In Zeiten des allgemeinen Umbruchs und großen Mobilitätswandel kann mit beruhigender Gewissheit gesagt werden, dass sich der Audi Q7 in vielen Bereichen treu bleibt. Sein Name wird nicht geändert, Elektroantrieb wird er auch keinen bekommen, mindestens sechs Zylinder haben und definitiv ganz oben in der Hackordnung der Produktpalette stehen. Und zwar noch eindeutiger als bisher, nachdem der A8 vorerst keinen Nachfolger bekommen wird. Nicht weiter tragisch, denn alles, was es an technischen Errungenschaften gibt, packte man gewissenhaft in die dritte Version des großen SUV hinein.
Herr der Ringe
Grundsätzlich: Mit knapp mehr als fünf Metern Länge und mehr als zwei Metern Breite bietet der Q7 in allen Reihen mehr als komfortable Bewegungsfreiheit. Auf Wunsch gibt es eine dritte Sitzreihe für zwei weitere Personen, wer darauf verzichtet, hat dafür 670 bis 2.075 Liter Kofferraumvolumen. Die Zuladung von knapp 600 Kilogramm ist fast so beeindruckend wie die Anhängelast, die mit 3,5 Tonnen das Maximum darstellt, was mit dem Führerschein der Klasse B noch möglich ist. Damit das in der Praxis auch kein Problem ist, kommt der Herr der Ringe zuerst einmal mit zwei Versionen des famosen Dreiliter-V6-TDI auf den Markt – durchwegs mit MHD-Unterstützung, 48-Volt-Bordnetz und 245 oder 299 PS Leistung. 500 beziehungsweise 630 Newtonmeter Drehmoment kann man jedenfalls in die Kategorie „Völlig ausreichend“ eintüten.
Gründlich fleißig
Genauso übrigens wie den Verbrauch, der sich jeweils bei nur knapp über sieben Liter einpendelt, was beeindruckend ist, da wir es hier ja mit einem 2,5 Tonnen schweren XL-SUV zu tun haben, und wem das nicht reichen sollte, der kann aufatmen: Varianten mit V6- und V8-Benzinern folgen etwas später, und dass der Quattro-Antrieb stets ab Werk verbaut ist, versteht sich schon von selbst. Oder um es anders zu sagen: Seine Hausaufgaben hat Audi jedenfalls gemacht. Das war ihnen aber noch nicht genug. So ein Flaggschiff darf schließlich immer ein wenig vorausfliegen, weswegen man extratief in die Technikkiste griff und ein paar Innovationen mit dazupackte.
Gefühlssachen
Dass das Cockpit aus drei großen Displays besteht, wobei das rechteste ausschließlich der Unterhaltung des Beifahrers dient, kennen wir ja schon von anderen Audis. Nicht aber automatisch operierende Türen zum Beispiel, die sich per Knopfdruck am Schlüssel oder sogar über die Audi-Smartphone-App wie von Zauberhand öffnen lassen und sich beim Tritt aufs Bremspedal nahezu lautlos schließen. Oder aber die Blinker, die Symbole auf die Straße projizieren, um Passanten oder Radfahrern noch besser zeigen zu können, in welche Richtung der Q7 plant zu fahren. Was er nebenbei bemerkt erstaunlich behände macht, denn wer die Luftfederung optional ordert, bekommt in diesem Paket auch eine Allradlenkung gleich mit dazu. Das ergibt einen Wendekreis von gerade mal 11,7 Metern, womit nicht einmal mehr enge Parkhäuser dagegen sprechen würden, sich für einen Q7 zu entscheiden – ärgerlich, oder?
Fotos: Audi