Ein lächelnder Mann mit Brille steht neben einem orangefarbenen Eishockeytrikot, das an einer Schaufensterpuppe mit einer Medaille hängt, und posiert in einem modernen Raum mit Erinnerungsstücken des Teams.
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Powerplay auf allen Linien 

Visionen, Teamgeist, Leadership: Herbert Jerich, geschäftsführender Eigentümer von Jerich International und Präsident des österreichischen Eishockeymeisters Graz99ers, im großen Cover-Interview mit „SPIRIT of Styria“ über die Parallelen zwischen Spitzensport und Business, die nächsten Pläne als Firmenchef und Präsident, geopolitische Herausforderungen für die Logistikbranche, Neuaufträge von Amazon und warum man sich Neid erarbeiten muss.

Die meisten Unternehmer haben Büros, andere haben Erlebnisräume. Herbert Jerich zählt dazu. Im ersten Stock seines Headquarters in Gleisdorf wird man – salopp gesagt – mit dem Schauen nicht fertig. Gegenstände mit Symbolkraft, soweit das Auge reicht. Ein Graz99ers-Meistertrikot in der einen Ecke, Rennfahrerhelme in der anderen, ein repräsentativer Schreibtisch in der Raummitte, daneben Kindermöbel mit Spielmöglichkeiten für den Nachwuchs, ein Modell eines Jerich-Lkw, moderne Kunst an den Wänden sowie knallorange Stühle rund um einen großen Besprechungstisch. Sitzmöbel in den Vereinsfarben der Graz99ers? „Nein, das ist Zufall – die habe ich schon lange vor meiner Präsidentschaft gekauft“, lacht der Firmenchef. Möglicherweise das Einzige, das Herbert Jerich in den vergangenen Jahren dem Zufall überließ. Nach außen jovial und umgänglich, zugleich konsequent und kompromisslos beim Erreichen seiner Ziele – so kennt man den 48-Jährigen, ob mit seinem weltweit tätigen Logistikunternehmen Jerich International oder dem aktuellen österreichischen Eishockey-Meister Graz99ers.

Schon in seiner zweiten Saison als Vereinspräsident dirigierte er das Team ganz an die Spitze. „Es braucht eine klare Vision, das richtige Team und auch den Mut, unpopuläre Entscheidungen zu treffen“, erklärt Jerich. Mit seinem Unternehmen knackte er bereits vor vier Jahren die 300 Mio. Euro Umsatzgrenze und ist mit internationalen Großkunden wie Amazon, Magna, Sappi oder Avery Dennison dies- und jenseits des Atlantiks erfolgreich. Wir treffen Mister Powerplay während der Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada. Drei Länder, in denen auch Herbert Jerich Standorte betreibt.

Ein Mann mit Brille, der einen hellen karierten Blazer trägt, sitzt an einem Schreibtisch mit einem Laptop; im Hintergrund sind ein Sporttrikot und Medaillen zu sehen.
„Derzeit kratzen wir an der Schallmauer von 10 Millionen jährlicher Lieferungen für Amazon“, so Herbert Jerich.

Sommer 2026 – die halbe Welt im Fußball-Fieber. Auch der Präsident des österreichischen Eishockey-Meisters?

Ich gebe zu, Fußball war nie ganz mein Metier, aber bei so einem Megaevent, noch dazu mit österreichischer Beteiligung, bin ich natürlich dabei. Vor allem die Spiele unserer Nationalmannschaft habe ich genau mitverfolgt und fest die Daumen gedrückt.

Ihr Herz schlug stets für andere Sportarten?

In der Schülerliga habe ich als Tormann gespielt – und bei einem Turnier in Ungarn eine Auszeichnung als bester Tormann erhalten. Danach habe ich meine Karriere beendet. (lacht) Andere Sportarten haben mir mehr getaugt. Ich habe schon immer gerne Tennis gespielt, aber auch Eishockey. Für die EZ Torpedos Gleisdorf bin ich in der NHL, der National Hobby League, aufs Eis gelaufen. Der perfekte Ausgleich, um mich im Winter fit für den Rennsport zu halten. Ich bin in meiner Jugend Formel 3 gefahren. Mein Vater hat immer gesagt: Wenn es für die Formel 1 nicht reicht, dann musst du – oder darfst du – einmal die Firma übernehmen. Böse Zungen behaupten, dass ich für die Spitze zu langsam war – ich sage, ich war einfach körperlich zu groß. (lacht) Dennoch: Es war eine prägende und lehrreiche Zeit. Man lernt, Entscheidungen verantwortungsvoll zu treffen, wenn man mit 350 km/h in die Kurve fährt. Und man lernt, mit einem vorgegebenen Setting besser zu sein als die Konkurrenz.

