Die Chancen auf Schiene bringen
Jahrhundertchance? Quantensprung? Neue Superregion? Geht es um die Koralmbahn, die Mitte Dezember ihren Betrieb aufnimmt, mangelt es nicht an Superlativen. Doch was muss geschehen, damit das Megaprojekt zum echten Chancen-Turbo für Südösterreich wird? „SPIRIT of Styria“ fragte bei Wirtschaftsvertretern, Experten und Infrastrukturplayern aus Kärnten und der Steiermark nach. AREA Süd, quo vadis?
Nein, mit Lichtgeschwindigkeit wird sich die Koralmbahn nicht durch den Tunnel bewegen, aber Einsteins Relativitätstheorie greift dennoch. Raum und Zeit werden ab 14. Dezember 2025 in Kärnten und der Steiermark relativ – eine neue Raumzeit hält Einzug und lässt dies- und jenseits der Pack einen Wirtschaftskosmos mit hoher Schwerkraft entstehen. Arbeiten, Wohnen, Ausbildung, Handel, Tourismus und Kultur – kaum ein Lebensbereich, der künftig nicht von der Blitzverbindung Graz-Klagenfurt, in knackigen 41 Minuten, profitieren wird.
Motor für die regionale Entwicklung
„Leben am Land und Arbeiten in der Stadt – oder umgekehrt. Die Koralmbahn eröffnet kommenden Generationen eine ganz neue Lebensphilosophie“, bringt es Johann Posch, Bürgermeister von Groß St. Florian auf den Punkt. Die weststeirische Marktgemeinde steht mit ihren 4.100 Einwohnern schon jetzt als Gewinner der Koralmbahn fest. Vor dem Ostportal des Koralmtunnels entstand mit dem Bahnhof Weststeiermark der größte neue Haltepunkt zwischen Graz und Klagenfurt mit vier Bahnsteigen und neun Gleisen. Dazu kommen 450 Park&Ride-Parkplätze. „Ob zu Fuß, mit dem Fahrrad, per Mikroverkehr, Bus oder S-Bahn – von hier aus erreicht man Graz und den Kärntner Raum in kürzester Zeit“, so Posch über den Mobilitätsknoten, der die Koralmbahn mit der steirischen Westbahn Richtung Wies-Eibiswald verknüpft. Um die wirtschaftlichen Chancen zu nutzen, hat die Gemeinde in umfassende Vorleistungen investiert. So wurde eine eigene Gesellschaft – getragen von sechs Nachbargemeinden in der Region Deutschlandsberg – gegründet, die neue Gewerbe- und Industrieansiedlungsflächen bereitstellt. „Zehn Hektar Grundstücksflächen konnten auf diese Weise – im Rahmen eines interkommunalen Steuerausgleichs – erschlossen werden. Auch erste Betriebsansiedlungen wurden bereits gestartet bzw. umgesetzt“, so Posch.
„Nun gilt es, eine gemeinsame regionalpolitische Agenda umzusetzen, um den Wirtschaftsraum zu einem Vorzeigestandort in Europa zu machen.“
Ähnlich gerüstet zeigt sich das Pendant auf Kärntner Seite – der Bahnhof St. Paul im Lavanttal am westlichen Koralmtunnel-Portal, der die umliegende Region als moderne Mobilitätsdrehscheibe an den Fernverkehr anbindet. Zum Projekt Koralmbahn zählen aber auch Zubringerstrecken wie die Lavanttalbahn ab Wolfsberg mit insgesamt vier Haltepunkten, darunter St. Andrä im Lavanttal. „Die Eröffnung der Koralmbahn bedeutet einen Quantensprung in der Standortqualität. St. Andrä wird künftig in weniger als einer halben Stunde von Graz und Klagenfurt erreichbar sein“, so Bürgermeisterin Maria Knauder. „Das eröffnet unseren Betrieben neue Absatzmärkte, erleichtert Fachkräften die Mobilität und stärkt die Attraktivität des Standorts für Ansiedlungen. Auch junge Menschen profitieren, da Ausbildungsmöglichkeiten in den Universitätsstädten schneller erreichbar sind und gleichzeitig unsere Region als Wohnort an Attraktivität gewinnt.“ Dafür wurde bereits kräftig in die Weiterentwicklung der Infrastruktur investiert. 7,5 Hektar Flächen in der Industrie- und Gewerbezone in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof St. Paul sowie zur Autobahn-Ab- und Auffahrt wurden angekauft, davon sind noch vier Hektar Gewerbegebiet verfügbar.
