Die Welt ist flach!
Mit dem Prelude bringt Honda nicht einfach nur ein Modell zurück. Die Japaner beleben mit ihm das Segment der leistbaren Gran Tourismo neu und verfeinern es mit Hybrid-Power.
Natürlich will jetzt keiner behaupten, dass früher alles besser war. Aber bei den Autos? Da gab es doch schon das eine oder andere Highlight, das nur mehr im goldenen Buch der Erinnerungen existiert. Und auch wenn es derzeit in Mode ist, alte Namen neu zu beleben – das war Honda nicht gut genug. Denn anstatt, wie viele andere, ein weiteres Kompakt-SUV auf den Markt zu bringen und dieses halt Prelude zu nennen, legen sie nicht nur den legendären Namen neu auf, sondern gleich diese mittlerweile schon klassische Baureihe. Von wegen also, das Segment der leistbaren Coupés existiert nicht mehr!
Sportlicher Wirkungsgrad
Aber das lag den Leuten bei Honda schon immer im Blut: Nicht den ausgetretenen Pfaden des Mainstreams folgen, sondern lieber das umsetzen, was aus der Masse hervorsticht. Entsprechend klingen die Eckdaten überraschend und nur für die alten Hasen unter uns wenig ungewohnt: Auf 4,5 Metern Länge gibt es dank 1,9 Metern Breite genug Bewegungsfreiheit für zwei Erwachsene vorne und zwei Kinder im Fond. Da aber nur 1,3 Meter Höhe den Prelude auszeichnen, gibt es eine schnittige Optik und dynamische Straßenlage – ein niedriger Schwerpunkt ist schließlich durch nichts zu ersetzen. Und wenn wir schon von Fahrdynamik sprechen: Niemand geringerer als der Civic Type-R spendierte Achsen und Aufhängung, über den sportlichen Wirkungsgrad des Prelude sollte damit also schon mehr als genug gesagt sein.
Alte Sitte
Der Kofferraum fällt trotz der athletischen Linie groß genug aus für Wochenendtrips und selbst der Wocheneinkauf kann dank umlegbarer Rückbanklehnen problemlos bewältigt werden. Und dass ein Coupé weder unpraktisch noch unökonomisch sein muss, dafür hat Honda unter der vorderen Haube gesorgt. Da steckt nämlich ein Hybridantrieb neuester Machart, den eine Besonderheit auszeichnet: Bei ihm dient der Verbrenner, ein Zweiliter-Vierzylinder mit strammen 184 PS, nämlich in erster Linie zur Energiegewinnung, um den E-Motor anzutreiben. Heißt also: Der flache Honda fährt sich fast wie ein E-Mobil, hat aber die Reichweite eines Verbrenners und lässt sich zudem nicht nehmen, auch hier die gewisse Freude am Fahren zu bieten – etwa mit gezielten Soundeinlagen des Verbrennungsmotors oder – auf Wunsch – sogar mit inszenierten Schaltrucken, ganz so, wie es bei den guten alten Preludes in den 90er-Jahren auch Sitte war. Und wem das nicht reicht, der kann im Sportmodus die Effekte, die alles andere als simuliert sind (wozu hat man schließlich einen Schüttelhuber an Bord?) sogar noch einmal verstärken.
Vernünftig besser
Knapp 190 km/h Spitze und schlanke 8,2 Sekunden für den Sprint von null auf 100 km/h sind flott genug für den verstauten Alltag, wobei ein anderer Wert in Zeiten wie diesen fast wichtiger ist als die nackten Fahrwerte: Mehr als 5,2 Liter im Schnitt gönnt sich das schnittigste Sparwunder dieser Zeit nicht an Benzin, was angesichts der gebotenen Technik ein mehr als respektabler Wert ist. Und von dem seine Vorgänger nicht einmal zu träumen gewagt hätten. Von wegen also, früher war alles besser!
Fotos: Honda