Ein Mann hält auf einem Balkon eine große Trophäe über den Kopf und blickt auf eine jubelnde Menschenmenge auf einem historischen Stadtplatz hinunter.
Präsidiale Euphorie: Herbert Jerich bei der Meisterfeier mit den Graz99ers auf dem Grazer Hauptplatz

Welchen Stellenwert hat der Eishockeysport hierzulande?

In den vergangenen Jahren ist der Stellenwert in Österreich sicher gestiegen – denken wir an die Euphorie, die unser Eishockey-Nationalteam im Vorjahr bei der WM mit dem Viertelfinaleinzug entfacht hat. Auch heuer gab es tolle Siege. Eishockey ist am aufsteigenden Ast. Alles steht und fällt natürlich mit den Erfolgen. Umso mehr freut es mich, dass wir in der Region Graz einen neuen Hype auslösen konnten. Der Erfolg wirkt wie ein Magnet. Plötzlich kommen wieder Leute in den „Bunker“, die Fans waren Erfolge ja gar nicht mehr gewohnt.

In der zweiten Saison als Präsident gleich der Meistertitel. War es das klare Ziel?

Mit der Übernahme der Präsidentschaft war das Ziel klar definiert, dass wir Meister werden wollen. Dass es bereits in der zweiten Saison gelang, ist natürlich sensationell. Entscheidend war das Mindset. Die Überzeugung musste erst in die Köpfe der Spieler rein. Denn die Erwartungshaltung im Klub war ja lange Zeit: „Na ja, wenn wir mal verlieren, dann ist das halt so.“ Aber so eine Einstellung geht bei mir nicht. Daher habe ich mitten in der Saison entschieden, mit Daniel Lacroix einen neuen Trainer zu holen. Das war der Schlüssel zum Erfolg. Wir haben unser Ziel erreicht und die Menschen begeistert. Der Autokorso durch die Herrengasse und die große Meisterfeier auf dem Hauptplatz mit fast 10.000 Fans – das bleibt unvergesslich. Es freut mich auch für die Fans, die dadurch in schwierigen Zeiten positive Emotionen erleben dürfen.

Firma, Eishockey, Familie – hat Ihr Tag drei Drittel?

Ja, das kommt mir manchmal auch so vor. (lacht) Der Alltag ist tatsächlich intensiv, ich habe auch viele Geschäftsreisen – oft bin ich zwei, drei Tage in der Woche im Ausland bei unseren Niederlassungen. Daher muss ich mich an dieser Stelle bei meiner Frau bedanken. Sie hat einen großen Anteil daran, dass wir Meister geworden sind. Ich kann mich am Freitagnachmittag nur ins Stadion verabschieden, weil ich weiß, dass sie mit unseren Kindern alles im Griff hat und ich mich voll auf sie verlassen kann. Denn jeder weiß: Wenn ich einen Job wie den des 99ers-Präsidenten annehme, dann mache ich das mit ganzem Herzen und klarem Fokus. Da gibt es keine halben Sachen.

ZUM VEREIN
Ein lächelnder Mann mit Brille steht neben einem orangefarbenen Eishockeytrikot, das an einer Schaufensterpuppe mit einer Medaille hängt, und posiert in einem modernen Raum mit Erinnerungsstücken des Teams.
Herbert Jerich, Firmenchef und Präsident der „Moser Medical Graz99ers“, in seinem Büro im Headquarter in Gleisdorf

Moser Medical Graz99ers

  • gegründet 1999
  • Präsident: Herbert Jerich
  • General Manager: Bernd Vollmann
  • Cheftrainer: Daniel Lacroix
  • Heimstätte: Eisstadion Graz-Liebenau („Bunker“)
  • in der Saison 2025/26 erstmals österreichischer Meister
https://99ers.at

Das größte Ziel zu erreichen, kann auch unglücklich machen, sagt die Psychologie. Haben Sie noch Ziele mit den 99ers?