„International wollen wir uns mit AREA Süd als attraktive Drehscheibe positionieren – zwischen Mitteleuropa, dem Balkan und Norditalien.“
AREA Süd – zweitgrößter Wirtschaftsraum Österreichs
Zwei Gemeinden, die in ihrer Aufbruchsstimmung beispielhaft für die neue Großregion stehen – den mit 1,8 Millionen Menschen nach Wien zweitgrößten Wirtschaftsraum Österreichs. Eine neue Superregion, die auch in der Außenwirkung ihren Widerhall finden soll. „Aus diesem Grund haben die Wirtschaftskammern Steiermark und Kärnten die Dachmarke AREA Süd ins Leben gerufen“, betont Josef Herk, Präsident der WKO Steiermark. „Für den Süden Österreichs ergibt sich dadurch eine Jahrhundertchance. Nun gilt es, eine gemeinsame regionalpolitische Agenda umzusetzen, um den Wirtschaftsraum zu einem Vorzeigestandort in Europa zu machen“, so Herk. Eine Agenda, die vom Arbeitsmarkt über den weiteren Infrastrukturausbau und den F&E- und Innovationsbereich bis hin zu einer gemeinsamen Vermarktung reicht. „Laut einer aktuellen Umfrage unter 1.085 Unternehmerinnen und Unternehmern in Kärnten und in der Steiermark bewerten 90 % die verstärkte Kooperation ,positiv‘ oder zumindest ,überwiegend positiv‘“, erklärt Herk. Als größte Chancen werden die höhere Arbeitskräftemobilität (61 %), die bessere Erreichbarkeit des jeweiligen Bezirks (59 %) und dessen wirtschaftlicher Bedeutungsgewinn (52 %) gesehen. Eine engere Zusammenarbeit zwischen den beiden Bundesländern wird vor allem in den Bereichen Wirtschaft (75 %), Bildung (64 %), Verwaltung (60 %) und Gesundheitsvorsorge (55 %) als sinnvoll erachtet. Welche politischen Maßnahmen braucht es nun, damit das Jahrhundertprojekt ein Erfolg wird? 67 % antworten mit einem raschen Ausbau der Infrastruktur – vor allem in den Bereichen Breitband, Photovoltaik und Pumpspeicherkraftwerke. 57 % plädieren für eine Vereinheitlichung von Landesgesetzen und 51 % für einen gemeinsamen Markenauftritt. Ähnlich sieht es Jürgen Mandl, Präsident der WKO Kärnten: „Ein Prestigeprojekt allein reicht nicht aus, wenn die Standortpolitik und die Infrastruktur im Umfeld nicht mithalten. Ein Brückenschlag zwischen Kärnten und der Steiermark kann nur gelingen, wenn wir größer denken: Unser Ziel ist wirtschaftliche Stärke durch Zusammenarbeit.“ Das könne nur funktionieren, wenn Projekte in den Bereichen Bildung, Forschung und Infrastruktur abgestimmt angegangen werden. „Es braucht eine vorausschauende Raumordnung, moderne Betriebsansiedlungsflächen und eine bessere Abstimmung der regionalen Verkehrssysteme.“ So müsse der Nahverkehr mit der Koralmbahn harmonieren, damit ein echter Mehrwert entstehen kann. Weitere Investitionen seien entscheidend. „In Kärnten fordere ich seit Langem den Ausbau des Logistikcenters Fürnitz sowie eine Güterbahntrasse im Kärntner Zentralraum. Auf diese Weise kann die Koralmbahn zur Lebensader für Industrie, Handel, Tourismus und Arbeitsmarkt werden.“ Sein Resümee: „Wir sind keine Randregion, sondern ein wirtschaftliches Zentrum. International wollen wir uns als attraktive Drehscheibe positionieren – zwischen Mitteleuropa, dem Balkan und Norditalien. Die AREA Süd soll das sichtbar machen.“
„Nur wenn Politik, Wirtschaft und Wissenschaft an einem Strang ziehen, kann die neue Metropolregion nachhaltig als attraktiver Wirtschafts- und Lebensraum etabliert werden.“
Koralmindex zur Erfolgsmessung
