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Carbon aus dem Mürztal: Hintsteiner baut Defence-Kompetenz aus

Bundeskanzler Christian Stocker besuchte gemeinsam mit Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom und Wirtschaftslandesrat Willibald Ehrenhöfer Hintsteiner Defence in Sankt Barbara im Mürztal. Im Mittelpunkt standen ballistische Carbon-Schutzlösungen, ein mobiles Servicemodell und ein steirisches Familienunternehmen, das seine jahrzehntelange Leichtbaukompetenz zunehmend in den Sicherheits- und Verteidigungsbereich überführt.

Bundeskanzler Christian Stocker beim Besuch von Hintsteiner Defence in Sankt Barbara im Mürztal

Bundeskanzler Christian Stocker hat am 26. Mai das Werk Mitterdorf der Hintsteiner Group in Sankt Barbara im Mürztal besucht. Präsentiert wurde unter anderem ein gemeinsam mit Liebherr entwickelter, ballistisch geschützter Teleskoplader, dessen Schutzlösung auf Carbon-Composite-Werkstoffen basiert. Begleitet wurde Stocker von Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom und Wirtschaftslandesrat Willibald Ehrenhöfer.

Hinter dem Besuch steht die Entwicklung eines steirischen Familienunternehmens, das 1981 als Modell- und Formenbaubetrieb begann und heute mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Die Hintsteiner Group entwickelt und produziert Leichtbaulösungen aus Carbon und Kunststoff für verschiedene Hightech-Anwendungen – von Carbon-Strukturbauteilen und Kunststoffsystemen bis zu Leichtbau-Kabinensystemen für die Luftfahrtindustrie.

Eigene Defence-Gesellschaft seit 2024

Seit 2024 bündelt die HINTSTEINER DEFENCE GmbH am Standort Sankt Barbara im Mürztal die Technologien und das Know-how der Gruppe für militärische Anwendungen. Laut Firmenbuch umfasst ihr Geschäftszweig den Handel und die Fertigung von Einzelteilen und Baugruppen für die Verteidigungsindustrie.

Der beim Kanzlerbesuch präsentierte Teleskoplader zeigt, wie Hintsteiner seine Erfahrung mit leichten und belastbaren Werkstoffen in diesen Bereich überträgt. Nach Angaben des Unternehmens ermöglicht die Carbon-Schutzlösung, Standard-Industriemaschinen für Einsätze in Krisen- und Katastrophengebieten zu schützen, ohne schwere mechanische Änderungen an Fahrwerk, Bremsen oder Hydraulik vorzunehmen.

Vom Formenbau zur Carbon-Technologie

Die heutige Defence-Kompetenz basiert auf einer technologischen Entwicklung, die Hintsteiner über Jahre aufgebaut hat. Ausgehend vom Modell- und Formenbau verlagerte das Unternehmen seinen Fokus zunehmend auf spezialisierte Kunststoff- und Carbonlösungen. 2007 investierte Hintsteiner in eine eigene Produktionshalle für Carbontechnik, 2013 wurden Carbon- und Kunststofftechnik in eigenständige Produktionsgesellschaften ausgegliedert. Mit der HILITECH GmbH kam 2015 gemeinsam mit F/LIST ein auf Leichtbau-Kabinensysteme für die Luftfahrtindustrie spezialisiertes Unternehmen hinzu.

Neben dem geschützten Teleskoplader fertigt Hintsteiner Defence nach eigenen Angaben auch Carbon-Strukturbauteile für moderne Verteidigungsanwendungen. Damit erweitert die Gruppe ihre Werkstoffkompetenz um ein Geschäftsfeld, das angesichts der europäischen Sicherheits- und Industriepolitik zunehmend an Bedeutung gewinnt.

17 Millionen Euro für den Standort

Das Werk Mitterdorf wird nach Angaben des Unternehmens im Rahmen eines Investitionspakets von insgesamt 17 Millionen Euro in den Jahren 2022 bis 2027 erweitert. Vorgestellt wurde beim Besuch auch ein neuer Maintenance Truck: eine mobile Hightech-Werkstatt, mit der Sicherheits- und Zivilschutzgüter direkt bei Kunden im Ausland gewartet und angepasst werden sollen.

Das Modell soll internationale Serviceleistungen ermöglichen, während technisches Know-how und qualifizierte Arbeitsplätze am steirischen Standort gebündelt bleiben.

„Unsere Vision ist es, der führende europäische Full-Service-Partner für Leichtbaustrukturen im Sicherheitsbereich zu sein. Carbon ist ein Werkstoff der Zukunft“,

CEO Martin Hintsteiner



Der Besuch des Bundeskanzlers rückt damit ein Unternehmen ins Blickfeld, das seine über Jahrzehnte aufgebaute Leichtbaukompetenz zunehmend in ein sicherheitsrelevantes Geschäftsfeld mit europäischer Perspektive überführt.

Quellen: Hintsteiner Group, Presseinformation „Bundeskanzler Stocker bei Hintsteiner Defence: Carbon-Leichtbautechnologie aus Österreich als Baustein europäischer Verteidigungsfähigkeit“, 26. Mai 2026; Hintsteiner Group, offizielle Unternehmens- und Presseinformationen, abgerufen am 28. Mai 2026; Republik Österreich, Elektronische Verlautbarungs- und Informationsplattform des Bundes (EVI), Firmenbuchdaten der HINTSTEINER DEFENCE GmbH, abgerufen am 28. Mai 2026.

Fotos: Hintsteiner Group

Weitere Informationen: Hintsteiner Group | Hintsteiner Defence