Unglücklich bin ich durch die 99ers sicher nicht geworden (lacht), aber man darf auch nicht überschwänglich werden. Und ja, es gibt noch ausreichend Ziele. In dieser Saison wollen wir in der Champions League erfolgreich sein. Und: Wir wollen den zweiten Meistertitel. Ich bin froh und stolz, dass unser Trainer bleibt. Er war sehr umworben und es war nicht einfach, ihn zu halten. Ebenso wichtig für die Zukunft der 99ers: Wir wollen künftig mehr in unsere Jugend investieren, heimische Talente fördern und vermehrt Eigenbauspieler in die Kampfmannschaft bekommen. Das ist ganz wichtig!

Generell: Was bringt Ihnen Ihr Engagement im Sportsponsoring?

Nach dem Rückzug meines Vorgängers beim Club habe ich mir vorgenommen, dass ich es besser machen will als die Vereinsführung vor mir. Das ist mit viel Herzblut gelungen. Auch wenn ich feststellen musste: Nicht alle gönnen mir den Erfolg. Für mich ein weiterer Beweis dafür, dass man sich in Österreich Neid hart erarbeiten muss. Durch den Meistertitel ist die Wahrnehmung von den Graz99ers in Europa immens gestiegen. We put Graz on the map. Dadurch haben unsere Sponsoren viel Präsenz, nicht nur in Österreich, sondern auch international – allein die Spiele im TV bringen einen hohen Werbewert. Ich sehe den Verein als erstklassige Werbeplattform. Zudem hat Sportsponsoring in unserer Firma eine lange Tradition – wir sind eine sportbegeisterte Familie. Da ich drei Kinder habe und selbst einmal Kind war, weiß ich, wie wichtig Sportvereine für eine Region sind. Sportsponsoring liegt gleichsam in unseren Genen.

Erfolg in der Wirtschaft, Erfolg im Sport – was haben beide gemeinsam?

Da gibt es viele Parallelen. Man braucht Disziplin, Leadership, Teamgeist und den nötigen Instinkt, was man als nächstes tut. Ein guter Leader muss ein Motivator sein und sein Team mobilisieren können – ob im Sport oder im Unternehmen. Und es braucht Visionen – ein langfristiges Ziel. Und eine Vorstellung davon, wie man das Ziel erreicht. Dafür braucht man eine klare und konsequente Linie. Und die innere Überzeugung, dass es die richtige ist.

„Leadership heißt, auch unpopuläre Entscheidungen zu treffen – wenn man überzeugt ist, dass sie für den Erfolg notwendig sind.“

Herbert Jerich
Jerich International

Die Unterschiede zwischen Spitzensport und Unternehmertum?

Wenn du als Spitzensportler ein hart erarbeitetes Ziel erreicht hast, kann es dir keiner mehr nehmen. Ein Olympiasieg ist ein Olympiasieg. Aber in der Wirtschaft kannst du nicht einfach sagen: „Okay, ich habe jetzt 100 Millionen Umsatz geschafft – Ziel erreicht und fertig!“ Es geht immer weiter und es folgen nahtlos die nächsten Ziele. In der Privatwirtschaft ist die Frage schwer zu beantworten: Wann habe ich es wirklich geschafft?

Sie gelten als impulsiv und direkt und polarisieren damit auch. Sind Sie eine Reizfigur?

Als ich in der vergangenen Saison den Trainer entlassen habe, hat das sicher polarisiert. Ich war überzeugt, dass es die richtige Entscheidung ist – viele haben es anders gesehen und es gab viel Gegenwind. Aber auch als Firmenchef muss ich Entscheidungen nach meinen Überzeugungen treffen und kann davor nicht jedes Mal eine Volksbefragung abhalten. Leadership heißt, auch unpopuläre Entscheidungen zu treffen – wenn man überzeugt ist, dass sie für den Erfolg notwendig sind. Mein Glück: Ich bin selten auf Social Media und lese weder die bösen noch die guten Kommentare. (lacht)

