Graz sagt der Tigermücke den Kampf an
Sie ist klein, tagaktiv – und potenziell gefährlich: die asiatische Tigermücke. Jetzt startet Graz als erste Stadt Österreichs ein Pilotprojekt mit 125.000 sterilen Männchen, um die Population der lästigen und krankheitsübertragenden Gelsenart einzudämmen.
125.000 sterilisierte Männchen gegen die Plage
Heute Vormittag im Heimgarten Schönau: Das Gesundheitsamt der Stadt Graz und die Seibersdorf Labor GmbH ließen erstmals in Österreich 125.000 sterile Tigermückenmännchen frei. Die Insekten stechen nicht und sind fortpflanzungsunfähig. Die Hoffnung: Durch die Paarung mit Weibchen, die sich nur einmal im Jahr fortpflanzen, soll die Population in den kommenden Jahren deutlich sinken. Die Methode („Sterile Insect Technique“) hat sich international – etwa in Bologna – bereits bewährt.
„Neben dieser innovativen Maßnahme bleibt die Mithilfe der Bevölkerung entscheidend: Stehendes Wasser in Regentonnen, Blumentopfuntersetzern, Gießkannen oder Vogeltränken sollte entfernt oder abgedeckt werden, um Brutstätten zu vermeiden,“ betont Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer (KPÖ).
„Die Tigermücke kennt keine Stadtgrenzen. Mit diesem Projekt wollen wir nicht nur die Zahl in Graz reduzieren, sondern auch wertvolle Erkenntnisse für andere Regionen liefern“, sagt Dr.in Eva Winter, Leiterin des Gesundheitsamtes Graz.
Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet. In zwei definierten Zonen – einer Index- und einer Vergleichszone – wird dokumentiert, wie wirksam die Methode im urbanen Raum ist. Anrainer:innen und Heimgartenvereine werden aktiv eingebunden.
So erkennen Sie die Tigermücke
Größe: 2–10 mm
Farbe: schwarz-weiß gestreifter Körper
Merkmal: markanter weißer Längsstreifen am schwarzen Rückenschild
Aktiv: tagsüber (heimische Gelsen sind meist dämmerungs- oder nachtaktiv)
So schützen Sie sich und Ihre Umgebung
Kein stehendes Wasser in Eimern, Gießkannen, Untersetzern, Regentonnen.
Vogeltränken regelmäßig entleeren und reinigen.
Mückennetze und feinmaschige Gitter an Fenstern nutzen.
Bei Aufenthalten im Freien helle, lange Kleidung tragen.
