimierungen.“ Eine wesentliche Rolle spielen dabei detaillierte Lebenszyklusrechnungen. „Schließlich entfallen nur rund 20 % der gesamten Treibhausgase eines Gebäudes auf die Errichtung. Wir planen für Generationen und beeinflussen damit Lebensräume, aber auch Umwelt und Klima maßgeblich.“ Eine wesentliche Grundlage dafür stelle die Digitalisierung dar – allen voran Building Information Modeling (BIM), ein großer Schwerpunkt der IKK Group. „Um den CO2-Abdruck eines Gebäudes zu errechnen und letztlich zu verbessern, ist BIM ein unerlässliches Tool. Darüber hinaus dient uns BIM in sämtlichen Fachbereichen, um die Effizienz und Qualität in den Projekten zu steigern“, so die beiden Geschäftsführer. Zudem bietet das Unternehmen Schulungen an, um Fachkräfte optimal auf den Einsatz von BIM vorzubereiten. „Wir sind Ausbildungspartner von buildingSMART Austria und bieten BIM-Basis und -Practitioner-Lehrgänge an. Und wir gehen auch in HTLs und liefern Schülern praxisnahe und relevante Inhalte zu diesem Thema.“

IKK Group

  • Generalplaner und Berater im Hoch- und Tiefbau mit vier Standorten in Österreich
  • Die IKK Group ist Teil der Schweizer BKW AG und des „BKW Engineering – Network of Excellence“, dem größten Engineering-Netzwerk im DACH-Raum.

Standorte:

Graz (Headquarter), Wien, Steinhaus b. Wels und Villach

IKK Group steht für „Innovation, Kompetenz und Know-how“.

200 Mitarbeitende, vor allem aus den Bereichen Architektur und Bauingenieurwesen

Neun Fachbereiche:

  • Architektur + Hochbau
  • Baumanagement
  • BIM + Digitalisierung
  • Industrie-Stahlbau
  • Infrastruktur
  • Ingenieurbau
  • Tragwerksplanung
  • Tunnel + Geotechnik
  • Wasser + Umwelt

Projekte Hochbau
(Auswahl)

  • Jesuitenrefektorium Graz (Tragwerks­planung)
  • Justizanstalt Klagenfurt
  • Theresianische Militärakademie (MilAk , Wiener Neustadt)
  • A9 Mautstelle Bosruck
  • Landeszentrale Rotes Kreuz Graz
  • John Reed Fitness, Graz und Wien
  • Reininghaus Quartier 4a/Graz
  • Volks- und Mittelschule Viktor Kaplan/Graz
  • Neubau Küche Graz (Projektsteuerung)

Projekte Tiefbau
(Auswahl)

  • Koralmbahn und Semmering-Basistunnel (Schienenplanung)
  • Fehmarnbeltquerung (Schienenplanung und Planung Begleitwegenetz der Zulaufstrecke, Deutschland-Dänemark)
  • Straßenbahn Innenstadtentlastung Graz (Bauaufsicht)
  • S6 Semmering Schnellstraße Tunnelkette (Sanierung Bau)
  • Murbrücke Feldkirchen (wasserrechtliche Bauaufsicht)
  • A2 Südautobahn
    Tunnelkette Pack
    (Sanierung Bau)
  • A9 Pyhrn Autobahn,
    Sanierung Tunnelketten

Die Wurzeln der IKK Group liegen in den 70er-Jahren. Das heutige Unternehmen ging aus unterschiedlichen Planungs- und Engineering-Unternehmen hervor. Seit 2023 erfolgreich als Unternehmensgruppe IKK Group am Markt tätig.

Ein Fokus der IKK Group liegt auf Building Information Modeling (BIM). Als Ausbildungspartner von building­SMART Austria werden auch Schulungen angeboten. Ebenso im Portfolio: BIM-Management, -Koordination, -Projektsteuerung, -Beratung und -Modellerstellung

Fotos: Oliver Wolf, IKK Group, ARGEh2projectCC, SPIE Dürr Austria, Granit Bauunternehmung GmbH, Zinterl Architekten ZT GmbH, ÖBB/Ebner, Bundesheer; In Kooperation mit IKK Group

Banner mit dem Text "trinkvergnügen" und "Über 450 Weine & Champagner einfach online bestellen." Rechts zeigt ein Foto zwei Gläser Rotwein auf einem Holztisch im Freien bei Sonnenuntergang.
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