ZUM UNTERNEHMEN

Jerich International

  • Gegründet 1969 von Herbert Jerich sen.
  • Herbert Jerich übernahm 2019 und setzte den erfolgreichen Weg fort – vom regionalen Anbieter zu einem weltweit tätigen Logistikspezialisten mit Großkunden aus Handel und Industrie.
  • Jerich bietet integrierte Logistikdienstleistungen entlang der gesamten Lieferkette vom Auftragseingang bis zur Auslieferung an den Endkunden.
  • Zentraler Erfolgsfaktor ist der Betrieb von strategisch günstig gelegenen Distributionszentren (Terminals) in Europa, Nordamerika sowie in Dubai.
  • 33 Standorte in 22 Ländern
  • Insgesamt 300.000 m2 überdachte Fläche
  • Holistic Logistics: Jerich setzt auf Just-in-Time-Lieferung als ganzheitliches Logistikkonzept.
  • Im Zentrum: die Entwicklung maßgeschneiderter Logistikkonzepte sowie die koordinierte Umsetzung von Straßen-, Schienen-, See- und Terminaltransporten sowie multimodalen Lösungen
  • Die Lkw-Flotte umfasst rund 600 disponierbare Fahrzeuge.
  • Kunden aus unterschiedlichen Branchen, vor allem Papier, Automotive, Stahl, Verpackung, Holz und Getränke, darunter (Auswahl): Sappi, Norske Skog, Mondi, Avery Dennison, Arcelor, Amazon, Magna, Voestalpine, Brauunion
  • Jahresumsatz 324 Mio. Euro
  • Rund 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weltweit, davon 200 in Österreich
  • Mehrfach international ausgezeichnet als
    „Supplier of the year“
  • Herbert Jerich ist verheiratet, 2 Töchter (7 und 4 Jahre) und ein Sohn (1 Jahr).

Apropos Firmenchef: Wie zufrieden sind Sie mit der aktuellen Entwicklung von Jerich International?

Wir sind sehr zufrieden mit der Auftragslage und dem Forecast. Eine interne Regel bei uns im Haus lautet: Wir budgetieren für das kommende Jahr nur das, was wir im Vorjahr hatten. Das verringert den Stress – ein Gegensatz zu börsennotierten Unternehmen, wo jedes Jahr ein bestimmter Prozentwert an Wachstum einzuplanen ist. Natürlich freuen auch wir uns über ein Plus und strengen uns sehr an, neues Geschäft dazuzugewinnen, aber wir müssen nicht um jeden Preis wachsen. Das ist ein gewisser Luxus.

Wo können Sie noch Neugeschäft gewinnen?

Zuletzt haben wir unser Geschäft mit Amazon um neue Produkte erweitern können. Seit Jahren machen wir das Order Fulfillment, also die gesamte Auftragsabwicklung, für die Bestellung von Kopierpapier für Amazon in den USA – zuletzt haben wir auch Halbliterflaschen Wasser im Sechser- und Zwölfer-Pack neu dazubekommen, ebenso wie das Order Fulfillment für Windeln. Derzeit kratzen wir an der Schallmauer von 10 Millionen jährlicher Lieferungen für Amazon. Order Fulfillment heißt, wir holen die Ware von den Werken ab, lagern sie in unseren Terminals ein und wenn ein Amazon-Kunde bestellt, machen wir die Lieferung versandfertig und übergeben an Distributoren wie UPS, die die Zustellung zum Endkunden übernehmen. In dem Bereich sehen wir weiterhin viel Potenzial.

An einem bewölkten Tag stehen die grün-gelben Lkw von Jerich International Mercedes-Benz in einer Reihe und warten auf ihren Transport.
Straße, Schiene oder Seeweg: Jerich setzt auf ganzheitliche Logistikkonzepte für die Kunden. Die Flotte umfasst derzeit rund 600 disponierbare Lkw.

In welchen Teilen von den USA sind Sie aktiv?

Wir sind in allen Teilen der USA vertreten – inklusive Kanada und neuerdings auch Mexiko. Als Prime-Partner von Amazon müssen wir die Ware über Nacht zustellen. Ob in Wyoming, Los Angeles oder Idaho – dafür braucht es ein gutes Netzwerk. Unsere Terminals sind wie in einem Spinnennetz über das gesamte Land verteilt. Seit zwei Jahren arbeiten wir auch in Europa für Amazon. Dafür nutzen wir unsere europäischen Terminals wie z.B. Liverpool, Mailand, Madrid, Perpignan oder Wesel/Düsseldorf.

Jerich steht für Holistic Logistics – was bedeutet das in der Praxis?

Holistic Logistics steht für ganzheitliche Logistik und maßgeschneiderte Logistiklösungen – vom Anfang der Wertschöpfungskette bis zum Endkunden, wir decken die gesamte Supply Chain ab. Egal, welches Transportmittel, ob Straße, Schiene oder Seeweg – wir liefern Just-in-Time oder Just-in-Sequence. Dafür sind wir mit unseren Terminals an 33 Standorten weltweit ganz nah an unseren Kunden, oftmals in der Nähe von Containerhäfen.