„Die Koralmbahn ist weit mehr als ein Tunnel durch einen Berg – sie markiert einen echten Wendepunkt für Südösterreich. Es entsteht eine neue, wirtschaftlich hochdynamische Achse, die das Potenzial hat, sich zur zweitgrößten Metropolregion Österreichs zu entwickeln“, betont auch Kurt Maier, Präsident der IV-Steiermark. „Kürzere Pendelzeiten und eine verbesserte Erreichbarkeit eröffnen Unternehmen, Investoren und Fachkräften neue Möglichkeiten.“ Doch es brauche flankierende Maßnahmen: frühzeitige Flächenwidmungen und die Modernisierung von Betriebsansiedlungszonen, den Ausbau regionaler Innovationszentren sowie ein aktives Standortmarketing nach innen und außen. „Ebenso zentral ist der Koralmindex, mit dem die Auswirkungen auf Arbeitsmarkt, Investitionen und Steueraufkommen regelmäßig evaluiert und transparent kommuniziert werden.“ Entscheidend sei eine enge Zusammenarbeit zwischen Steiermark und Kärnten – sowohl in Infrastruktur- und Verkehrspolitik als auch in Bildung, Forschung und internationaler Vernetzung, insbesondere mit Slowenien und Italien. „Nur wenn Politik, Wirtschaft und Wissenschaft an einem Strang ziehen, kann die neue Metropolregion Graz–Klagenfurt nachhaltig als attraktiver Wirtschafts- und Lebensraum etabliert werden.“
„Leben am Land und Arbeiten in der Stadt – oder umgekehrt. Die Koralmbahn eröffnet kommenden Generationen eine ganz neue Lebensphilosophie.“
Aufbruch ins elektrische Bahnzeitalter
Dass auch abseits der Hauptstrecke in Infrastruktur investiert wird, beweisen Mobilitätsanbieter wie die GKB und die Steirischen Landesbahnen. „Die Inbetriebnahme der Koralmbahn bringt nicht nur einen Entwicklungsschub für die GKB, sondern für die gesamte Südweststeiermark“, betont etwa GKB-Geschäftsführerin Barbara Kleinert. „Unser Unternehmen erfüllt eine wichtige Zubringerfunktion zur neuen Hochleistungsstrecke.“ Dafür setzt die GKB auf einen Paradigmenwechsel. Nach 165 Jahren Dampf- und Dieselbetrieb startet das Unternehmen ins elektrische Bahnzeitalter – mit dem Betrieb der ersten elektrischen S-Bahn-Linie. „Zudem werden mit der Inbetriebnahme der Koralmbahn im Bereich der Linie S6 massive Ausweitungen im Bahnangebot erfolgen. Und auch das Angebot des RegioBus Steiermark wurde auf die Koralmbahn und die S-Bahn-Linien ausgerichtet. Allesamt historische Meilensteine für die Mobilität in der Weststeiermark“, so Kleinert. Künftig will die GKB einen flächendeckenden elektrischen Bahnbetrieb mit einer einheitlichen Flotte aus voraussichtlich 28 neuen hochmodernen Elektrotriebwagen anbieten. „Der Investitionsbedarf beläuft sich auf mehrere hundert Millionen Euro – finanziert durch Bund, Land und GKB. Zudem wird die für den elektrischen Betrieb notwendige Instandhaltungsinfrastruktur errichtet. Auch weitere Investitionen in den Busbetrieb und die Regionalmobilität sind geplant.“
„Das Projekt eröffnet unseren Betrieben neue Absatzmärkte, erleichtert Fachkräften die Mobilität und stärkt die Attraktivität des Standorts für Ansiedlungen.“
70 Millionen Euro für Cargo Center
Auch die Steiermärkischen Landesbahnen bzw. die Steiermarkbahn, unter anderem Terminalbetreiber im Cargo Center Graz, investieren in unterschiedlichen Bereichen. „Der Cargo Terminal Graz hat sich seit seiner Eröffnung 2003 zu einer zentralen Logistikdrehscheibe Europas entwickelt. Die Koralmbahn schafft nun weitere entscheidende infrastrukturelle Voraussetzungen, um den Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern“, erklärt Direktor Ronald Kiss. „Die Vernetzung der Adria mit dem Baltikum auf einer Schienenachse, mit zahlreichen Knotenpunkten in Europa, eröffnet zahlreiche Möglichkeiten und Korridore für den Güterverkehr im Bahnbereich.“ Für die Steiermärkischen Landesbahnen bedeute das einen weiteren Anstieg im Containerumschlag sowie eine wachsende Nachfrage von zahlreichen Eisenbahnverkehrsunternehmen und Bahnoperateuren, die ihren Güterverkehr über den Cargo Terminal Graz abwickeln möchten. „Gleichzeitig erfordert dies von uns, vor allem bei Spitzenbelastungen, die Abläufe und Arbeitsprozesse optimal zu organisieren.