Die derzeit größte Herausforderung?

Die geopolitischen Rahmenbedingungen machen Planungen schwierig. Die Sperre der Straße von Hormus betrifft auch uns und unsere Kunden – es werden in Summe weniger Container verschifft. So wird etwa Kopierpapier für einen unserer Großkunden in Abu Dhabi hergestellt – die notwendig gewordene Ausweichroute kostet um einiges mehr. Es ist unser täglich Brot, den Kunden in jeder Situation Lösungen anzubieten, aber die Lage macht es komplizierter und teurer. Die vergangenen Monate waren für die gesamte Branche ein Albtraum, die Logistikunternehmen hoffen auf eine dauerhaft stabile Lösung.

„Die Ereignisse im Nahen Osten sind für die Logistikbranche ein Albtraum – wir hoffen auf eine dauerhaft stabile Lösung.“

Herbert Jerich
Jerich International

Trump, Inflation & Co. – welche der aktuell multiplen Krisen spüren Sie noch?

Vor allem die Zollpolitik von Donald Trump sorgt für viel Unsicherheit – auch für uns. Wir sehen mittlerweile, dass unsere Kunden deren Kunden in die USA nicht verlieren wollen und die Zölle schlucken – neue Projekte sind allerdings vielfach auf Eis gelegt. Neukundenakquise ist in dieser Situation fast nicht machbar. Dagegen sind die gestiegenen Spritpreise für uns durch die Indexanpassung weniger ein Problem – aber natürlich für den Endkonsumenten. Wenn die Logistikkosten steigen, werden die Endprodukte teurer.

Der Einfluss von KI auf die Logistik – Hype oder Revolution?

In der Routenplanung ist KI ein wichtiges Thema. Aber es ist nicht überall KI drin, wo es draufsteht. Wer KI in der Disposition einsetzt, sollte sich das Produkt vorher genau anschauen. In dem Bereich gibt es noch Potenzial – ich bin sicher, da wird künftig noch einiges kommen. Auch wir versuchen, die Entwicklung voranzutreiben – dafür kooperieren wir mit dem renommierten Fraunhofer Institut und entwickeln gemeinsam KI-Lösungen und Programme zur Automatisierung der Disposition. An Digitalisierung führt ohnehin kein Weg vorbei: Das automatisierte Einlesen und Verarbeiten von Dokumenten ist längst gang und gäbe.

Luftaufnahme einer großen Lagerhalle mit Lkw, die an den Laderampen geparkt sind, umgeben von Bäumen und grünen Feldern unter einem klaren Himmel.
Globales Netzwerk: 33 Terminals betreibt Jerich International weltweit, einer der größten befindet sich in Dayton (NJ) in den USA.

Wie wird der Lkw der Zukunft angetrieben?

Im internationalen Schwerverkehr wird es für die E-Mobilität mit einer 4-Tonnen-Batterie schwer werden, sich durchzusetzen. Außer man erhöht die Zuladungsgrenzen deutlich. Ganz anders ist die Situation bei kleineren Lkw und im Stadtverkehr – in der urbanen Logistik ist E-Mobilität die perfekte Lösung. Bei Wasserstoff sehe ich in den nächsten Jahren keine großen Durchbrüche. Ich gehe davon aus, dass optimierte Verbrenner im Schwerverkehr in den nächsten 10 Jahren dominierend bleiben werden, wenn sich die Gegebenheiten nicht ändern. In Nischen werden auch andere Treibstoffe zum Zug kommen – auch wir setzen in Belgien und Luxemburg auf CNG, also Compressed Natural Gas. Dort haben wir 16 Lkw im Shuttle-Einsatz, die sehr CO2-reduziert unterwegs sind.

Zum Abschluss: Wie halten Sie sich selbst körperlich fit?

Regelmäßig laufen für den Stressabbau. Zudem gehe ich gerne die Lifttrasse auf den Schöckl hinauf. Das ist meine „Rennstrecke“, auf die ich schon einige 99er-Spieler hinaufgetrieben habe. (lacht) Dann natürlich Tennis spielen – das Beste, um mich auszupowern. Ebenso wichtig: Ich achte sehr auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung – aber nicht dogmatisch. Hin und wieder ein Schnitzerl darf auch sein.

Fotos: Oliver Wolf

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