“ Mit steigender Auslastung wurden umfassende Erweiterungen erforderlich, zuletzt mit der Inbetriebnahme der Anschlussbahn Nord 2024 und Investitionen von 70 Millionen Euro – finanziert durch eine gemeinsame Projektgesellschaft der Cargo Center Graz GmbH und des Landes Steiermark. Mit einer Gesamtfläche von rund 125 ha und über 310.000 m² Hallennutzfläche zählt der Cargo Terminal Graz heute zu den größten Logistikzentren Europas und trägt wesentlich zur Optimierung internationaler Warenströme bei. „Durch die Koralmbahn gewinnt der Ausbau zusätzlich an Bedeutung, da künftig noch größere Gütermengen über Werndorf abgewickelt werden. Um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden, wird laufend in die Erweiterung und Modernisierung des Terminals investiert.“
„Nach 165 Jahren Dampf- und Dieselbetrieb startet unser Unternehmen ins elektrische Bahnzeitalter.“
Game-Changer für heimische Cluster
Wie sehr die Koralmbahn die Vernetzungskraft innerhalb der Großregion steigert, zeigt das Beispiel heimischer Cluster und Netzwerke – allen voran der Silicon Alps Cluster und der Green Tech Cluster. „Die Koralmbahn bedeutet für die Unternehmen und Organisationen des Silicon Alps Clusters eine grundlegende Erweiterung und Stärkung des eigenen Standorts“, so Geschäftsführer Robert Gfrerer über die bundeslandübergreifende Cluster-Organisation. „Ein Halbleiter-Konzern mit Standorten in Villach und Graz beispielsweise kann Organisationseinheiten und Teams in Zukunft viel ,näher‘ oder auch ,zusammen denken‘.“ Damit das Zusammenwachsen ein voller Erfolg werden könne, müsse aber ein gemeinsamer Hochschul- und Forschungsraum entstehen. „Die Hochschulen und Universitäten der Steiermark und Kärntens sollen gemeinsame Studien entwickeln und die Möglichkeit für flexibles Studieren über Ländergrenzen hinweg ermöglichen – gut, dass daran bereits gearbeitet wird“, so Gfrerer. „Der zweite wesentliche Erfolgsfaktor ist der intelligente Ausbau der regionalen Zubringerinfrastruktur. Es nützt ja nichts, wenn ich in einer Dreiviertelstunde von Graz nach Klagenfurt komme – und dann eine weitere Dreiviertelstunde zu meinem nahen endgültigen Ziel benötige. Auch die Frage nach durchgehenden Fahrtickets ist ebenso noch offen wie Parkmöglichkeiten von Menschen aus den Umlandgemeinden. Die Qualität der Anschlussverbindungen wird darüber entscheiden, wie erfolgreich das Projekt wird. Es gibt noch viel zu tun.“
„Mit der Koralmbahn geht ein weiterer Anstieg des Containerumschlags beim Cargo Terminal Graz einher.“
„Die Koralmbahn ist ein Turbo für die gemeinsame Innovationsregion“, ergänzt Bernhard Puttinger, Geschäftsführer des Green Tech Clusters. „Gerade im Bereich der grünen Technologien prägen viele Pioniere, Leitbetriebe und Forschungseinrichtungen beidseits der Koralm unser ,Green Tech Valley‘, den internationalen führenden Technologie-Hub für Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft. Wir als Cluster arbeiten bereits im dritten Jahr mit fußläufigen Büros zu den beiden Bahnhöfen Graz und Klagenfurt. Diese Verbindung wird als Game-Changer den Zugang zu neuen Partnern und Talenten massiv erleichtern. Und die grüne Innovationsachse wirkt: Bereits erzielte Kooperationen mit Partnern auf beiden Seiten sind unter anderem das Kunststoffrecycling von SynCycle, das Hochfahren der Wasserstoffwirtschaft im Projekt ,Hydrogen Valley‘ sowie Gründungen von grünen Start-ups im Programm Green Tech Summer.“
„Damit das Zusammenwachsen ein voller Erfolg wird, muss ein gemeinsamer Hochschul- und Forschungsraum entstehen.“
Chancen für F&E und Arbeitsmarkt
Teil dieser Innovationsregion ist auch der Science- und Technologiepark Lakeside mit Sitz am Wörthersee, dem die Koralmbahn neue Chancen in Forschung, Entwicklung und Innovation bringt. „Unternehmen und Forschungsorganisationen können ihre Kooperationen vertiefen, Projekte schneller realisieren und internationale Partner stärker einbinden“, bestätigt Bernhard Lamprecht, Geschäftsführer Lakeside Science & Technology Park. „Die verbesserte Erreichbarkeit erleichtert den Zugang zu Talenten, fördert gemeinsame Forschungsinitiativen entlang der Forschungsachse Süd und stärkt bestehende Partnerschaften. Insgesamt steigert die Koralmbahn die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Kärntner Technologieparks und positioniert sie langfristig als zentrale Plattform für kooperative Forschung und technologische Spitzenleistungen.“
Und schließlich profitiert auch der Arbeitsmarkt. „Die bessere Erreichbarkeit erleichtert das Pendeln, stärkt Betriebe und macht die Region für Arbeitskräfte deutlich attraktiver auf beiden Seiten der Pack“, erklärt Karl-Heinz Snobe, Geschäftsführer AMS Steiermark. „Die zwei AMS-Landesorganisationen Steiermark und Kärnten planen für die Regionen entlang der neuen Strecke Kooperationen in der Berufsorientierung, der Jobvermittlung und der Qualifizierung für gefragte Berufe. Wir wollen Förderinstrumente abstimmen und regionale Arbeitsmarktanalysen betreiben und damit die Entwicklung der Region aktiv unterstützen – für einen zukunftsfitten Arbeitsmarkt mit echten Perspektiven.“
Koralmbahn
- Die Koralmbahn-Strecke umfasst 130 Kilometer zwischen Graz und Klagenfurt.
- Herzstück ist der 32,9 Kilometer lange Koralmtunnel.
- Hochleistungsstrecke, die für Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 250 km/h ausgelegt ist.
- Zweispurige, elektrifizierte Schienenstrecke mit über 100 Brücken und zwölf Tunnelbauwerken
- 14 Bahnhöfe bzw. Haltestellen sowie ein Güterbahnhof
- Eröffnung: 14. Dezember 2025
- Projektdauer: 30 Jahre
- Kosten: 5,9 Milliarden Euro
- Direkte Fahrzeit zwischen Graz und Klagenfurt: 41 Minuten
- Die Fahrzeit Wien–Klagenfurt verringert sich nach Fertigstellung des Semmering-Basistunnels von
4 Stunden auf 2 Stunden und 40 Minuten. - Das Güterterminal Süd (Cargo Center Graz) in Werndorf, ein Fracht-Umschlagplatz zwischen der Schiene (z. B. von den Adriahäfen Koper und Triest) und der Straße, wurde mit einem Güterbahnhof in Wundschuh an die Koralmbahn angebunden.
- Im Zuge der Koralmbahneröffnung baut die ÖBB ihr Zugangebot massiv aus: Künftig gibt es 33 tägliche Verbindungen zwischen Wien und Graz (statt bisher 18), 29 Verbindungen pro Tag von Graz nach Klagenfurt (statt bisher 8 mit dem Bus) und 26 Verbindungen von Wien nach Klagenfurt (statt bisher 10).
IKK Group: Mitgestalter der Koralmbahn
Maßgeblicher Partner für die Planung der Koralmbahn war die IKK Group mit Sitz in Graz, die das Projekt seit über 25 Jahren begleitet – vom UVP-Verfahren über die Trassenfindung bis zur eisenbahnrechtlichen Einreichplanung. Die IKK Group plante die Bauabschnitte vom Flughafen Graz bis Bahnhof Wettmannstätten, verantwortete die Bauausführungs- und Bestandsplanung in mehreren Baulosen sowie die gesamte Bahnstromleitung entlang der Strecke. Parallel übernahm die IKK Group sämtliche Straßenplanungen im übergeordneten Landesstraßennetz, Gemeindestraßen und Zufahrten, Bahnhofs- und Haltestellenbauten inklusive P&R-Plätzen, die Ausschreibungen sowie die Abstimmung aller Übereinkommen zwischen ÖBB, Land und Gemeinden. „Die größten Herausforderungen lagen in der langen Projektlaufzeit, der ständigen Anpassung an neue Regelwerke, der Koordination zahlreicher Beteiligter und der Abstimmung technischer Wünsche bei minimalem Flächenverbrauch“, so Gerhard Witrisal, Senior Expert bei der IKK Group. „Umso mehr erfüllt es uns mit Stolz und Freude, dass wir hier einen wesentlichen Beitrag für Österreichs Mobilität erbracht haben.“
Foto: FKK, WK/Wolf, WKK/Helge Bauer, IV/Marija Kanizaj, SAC/Daniel Waschnig Photography, GTV/Foto Fischer, AMS/Foto Fischer, beigestellt
